2017

Elizabeth Banks, 2002 bekannt geworden als Nebendarstellerin in Spielbergs Catch Me If You Can, erhält eine Auszeichnung für ihren Erfolg als Regisseurin (Crystal Award for Excellence in Film).

In ihrer Dankesrede wirft sie Spielberg in scherzhaftem Ton vor, nie einen Film mit einer weiblichen Hauptrolle gedreht zu haben:

“I went to Indiana Jones and Jaws and every movie Steven Spielberg ever made, and by the way, he’s never made a movie with a female lead. Sorry, Steven. I don’t mean to call your ass out, but it’s true.”

Die Fakten sprechen dagegen. Bisherige Spielberg-Kinofilme mit Hauptdarstellerinnen:

Die falsche Behauptung zieht Kreise in Hollywood und in den internation Medien. Der Film The Color Purple erlangt neue Aufmerksamkeit.

Zwei Tage nach ihren Äußerungen bei der Preisverleihung veröffentlicht Elizabeth Banks eine Entschuldigung über ihren Twitter-Account:

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Doch ihre ursprüngliche Aussage ist im Grundsatz richtig: Spielberg sollte seine mächtige Position als Produzent und Regisseur stärker nutzen, um Hauptrollen in seinen Filmen mit Frauen zu besetzen. Natürlich nicht aufgrund einer Quote, sondern künstlerischer Entscheidungen.

Da Spielberg immer nach einer kreativen Herausforderung sucht: Warum nicht zum ersten mal seit 1985 mit einer (erwachsenen) Hauptdarstellerin drehen?

Umso bedauerlicher, dass Spielbergs Pläne zur Verfilmung der Biografie „It’s What I Do“ offenbar auf Eis gelegt wurden. Die Hauptrolle der Fotojournalistin Lynsey Addario sollte Jennifer Lawrence spielen.

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The BFG (2016)

Steven Spielbergs 3D-Fantasy-Abenteuerfilm The BFG beruht auf Roald Dahls 1982 veröffentlichtem Kinderbuch, das im deutschen Sprachraum unter dem Titel „Sophiechen und der Riese“ erschien (1985 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet).

Die Verfilmung von The BFG ist eine Koproduktion von Walt Disney Pictures, DreamWorks Pictures, Amblin Entertainment und Walden Media.

US-Poster und Szenenfotos: © 2016 DreamWorks II Distribution Co., LLC, Disney Enterprises, Inc., and Walden Media

Deutschsprachiges Poster: © 2016 Constantin Film Verleih GmbH

Das Drehbuch für The BFG stammt aus der Feder von Melissa Mathison, die auch das Drehbuch für Spielbergs E.T. – The Extra-Terrestrial (1982) schrieb. The BFG ist ihr gewidmet, denn sie verstarb 2015. Auch die „Tagline“ des Plakats weckt Erinnerungen an E.T. – The Extra-Terrestrial.

Spielberg über seine Zusammenarbeit mit Mathison:

“I don’t miss Melissa yet because I haven’t had the chance to mourn her, because she is still with me. I’m not saying that in a supernatural way, because Melissa is alive in every single frame of The BFG. She has been with me all through this process and she is as tangible as if she were sitting next to me. What I’m not looking forward to is when I finish with The BFG and I have to face the fact that Melissa is no longer with me.”

“Melissa could do something most of us could not. She observed people without judging them. The only other people I can think of who observe with curiosity and without judgment are children. And I think that’s why she understood them and wrote them better than anyone else.”

Der BFG ist ein Guter Riese (Big Friendly Giant) und ein Sonderling im Land der Riesen. Er ist acht Meter groß, mit riesigen Ohren und einem scharfen Geruchssinn. Er lebt zurückgezogen, ist auf liebenswerte Art „schwer von Begriff“ und hat eine ungewöhnliche Ausdrucksweise. Andere Riesen wie Knochenknacker, Hackepeter und Fleischfetzenfresser sind doppelt so groß und beängstigend. Nach ihrer Ankunft im Land der Riesen fürchtet sich die 10-jährige Sophie anfänglich vor dem geheimnisvollen BFG, der sie in seine Höhle verschleppt hat. Doch schon bald erkennt sie sein sanftes Wesen. Gemeinsam treten sie gegen die bösen, menschenfressenden Riesen an, von denen die Welt der Menschen bedroht wird.

