2017

Der Regisseur Tobe Hooper stirbt mit 74 Jahren.

Sein Texas Chain Saw Massacre (1978) hat das Horrorfilm-Genre geprägt und verändert. Mit den späteren Filmen, darunter Lifeforce (1985), konnte er an diesen ganz großen Erfolg nicht mehr anknüpfen. Hoopers künstlerischer Einfluss auf den von Steven Spielberg produzierten Film Poltergeist (1982) ist unbestreitbar zu erkennen, doch in letzter Zeit mehrten sich Aussagen von Beteiligten, die meiste Zeit habe Spielberg Regie geführt…

Spielberg engagierte Hooper 2002 noch einmal als Regisseur für die erste Folge der TV-Miniserie Taken.

Mehr: Tobe Hooper, ‘Texas Chain Saw Massacre’ and ‘Poltergeist’ Director, Dies at 74 — Variety

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2012

Marvel’s The Avengers (Drehbuch und Regie: Joss Whedon) ist der bis heute finanziell erfolgreichste Film im Marvel Cinematic Universe.

Nick Fury, Leiter der Organisation S.H.I.E.L.D., stellt ein Einsatzteam aus Superhelden zusammen, um Thors Bruder Loki daran zu hindern, die Erde zu unterwerfen. Das Team besteht aus: Iron Man, Captain America, Hulk und Thor.

The Avengers ist eine Marvel Studios-Produktion im Verleih der Walt Disney Studios und bietet ein handverlesenes Ensemble von Darstellern, darunter Robert Downey Jr., Chris Evans, Mark Ruffalo, Chris Hemsworth, Scarlett Johansson, Jeremy Renner, Tom Hiddleston, Clark Gregg, Cobie Smulders, Stellan Skarsgård und Samuel L. Jackson. Gwyneth Paltrow und Maximiliano Hernández spielen erneut ihre Rollen aus früheren Superhelden-Filmen. Einer der Väter der Avengers-Comicreihe, Stan Lee, hat einen Gastauftritt in einer Nachrichten-Sendung, und Harry Dean Stanton sieht man als Wachmann.

Die Ursprünge der Verfilmung gehen zurück ins Jahr 2007, als Zak Penn – Drehbuchautor von The Incredible Hulk (2008) – angeheuert wird, um das Drehbuch für The Avengers zu schreiben. Der Streik der Writers Guild of America sowie Probleme bei der Auswahl von Besetzung und Crew sorgen für erhebliche Verzögerungen. Im Jahr 2010 steht Joss Whedon vor der Unterzeichnung seines Vertrags als Regisseur, mit der Aufgabe, Penns Drehbuch-Entwurf zu finalisieren. Nachdem Whedon Penns Fassung gelesen hat, teilt er Produzent Kevin Feige mit, das Studio habe so gut wie garnichts in der Hand und solle am besten so tun, als ob “this draft never happened”. Um seine Vision des Films aufzuzeigen, verfasst Whedon ein fünfseitiges Treatment. Marvel nimmt Whedon unverzüglich unter Vertrag als Regisseur und Drehbuchautor. Die Dreharbeiten beginnen im Jahr 2011.

Kameramann Seamus McGarvey arbeitet mit der Digitalkamera Arri Alexa und wählt als Bildformat ein 1,85:1-Seitenverhältnis, um den unterschiedlichen Größen der Hauptfiguren gerecht zu werden. “We had to give them all precedence and width within the frame. Also, Joss [Whedon] knew the final battle sequence was going to be this extravaganza in Manhattan, so the height and vertical scale of the buildings was going to be really important.” Der Film wird in der Postproduction in Digital-3D konvertiert.

Insgesamt werden mehr als 2.200 Aufnahmen mit visuellen Effekten geschaffen. Daran beteiligt sind 14 VFX-Firmen, darunter Industrial Light & Magic (ILM), Weta Digital und Digital Domain abgeschlossen ist. ILM ist als Hauptauftragnehmer mitverantwortlich für die Erstellung der wichtigsten Effekte, u.a. für die Helicarrier, das New Yorker Stadtbild, digitale Körper-Doubles, sowie das Erscheinungsbild von Iron Man und Hulk.

