2016

Am Ende eines Jahres, in dem so viele begnadete Künstler – darunter Prince und David Bowie –  viel zu früh von uns gegangen sind, setzt der überraschende Tod von Carrie Fisher einen traurigen Schlusspunkt.

Über Generationen hinweg berühmt wird Carrie Fisher als Darstellerin von Prinzessin Leia aus der Star Wars-Filmreihe und gehört zum Cast von Filmen wie The Blues Brothers (1980) und When Harry Met Sally (1989). Sehr aktiv und gefragt ist sie aber auch als Drehbuch- und Buchautorin sowie als Produzentin. Für Spielbergs Hook (1991) schreibt sie die Dialoge von Tinker Bell (Julia Roberts) und ist in einem Cameo in den Armen von George Lucas zu sehen.

Carrie Fisher stirbt am 27. Dezember 2016 im Alter von 60 Jahren infolge eines schweren Herzinfarkts, den sie an Bord eines Flugzeugs erleidet. Einen Tag später verstirbt auch ihre Mutter, die Schauspielerin Debbie Reynolds, im Alter von 84 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.

Harrison Ford:

“Carrie was one-of-a-kind…brilliant, original (…) Funny and emotionally fearless. She lived her life, bravely. We will all miss her.”

Kathleen Kennedy:  

“Carrie holds such special place in the hearts of everyone at Lucasfilm it is difficult to think of a world without her. She was Princess Leia to the world but a very special friend to all of us. She had an indomitable spirit, incredible wit, and a loving heart. Carrie also defined the female hero of our age over a generation ago. Her groundbreaking role as Princess Leia served as an inspiration of power and confidence for young girls everywhere. We will miss her dearly.”

George Lucas: 

“Carrie and I have been friends for most of our adult lives,” he wrote. “She was extremely smart; a talented writer, actress and comedienne with a very colorful personality that everyone loved. In ‘Star Wars,’ she was our great and powerful princess — feisty, wise and full of hope in a role that was more difficult than most people might think. My heart and prayers are with Billie, Debbie and all Carrie’s family, friends and fans. She will be missed by all.”

Steven Spielberg:  

“I have always stood in awe of Carrie. Her observations always made me laugh and gasp at the same time. She didn’t need The Force. She was a force of nature, of loyalty and of friendship. I will miss her very much.”

via Hollywood Mourns the Loss of Its Princess Leia, ‘Star Wars’ Actress Carrie Fisher — Variety

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2015

Star Wars: The Force Awakens feiert seine Weltpremiere in Los Angeles. Mehr als 5.000 Gäste nehmen teil, verteilt auf alle drei Kinos am Hollywood Boulevard: Dolby Theatre, Chinese Theatre und El Capitan Theatre.

Vor der Uraufführung bedankt sich Regisseur J.J. Abrams bei George Lucas, dem Schöpfer des Star Wars-Universums und bei seinem langjährigen Mentor, Steven Spielberg. “It is an honor to be here with you at this incredibly low-key premiere,” scherzt Abrams.

Dann spricht er Spielberg direkt an:

“I owed you everything already before you lobbied for me to get this movie. Dude, I’m tapped out.”

Während der Dreharbeiten gab Spielberg Hinweise zur Verbesserung zweier Szenen: Nachdem der TIE-Jäger auf Jakku vom Sand verschluckt wurde, sollte es eine große Explosion geben, die dann auch wirklich eingefügt wurde. Und als er eine erste Fassung des Lichtschwertduells auf der Starkiller-Basis sah, stellte er die Frage: ‘What if trees were falling while they were fighting?’ Auch dieser Effekt wurde ergänzt.

J.J. Abrams bedankt sich anschließend bei der Star Wars-Crew und bringt dann die Stars auf die Bühne. Carrie Fisher, Mark Hamill und Harrison Ford erhalten jeweils stehende Ovationen.

Zu den Gästen im Saal gehören auch Regisseure wie Ava DuVernay, Ryan Coogler, Colin Trevorrow, Edgar Wright, Jon Favreau und Roland Emmerich.

Star Wars: The Force Awakens ist der siebente Teil der aus neun Episoden bestehenden Star Wars-Filmreihe. Zu den Darstellern gehören Daisy Ridley, Adam Driver, John Boyega, Oscar Isaac, Lupita Nyong’o, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Peter Mayhew, Simon Pegg und Max von Sydow.

J.J. Abrams und Lawrence Kasdan, Co-Autor der Drehbücher für Star Wars: Episode V –The Empire Strikes Back (1980) und Star Wars: Episode V – Return of the Jedi (1983) überarbeiten ein Original-Script von Michael Arndt.