Spielberg erinnert sich, wie er Roald Dahls Buchvorlage seinen Kindern vorgelesen hat:

“They loved the privacy and secrecy of his own special giant-speak. And they also loved that this little 8-year-old girl can tell a 26-foot-tall giant what to do.”

Zum ersten Mal führt Spielberg Regie unter der Marke DisneyEr erklärt, was ihn an dem Stoff reizt:

“It’s a story about friendship, it’s a story about loyalty and protecting your friends and it’s a story that shows that even a little girl can help a big giant solve his biggest problems.”

Zum Cast von The BFG gehören Ruby Barnhill, Mark Rylance, Penelope Wilton, Jemaine Clement, Rebecca Hall, Rafe Spall und Bill Hader.

Dies ist der erste Spielberg-Film mit einer weiblichen Hauptrolle seit The Color Purple (1985).

The BFG ist Spielbergs zweite Zusammenarbeit mit Mark Rylance, der  für seine Rolle in Bridge of Spies (2015) einen Academy Award gewann. In die Rolle des BFG schlüpft er mittels Motion-Capture – ein Verfahren zur digitalen Aufzeichnung der Mimik und Gestik von Darstellern, das Spielberg zuletzt in The Adventure of Tintin (2011) zum Einsatz brachte.

Steven Spielberg versucht (vergeblich), Gene Wilder zu einem Gastauftritt zu überreden. Er spielte die Titelrolle in der Roald Dahl-Verfilmung Willy Wonka & the Chocolate Factory (1971).

Die Dreharbeiten finden zwischen dem 23. März bis 16. Juni 2015 statt, gefolgt von umfangreichen Post-Production-Arbeiten. Zu den Drehorten gehören Vancouver in Kanada sowie Schottland und England.

Die Entwicklung des Projekts geht zurück bis in das Jahr 1991: Frank Marshall und Kathleen Kennedy verhandeln mit Paramount Pictures – zu diesem Zeitpunkt soll Robin Williams die Titelrolle spielen. 1998 liefern Robin Swicord und Nicholas Kazan ein Drehbuch, das 2001 von Gwyn Lurie überarbeitet wird.

Im September 2011 erwirbt DreamWorks die Filmrechte für das Buch. Mit an Bord sind Kennedy und Marshall als Produzenten sowie Melissa Mathison als Drehbuchautorin. John Madden wird als Regisseur gehandelt, bis im April 2014 Steven Spielberg die Regie übernimmt (Madden bleibt dem Projekt als Executive Producer verbunden). Nachdem Walden Media zustimmt, sich an der Finanzierung zu beteiligen, kann Walt Disney Studios für die Ko-Finanzierung gewonnen werden.

Zu den regulären Mitgliedern von Spielbergs Team zählen: Kameramann Janusz Kaminski, Cutter Michael Kahn, Komponist John Williams, Produktionsdesigner Rick Carter und Kostümdesignerin Joanna Johnston. Die visuellen Effekte werden von Weta Digital geschaffen.

Produziert wird der Film von Steven Spielberg, Frank Marshall und Sam Mercer – mit Kathleen Kennedy, John Madden, Kristie Macosko Krieger, Michael Siegel, Frank Smith und Naia Cucukov als Executive Producers.

Roald Dahls Bücher, zu denen auch “Charlie and the Chocolate Factory,” “James and the Giant Peach” und “Matilda” zählen, wurden in 58 Sprachen übersetzt und weltweit mehr als 200 Millionen mal verkauft. “The BFG” war ursprünglich als Gutenacht-Geschichte gedacht und zählt zu Dahls Lieblingsgeschichten. Sie wird nun zum ersten Mal mit Schauspielern verfilmt und kommt pünktlich zu Roald Dahls 100. Geburtstag in die Kinos.

Spielberg über die Verantwortung, möglichst dicht an Roald Dahls Vorlage zu bleiben:

“It was very important for us to be loyal to the language, and the great writer Melissa Mathison, who also wrote ‘E.T.: The Extra-Terrestrial,’ wrote ‘The BFG.’”