Der Score wird von Alan Silvestri komponiert. Joss Whedon beschreibt die Filmmusik als “very old-fashioned, which is why [Silvestri] was letter-perfect for this movie because he can give you the heightened emotion, the [Hans Zimmer] school of ‘I’m just feeling a lot right now!’ but he can also be extraordinarily cue and character specific, which I love.”

The Avengers enthält viele Referenzen auf andere Filme, z.B. Poltergeist (1982), Jurassic Park (1993) und King Kong (1933). Beim Kinostart erhält The Avengers überwiegend positive Kritiken. Todd McCarthy von The Hollywood Reporter schreibt: “It’s clamorous, the save-the-world story is one everyone’s seen time and again, and the characters have been around for more than half a century in 500 comic book issues. But Whedon and his cohorts have managed to stir all the personalities and ingredients together so that the resulting dish, however familiar, is irresistibly tasty again.”

Der Film erhält zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen, darunter Oscar– und BAFTA-Nominierungen für die visuellen Effekte. The Avengers nimmt weltweit mehr als 1,5 Milliarden Dollar ein (bei einem Budget von 220 Millionen Dollar), die höchsten Einnahmen einer Comic-Adaption bzw. eines Superhelden-Films sowie die höchsten Einnahmen, die je ein Film der Walt Disney Studios erzielt hat.

The Avengers erzielt auch das höchste Einspielergebnis am Tag der Premiere (62,1 Mio. Dollar). Als im Jahr 2015 der Film Jurassic World diesen Rekord bricht (mit 64,1 Mio. Dollar), veröffentlichen die Marvel Studios eine Illustration über ihren Twitter-Account, in die männliche Hauptfigur aus Jurassic World einen T-Rex reitet und auf die Superhelden von The Avengers herabschaut – eine Remineszenz an frühere Zeiten, als Filmemacher wie George Lucas, Steven Spielberg und James Cameron sich gegenseitig in ganzseitigen Variety-Anzeigen für ihre Kassenerfolge gratulierten.

2001

Shrek ist ein amüsanter Computer-animierter Film über einen grünhäutigen Ogre namens “Shrek“ (abgeleitet vom jiddisch-deutschen „Schreck“). Frei nach William Steigs 1990 erschienenen Bilderbuch Shrek! entsteht der Film unter der Regie von Andrew Adamson und Vicky Jenson und etabliert DreamWorks Animation als Hauptkonkurrenten von Pixar.

Die Figuren des geistreichen Märchens werden von bekannten Darstellern wie Eddie Murphy, Cameron Diaz und John Lithgow gesprochen. Als Mike Myers für die Stimme der Hauptfigur verpflichtet wird, entscheidet er sich für einen schottischen Akzent.

Die Filmrechte erwirbt Executive Producer Steven Spielberg bereits 1991 und plant zunächst einen traditionell hergestellten Animationsfilm. Als Spielberg das Projekt 1994 in das gerade neu gegründete Unternehmen DreamWorks SKG einbringt, leitet Jeffrey Katzenberg die sofortige Umsetzung in die Wege. Die Verfilmung ist voll von Film- und Popkultur-Referenzen und nimmt vor allem Animationsfilme von Disney aufs Korn (Katzenbergs Ex-Arbeitgeber).

Shrek spielt u.a. auf folgende Filme anThe Wizard of Oz (1939), Dumbo (1941), Cinderella (1950), Peter Pan (1953), Vertigo (1958), West Side Story (1961), Star Trek (1966), The Godfather (1972), Monty Python and the Holy Grail (1975), Close Encounters of the Third Kind (1977), The Blues Brothers (1980), Poltergeist(1982), Star Wars: Episode VI – Return of the Jedi (1983), Indiana Jones and the Temple of Doom (1984), Beetlejuice (1988), Pulp Fiction (1994), Mulan (1998) und Gladiator (2000).

Ursprünglich soll Shrek im Motion-Capture-Verfahren umgesetzt werden, doch nach enttäuschenden Testaufnahmen beauftragt das Studio Pacific Data Images (PDI), eine Firma, die ein Jahr zuvor von DreamWorks aufgekauft wurde, mit der Umsetzung als Computer-animierten Film.

Mit weltweiten Einnahmen von 484,4 Millionen Dollar ist der Film ein großer Kassenerfolg und wird von der Kritik positiv bewertet.