George Lucas bringt sich als Creative Consultant während der frühen Entwicklung des Films ein. Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy überwacht die Produktion mit einem Budget von 245 Millionen Dollar.

John Williams, der die Musik für die bisherigen Star Wars-Filme schrieb, komponiert auch den Score für Star Wars: The Force Awakens.

Der Film bricht viele Kassenrekorde und wird mit weltweiten Einnahmen von mehr als 2 Milliarden Dollar der finanziell einträglichste Film der Reihe. Star Wars: Episode VII – The Force Awakens erhält fünf Academy Award-Nominierungen.

Die beiden FortsetzungenEpisode VIII und Episode IX, kommen 2017 und 2019 in die Kinos.

2014


Boyhood (Regie und Drehbuch: Richard Linklater) erzählt die Geschichte von Mason Evans, Jr. (Ellar Coltrane), der als Scheidungskind in Texas aufwächst. Der Film verfolgt seine Entwicklung etappenweise vom 6-jährigen Kind zum 18-jährigen Jungen. Zum Cast gehören Patricia Arquette und Ethan Hawke als Masons Eltern und Lorelei Linklater (Tochter des Regisseurs) als Masons ältere Schwester Samantha.

Die Produktion startet ohne vollständiges Drehbuch – es enthält lediglich grundlegende Anhaltspunkte zur Handlung sowie das Ende, einschließlich der letzten Einstellung. Der unabhängige Filmverleih IFC finanziert das Projekt mit 200.000 Dollar pro Jahr. Cast und Crew treffen sich ein oder zweimal pro Jahr und drehen in einem Zeitraum von drei bis vier Tagen (die gesamte Drehzeit beträgt 45 Tage). Trotz der enormen Risiken des Projekts muss Linklater den Geldgebern zu keinem Zeitpunkt zeigen, was er inzwischen gedreht hat. Der Film entsteht vollständig auf 35mm-Film.

Linklater ändert die Form, in der Filme üblicherweise erzählt werden, indem er das Drehbuch während des Produktionsverlaufs entwickelt und neue Abschnitte der Story schreibt, nachdem er die Aufnahmen des Vorjahres angeschaut hat. Als Linklater Veränderungen an seinen Darstellern bemerkt, baut er sie oft in sein Script ein und ermöglicht den Darstellern, ihrerseits eigene Lebenserfahrungen in ihre Rollen zu integrieren (ohne allerdings die generelle Richtung der Story zu verändern).

Linklater engagiert als Hauptdarsteller den 6-jährigen Ellar Coltrane, der zusammen mit den anderen Darstellern im Laufe der 12 Jahre währenden Entstehung des Films älter wird. Sowohl Ethan Hawke, als auch Patricia Arquette werden in dieser Zeit tatsächlich geschieden, heiraten neu und bringen Kinder zur Welt.

Keiner der Darsteller ist vertraglich verpflichtet, jedes Jahr erneut am Set zu erscheinen; Grund dafür ist ein Gesetz (De Havilland Law), demzufolge die vertragliche Bindung einer Person über einen Zeitraum von mehr als sieben Jahren illegal ist.

Ethan Hawke fasst seine Erfahrungen beim Dreh zusammen:

“It’s Tolstoy-esque in scope. I thought Before Sunrise (1995) was the most unique thing I would ever be a part of, but Rick has engaged me in something even more strange. Doing a scene with a young boy at the age of seven when he talks about why do raccoons die, and at the age of 12 when he talks about video games, and 17 when he asks me about girls, and have it be the same actor—to watch his voice and body morph—it’s a little bit like time-lapse photography of a human being.”

In der Lagerfeuer-Szene des Films, die im Jahr 2008 spielt, unterhalten sich Vater und Sohn über die Möglichkeit eines neuen Star Wars-Films. Boyhood wird in dem Jahr veröffentlich, als die Dreharbeiten für Star Wars: The Force Awakens (2015) beginnen.

12 Years ist der ursprüngliche Titel des Films. Linklater ändert ihn später, um Verwechslungen mit dem Academy Award-Sieger 12 Years a Slave (2013) zu vermeiden.

Boyhood feiert seine Premiere am 19. Januar 2014 beim Sundance Film Festival. Der Film nimmt am Wettbewerb der 64. Internationalen Filmfestspiele Berlin teil; Linklater wird mit dem Silbernen Bären als Bester Regisseur ausgezeichnet. Boyhood gewinnt drei Golden Globe Awards für Best Motion Picture – Drama, Best Director und Best Supporting Actress (Patricia Arquette). Der Film wird für sechs Academy Awards nominiert einschließlich Best Picture, Best Director, Best Supporting Actor (Hawke) – er gewinnt in der Kategorie Best Supporting Actress (Arquette).