Roald Dahls Buch besticht vor allem durch die Fantasiesprache Gobblefunk, die er seinem Riesen in den Mund gelegt hat. Sie ist auch in den Film eingeflossen. Beispiele aus der deutschen Fassung (vgl. engl. Originalversion):

delikatzig vorzüglich
Blubberwasser grünes Getränk, dessen Kohlensäure nach unten bitzelt
Fürbisfuchen Kürbiskuchen
schlotzt lecker, schön, prima
Zauberzischler schöner Traum
Leberwesen Menschen
Geohrwurmster Gehorsamster
Gigaraffen Giraffen
Majonäse Majestät
oberschleckerhammerhaft lecker
Rotzgurke eklig stinkendes Gemüse aus dem Land der Riesen
Unter‘m Arm nehmen auf den Arm nehmen
Alpenträumern Albtraum
Furzelbaum Furz
Wesserbisser Besserwisser
Weises Kind Waisenkind
Quissel-Quassel-Glotzglimmer-Box Fernseher
Lieblingsspeiserich köstlich, lecker

Die Weltpremiere findet am 14. Mai während des Filmfestivals in Cannes statt, wo der Film „Out of Competition“ gezeigt wird (auch E.T. – The Extraterrestrial (1982) hatte dort seine Weltpremiere). Wie E.T. erhält auch The BFG stehende Ovationen:

Variety-Kritiker Peter Debruge schreibt nach der Premiere in Cannes:

“That’s the beauty of Roald Dahl’s The BFG, as brought to life by recent Oscar winner Mark Rylance: You believe. No matter how fantastical the tale (and it gets pretty out-there at points), this splendid Steven Spielberg-directed adaptation makes it possible for audiences of all ages to wrap their heads around one of the unlikeliest friendships in cinema history, resulting in the sort of instant family classic “human beans” once relied upon Disney to deliver.”

Teaser-Trailer anschauen

Der Film startet am 1. Juli in den USA und ab 21. Juli in Deutschland.

2016

Frank Marshall wird auf der CinemaCon, der jährlichen Filmindustrie-Messe in Las Vegas als “International Filmmaker of the Decade“ geehrt.

1981 gründete Marshall und Kathleen Kennedy gemeinsam mit Steven Spielberg die Produktionsfirma Amblin Entertainment und produzierte viele erfolgreiche Filme wie  Gremlins (1984), Who Framed Roger Rabbit? (1988) und die Back to the Future-Trilogie (1985, 1989, 1990).

Als Produzent erhielt Marshall fünf Oscar-Nominierungen in der Kategorie Best Picture für The Curious Case of Benjamin Button (2008), Seabiscuit (2003), The Sixth Sense (1999), The Color Purple (1985) und Raiders of the Lost Ark (1981).

Mit dem Thriller Arachnophobia (1990) gab er sein Regiedebüt.

Nach zehn Jahren bei Amblin gründeten Marshall und Kennedy ihre eigene Firma: die Kennedy/Marshall Company. Marshall wurde alleiniger Inhaber, als Kennedy 2012 die Führung von Lucasfilm übernahm.

Marshall produzierte auch den Rekorde brechenden Film Jurassic World (2015) sowie Steven Spielbergs The BFG (2016).

2016

Foto: © 2016 Amblin PartnersKristie Macosko Krieger – Mitglied des Amblin Partners-Kernteams – ist die neue “Kathleen Kennedy” in Steven Spielbergs innerem Kreis.

Macosco Krieger leitete die Publicity-Abteilung von Spielbergs USC Shoah Foundation, bevor sie 1997 zu DreamWorks wechselte und eine Traum-Karriere begann.

Als George Lucas 2012 darüber nachdachte, Kathleen Kennedy die Leitung von Lucasfilm anzubieten, war ihm klar, dass er erst Spielberg anrufen muss: “He wasn’t technically her boss—it was just about friendship. It was kind of like, ‘Oh, by the way, Steven, I’m going to marry your wife.’ ” Spielberg war einverstanden.

Nachdem Disney 2012 die Firma erwarb und Kennedy Vorsitzende von Lucasfilm wurde, stand fest: Spielberg musste einen Ersatz finden für seine „treue Seele“, langjährige Produzentin und Mitbegründerin von Amblin Entertainment. Die Disney-Produktion The BFG (2016) wird wohl der letzte Film unter der Regie von Spielberg sein, bei dem Kennedy als Produzentin tätig ist. Es sei denn, sie kann Spielberg als Regisseur für die Disney-Produktion Indiana Jones 5 gewinnen…

Spielberg hat es wohl kommen sehen: Bereits vor fünfzehn Jahren war Kristie Macosko Krieger seine Assistentin beim Dreh von A.I. – Artificial Intelligence (2001). Für Catch Me If You Can (2002) wurde sie Spielbergs Associate und bewies ihr Können und ihre Zuverlässigkeit bei Projekten wie The Terminal (2004), War of the Worlds (2005) und Munich (2005).

Währenddessen engagierte sich Kathleen Kennedy als Mentorin für die nächste Generation weiblicher Filmemacher und Führungskräfte. Macosko Krieger muss dazu gehört haben, denn sie sagt heute über Kennedy:

“If I’m stuck in a Turkish prison, she is my first phone call.”

Für Spielbergs Lincoln (2012) war Macosko Krieger als Co-Produzentin tätig. Schließlich wurde sie Produzentin bei Bridge of Spies (2015) und Executive Producer bei The BFG (2016).

Zur Zeit produziert sie Steven Spielbergs Ready Player One (2018) sowie die Verfilmung des New York Times Bestsellers “Popular: Vintage Wisdom for a Modern Geek” von Maya Van Wagenen.

Foto: © 2016 Amblin Partners

2015

Walt Disney Pictures veröffentlicht den ersten Teaser-Trailer zu Steven Spielbergs bevorstehendem Fantasy-Abenteuer-Film The BFG (2016). Zum ersten Mal führt Spielberg Regie bei einem Live-Action 3D-Film.

Es handelt sich um die Verfilmung von Roald Dahls gleichnamigem Kinderbuch-Klassiker. Das Drehbuch stammt von Melissa Mathison, die schon das Script zu Spielbergs E.T. – The Extraterrestrial (1982) schrieb.

Der Film erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das auf einen Riesen trifft. Ruby Barnhill spielt die kleine Sofie, und der BFG (Big Friendly Giant) wird von Mark Rylance porträtiert. In weiteren Rollen: Bill Hader, Jemaine Clement, Penelope Wilton und Rebecca Hall.

Nach seiner Oscar-verdächtigen Darstellung des Rudolf Abel in Bridge of Spies (2015) spielt Mark Rylance erneut eine größere Rolle in einem Steven Spielberg-Film. Die Dreharbeiten für The BFG beginnen bereits drei Monate nach Drehschluss von Bridge of Spies.

Zu den Drehorten gehören: Vancouver (British Columbia, Canada), Blenheim Palace, Woodstock (Oxfordshire, United Kingdom), Buckingham Palace, Westminster (London, United Kingdom) sowie Skye, Highland (Scotland, United Kingdom).

Die Filmmusik wird wieder von John Williams komponiert. Weitere bewährte Spielberg-Mitarbeiter sind Kamaramann Janusz Kamiński, Cutter Michael Kahn sowie die Produzenten Frank Marshall und Kathleen Kennedy. Die beeindruckenden visuellen Effekte stammen von Weta Digital.

Der Film ist eine Ko-Produktion zwischen Walt Disney Pictures, DreamWorks Pictures, Amblin Entertainment und Walden Media.

The BFG startet am 28. Juli 2016 in den deutschen Kinos.

2015

In einem Artikel des TIME Magazine spricht Steven Spielberg über die verstorbene Drehbuchautorin Melissa Mathison und ihren Beitrag für Spielbergs neuestes Projekt, die Filmadaption von Roald Dahls The BFG (2016).

Spielberg erinnert die Zusammenarbeit mit Mathison an ihre erste gemeinsame Arbeit am Drehbuch für E.T. – The Extraterrestrial (1982) am Set von Raiders of the Lost Ark (1981):

“I found working with Melissa that those 30-plus years had evaporated—it was just like being back in the cutting room on Raiders sitting on the floor with a bunch of cards strewn about, trying to figure out that story.”

Während der Dreharbeiten für The BFG im Sommer 2015 war Mathison jeden Tag anwesend, daher beschreibt Spielberg sie als “more than just a writing partner—she was a real on-set partner.” Und er fügt hinzu:

“It did not feel like an adult was writing words, but that they were coming improvisationally from the mouths of young people. That was her magic and that was her gift with E.T., and she’s done the same thing with BFG.”

“I think her legacy will be that she could only tell a story that began and ended from the heart. E.T.’s glowing heart was, in fact, Melissa’s.”

In dem TIME-Artikel verrät Kathleen Kennedy, dass es Harrison Ford (Mathisons damaliger Freund) war, der Melissa Mathison dazu überredete, das Drehbuch für Steven Spielbergs E.T. – The Extraterrestrial (1982) zu schreiben. Anfänglich lehnte sie das Angebot ab, mit dem Argument, sie sei nicht die richtige Autorin dafür, also wandte sich Spielberg an Ford und bat ihn um Hilfe.