Glaubt man der Review-Aggregator-Website Metacritic, dann ist Boyhood der von Kritikern bislang am besten bewertete Film des 21. Jahrhunderts. Regisseur Christopher Nolan bezeichnet Boyhood als “an extraordinary movie”.

Wie Steven Spielberg ist Richard Linklater ein autodidaktischer Filmemacher und bekannt für seine humanistisch orientierten Filme, die sich oftmals mit dem Alltag in der Vorstadt befassen. Mit Boyhood kommen weitere Elemente hinzu, die typisch für Spielberg-Filme sind: Ein Junge wächst auf und erlebt das Trauma der Scheidung seiner Eltern: ein mit Fehlern behafteter Vater und eine starke Mutter, die ihr Bestes gibt.

An der Kinokasse erweist sich Boyhood als profitabel: Der Film spielt weltweit 46,4 Millionen Dollar ein (bei einem äußerst sparsamen Budget von 4 Millionen Dollar).

Richard Linklaters nächster Film Everybody Wants Some (2016) beginnt da, wo  Boyhood endet: Ein junger Mann taucht am College auf und trifft auf seine Mitbewohner und ein Mädchen.

2013

Steven Spielberg sorgt dafür, dass J.J. Abrams als Regisseur von Star Wars: The Force Awakens (2015) ausgewählt wird.

Einem Interview der Sendung 60 minutes (CBS) zufolge war Star Wars-Produzentin Kathleen Kennedy auf der Suche nach einem geeigneten Regisseur und bat ihren alten Chef, Steven Spielberg, um Rat. Spielbergs Antwort:

“Kathy, there’s only one director that really should undertake this daunting, epic task. And that’s J.J. Abrams.”

2012

Steven Spielberg hat keine Absichten, beim nächsten Star WarsFilm die Regie zu übernehmen. Darauf angesprochen, antwortet er: “No! No! It’s not my genre. It’s my best friend George’s genre.”

Andere Regisseure wie Zack Snyder und Quentin Tarantino lehnen ebenfalls ab. Tarantino verkündet: “No, sorry. Especially if Disney’s going to do it. I’m not interested in the Simon West version of Star Wars”.

Im Januar 2013 wird schließlich J.J. Abrams als Regisseur von Star Wars: The Force Awakens (2015) angekündigt.

2012

George Lucas verkauft Lucasfilm Ltd. an The Walt Disney Company. Zugleich kündigt er an, keine großen Blockbuster-Filme mehr produzieren zu wollen.  Stattdessen will er sich auf kleinere, unabhängig finanzierte Filme konzentrieren.

Disney zahlt für den Deal 4,05 Milliarden Dollar, rund zur Hälfte in bar bzw. in Aktien, und erhält dafür sämtliche Rechte an den Star Wars- und Indiana Jones-Reihen.

Der Verkauf umfasst auch die zu Lucasfilm gehörenden Subunternehmen Industrial Light and Magic (ILM) und Skywalker Sound sowie eine Palette von innovativen Technologien für die Unterhaltungsindustrie.

Kathleen Kennedy wird Präsidentin von Lucasfilm und dient als Executive Producer bei den neuen Star Wars-Filmen, die Disney sofort in Auftrag gibt, beginnend mit Star Wars: The Force Awakens (2015). Lucas ist anfangs als kreativer Berater beteiligt, zieht sich aber bald mehr und mehr zurück.

Das Mega-Geschäft folgt auf Disneys Übernahme der Pixar Studios für 7,4 Milliarden Dollar im Jahr 2006 und Marvel Comics für 4,2 Milliarden Dollar im Jahr 2009.

Mit dem Verkauf von Lucasfilm an Disney wird Lucas zu Disneys zweitgrößtem Einzelaktionär hinter dem Nachlass von Steve Jobs.

Lucas kündigt an, die Hälfte seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden, als Teil eines Non-Profit-Projekts namens The Giving Pledge – Bill Gates und Warren Buffett wollen damit die reichsten US-Amerikaner überzeugen, ihr Vermögen an Wohltätigkeitsorganisationen zu spenden.

2005

George Lucas bittet seinen Freund Steven Spielberg um Hilfe während der Vorproduktion von Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith (2005). Lucas braucht einen zweiten Regisseur, um Ideen für das Finale des Films auszutauschen.

Spielberg beteiligt sich – im Abspann unerwähnt – hauptsächlich am Konzept für das Lichtschwert-Duell zwischen Obi-Wan und Anakin (Videoclip). Während er schon dabei ist, macht sich Spielberg mit den neuesten  Pre-Visualisation-Techniken von ILM vertraut, die er auch für seinen Film War of the Worlds (2005) einsetzen will.