In einem Interview mit EW spricht Steven Spielberg über seine erste Begegnung mit Melissa Mathison und ihre Zusammenarbeit:

“Like a mirage in Lawrence of Arabia…That’s what it was like the first time I set eyes on Melissa. We were shooting Raiders. It was in 1980, in the unbearable heat of Nafta in Tunisia, and amidst a couple of hundred Arab extras dressed in German uniforms, I saw what looked like an egret.This person was bent over, picking stuff up off the ground. I asked, ‘What are you doing?’ And she said, ‘You know, this used to be the ocean floor and look at all these fossils…’ She was right. Everywhere you looked on the ground there were fossils and seashells and all kinds of things in the sand.I said, ‘Who are you?’ And she simply said, ‘I’m Harrison’s friend.’ And I said, ‘Well, what do you do?’ She told me, ‘Currently, I’m a failed writer.’ I began to laugh and she began to laugh. Then I said, ‘What have you failed at?’ She said she had written a number of scripts that she wasn’t really happy with, and only one got made. When I realized she had written The Black Stallion, it stopped me in my tracks because it’s one of my favorite movies. Then I started asking her a lot of questions about The Black Stallion. Before she was even finished answering them, I said, ‘I have a story about this alien that gets stuck on Earth with a family of divorce, and … would you be interested in writing this with me?’  She said ‘No, no, no. I’m retired from writing now. I need to find another way to live my life.’ I started telling her the story of E.T. that I had thus far, not down on paper, but in my head. She heard it and said, ‘That’s really sweet and interesting, but I’ve retired.’

 

I went back to the set and shot a couple scenes with Harrison and told him this curious story of bumping into Melissa while she was picking up seashells in the middle of the Tunisian desert. I told him I had offered her a chance to write a movie with me and she turned it down. Harrison said, ‘Sounds like Melissa…’ I asked, ‘Can you help me?’ He said, ‘Let me talk to her tonight.’ And so the next day Harrison came into work, and the first thing he said was, ‘I think she’s had a change of heart.’

 

When I sat down to talk to her about the script again a few days later, she said, ‘I wasn’t really listening to anything you were saying to me before, so why don’t you start over again?’ [Laughs.] She started to brainstorm with me and added all kinds of new ideas to the mix. And that’s when I knew that I had a partner. Melissa was back in the writing game.While I was in the editing room cutting Raiders, Melissa would come in two to three days a week, and we would just sit and develop the story. She would put everything on cards. Those cards became a kind of talisman, and defined the way I thought about Melissa’s creative partnership with me. All these little cards, where she wrote down either my ideas or her own, eventually became the first draft. She went away for six weeks and wrote the script.“When I finally read the script, I pretty much said, ‘I could shoot this movie tomorrow.’ We tweaked it and we changed just a little bit of the third act. At one point, E.T. got sick and was taken to a hospital, and the entire venue of the film shifted to a medical center. On second thought, it just seemed like a better idea to keep it at home and turn the house into a hospital, so that became the triage of trying to save E.T. and Elliott’s lives. Those were some of the very few changes. Of all the movies I’ve ever made, E.T. went through the least amount of revision. Melissa’s heart was just glowing over that movie.

 

And the same darn thing happened 30 years later when we started our second collaboration on The BFG by Roald Dahl.The main difference was I didn’t have to talk her into writing this one. She had started writing it even before I came on board and had done three drafts before I started.It was the same energy and ease of conversation that happened all over again. I felt like I got into a time machine with her and went back to E.T.’s making, because the spirit that Melissa carried with her during her entire life had infected all of us, and she shaped The BFG into a portrait of a friendship. Melissa didn’t know she was sick at the beginning. The summer of 2014 was spent in a small garage in my house on Long Island, where we assembled the movie through [pre-visualized animations.] We made the entire movie of The BFG from beginning to end that way, and watched it and changed it. During principal photography in Vancouver this past spring, she was on the set every day, giving me the cards for the day’s work — just like on E.T.

 

She seemed fine, but there were several times that she needed to go back to L.A. for personal reasons. I didn’t ask what the personal reasons were. And one time she was absent [for] four days. Then she came back and she seemed perfectly okay again. So her health issues came as a surprise to all of us.I’ve had a lot of time to think about Melissa since she died in November, and I’m not really sure she’s gone. I feel her presence more than her absence. I’m really going to start to hurt when that fades and I start missing her again in my life.I could speak for many of her closest friends — we’re all still in disbelief that she’s gone. The thing about Melissa was, she could just watch the traffic of everyday things speed by her, which was just fine with her because in her life she preferred to stroll.

 

Moviemaking is often a lot of thunder and lightning, and Melissa was always the calm eye of the storm.She could relate to kids better than anybody I had ever met. On the set of E.T., she taught me on the first day of shooting that you never talk down to children. You get on their eye level and you simply fall into conversation with them. It changed my entire approach to directing children because I watched how effortless it was for Melissa to sit with Henry Thomas, Drew Barrymore, and Robert MacNaughton and just have a conversation with them.I think she understood the natural habitat of childhood. Melissa was all about discovery. And childhood is all about daily, even hourly, even minute-by-minute discoveries.Melissa was like a kid when she was making these little breakthroughs. Like how to tell a story, or how to find the right line of dialogue. Or how to find sea shells in a desert.

2015

Melissa Mathison stirbt im Alter von 65 Jahren.

Mit ihrem Oscar-nominierten Drehbuch für Steven Spielbergs E.T. – The Extraterrestrial (1982) legte sie den Grundstein für einen der beliebtesten Filmklassiker aller Zeiten – und diente bei dem Film auch als Associate Producer.

Mathison schrieb die Drehbücher für Carroll Ballards The Black Stallion (1979), Caleb Deschanels The Escape Artist (1982), das zweite Segment in Steven Spielbergs Twilight Zone – The Movie (1983), den Fernsehfilm Son of the Morning Star (1991), und Frank OzThe Indian in the Cupboard (1995). Mathison hatte ein besonderes Geschick für Kinder- und Jugendliteratur und porträtierte Kinder sensibel und heroisch.

Seit 2012 arbeitete sie mit Steven Spielberg wieder zusammen und schrieb das Drehbuch für sein neuestes Filmprojekt, die Roald Dahl-Adaption The BFG (2016), die sich derzeit in der Phase der Post-Production befindet. Als er von ihrem Tod erfährt, gibt Spielberg folgende Erklärung ab:

“Melissa had a heart that shined with generosity and love and burned as bright as the heart she gave E.T.”

Auf der Special-Edition-DVD von 2002 beschreibt Spielberg ihren Beitrag zum Film so:

“Melissa delivered this 107-page first draft to me and I read it in about an hour. I was just knocked out. It was a script I was willing to shoot the next day. It was so honest, and Melissa’s voice made a direct connection with my heart.”

Mathison erinnert sich:

“I would write for four or five days in my little office in Hollywood, and then drive out to Marina Del Rey where Steven Spielberg was editing in a little apartment on the beach. I’d bring him my pages and we’d sit and go through them…It took about eight weeks for us to get the first draft, which was quite fast, I think.”

Ihr Drehbuch zu Martin Scorseses Kundun (1997) über Kindheit und Heranwachsen des Dalai Lama reflektiert ihr jahrzehntelanges Interesse an Tibet. Mit Unterstützung von Richard Gere, dem Vorsitzenden der International Campaign for Tibet, trifft sie sich 1990 (in Begleitung von Harrison Ford) mit dem Dalai Lama in Santa Barbara und bringt daraufhin das Filmprojekt ins Rollen.

Mathison wurde am 3. Juni 1950 in Los Angeles geboren und besuchte die U.C. Berkeley. Sie unterbrach ihr Studium der Politikwissenschaft, um beim Film eines Freundes zu helfen. Der Freund hieß Francis Ford Coppola, deren Kinder Mathison als Babysitterin betreut hatte. Sie war Assistentin am Set von The Godfather, Part II (1974). Nachdem Coppola sie zum Schreiben drängte, entstand ihr Drehbuch für die Coppola-Produktion The Black Stallion (1979).

Sie war Mutter von zwei Kindern, Georgia und Malcolm, aus ihrer Ehe mit Harrison Ford. Sie wurden 2004 nach 21-jähriger Ehe geschieden. Von 1983 bis 1985 lebten Mathison, Ford und ihre Kinder auf einer Ranch außerhalb Jackson Hole, Wyoming, wo die Drehbuchautorin ihre Karriere auf Eis legte.

“I didn’t want to be missing their childhood while I was away, busy writing about children.”