Shrek gewinnt als erster Film den Academy Award in der neu geschaffenen Kategorie Best Animated Feature (und verweist Pixar’s Monsters, Inc auf die Ränge). Shrek wird nominiert in der Kategorie Best Adapted Screenplay.

Wegen des großen Erfolgs produziert DreamWorks drei FortsetzungenShrek 2 (2004), Shrek the Third (2007) und Shrek Forever After (2010) sowie auf Shrek basierende Videospiele, ein Musical und ein Comic.

Poltergeist (1982)

In Poltergeist (Drehbuch und Produktion: Steven Spielberg) wird das Haus einer jungen Familie von bösartigen Geistern belagert und die kleine Carol Anne entführt. Die Familie muss bei ihrem Kampf gegen die Schattenwelt Zusammenhalt beweisen, um sie zurück zu gewinnen.

Den stark biografisch geprägten Film bezeichnet Spielberg als seinen persönlichen Albtraum: E.T. is my personal resurrection, and Poltergeist is my personal nightmare.“Poltergeist is about the darker side of my nature – it’s me when I was scaring my younger sisters half to death when we were growing up.“

Spielberg stellt den Fernseher ins Zentrum der Story – passenderweise beginnt und endet der Film mit der Mattscheibe, die eine extreme Anziehungskraft auf Töchterchen Carol Anne ausübt. Als sie mit Geistesstimmen spricht, die aus dem Fernseher kommen, ruft sie aus: „They are here!“ Ihr Satz wird zum Filmzitat, das um die Welt ging.

Aufgrund einer Klausel in seinem Vertrag mit Universal darf Spielberg während der Vorproduktion von E.T. – The Extraterrestrial bei keinem anderen Film Regie führen, daher setzt er für Poltergeist Tobe Hooper als Regisseur ein, hält aber während der Dreharbeiten sämtliche kreativen Fäden in der Hand. Dies führt dazu, dass Spielberg in der täglichen Praxis die „Regie“ übernimmt. Daher zählen wir den Film zu seinen Regie-Werken.

Spielberg über die Art seiner Zusammenarbeit mit Tobe Hooper: „Tobe isn’t… a take-charge sort of guy. If a question was asked and an answer wasn’t immediately forthcoming, I’d jump in and say what we could do. Tobe would nod agreement, and that become the process of collaboration.“

Die Fanwebsite zum Film hat alle Details der Geschichte zusammengetragen.

Zur Frage, wer beim Dreh von Poltergeist das Sagen hatte, entstand eine Kontroverse, durch die sich Spielberg genötigt sah, die Leistungen von Tobe Hooper in einer ganzseitigen Anzeige im Hollywood Reporter lobend zu erwähnen (Hoopers Karriere kam jedoch nach diesem Film nie mehr in Schwung).

Poltergeist lebt nicht nur von seinen intensiven Schock- und Gruselmomenten, sondern durch seinen Humor– schon in Spielbergs Jaws (1975) die entscheidende Zutat. Anders als in strukturell konservativen Horrorfilmen, in denen es um die Wiederherstellung der Verhältnisse zum Filmbeginn geht, erleben wir das Finale als „reinigendes Gewitter“ und die Flucht der Familie als Aufbruch in ein neues Leben.

Spielberg beweist Gespür für den Zeitgeist, indem er wie in E.T. ökologische Themen einfließen lässt. Die drastisch vorgeführte Zersiedelung der Natur mit monoton angelegten Suburbs (Phase I-IV) kommt im Namen der fikitiven Stadt zum Ausdruck: Cuesta Verde bedeutet aus dem Spanischen übersetzt „Es kostet Grün“.

Großen Anteil am Erfolg des Films haben die durchweg glaubwürdigen Darsteller, allen voran Heather O’Rourke als Carol Anne, JoBeth Williams als Diane und Zelda Rubinstein als Medium Tangina.

Beeindruckend sind aber auch die optischen Effekte von ILM und die Bildgestaltung von Kameramann Matthew F. Leonett. Wie schon in Jaws (1975) setzt Spielberg in einer Schlüsselszene den von Hitchcock entwickelten Dolly Zoom-Effekt ein, um den Flur im Haus der Freelings scheinbar ins Unendliche zu dehnen:

Video-Clip

Die Filmmusik wird ausnahmsweise von Jerry Goldsmith komponiert, da John Williams bereits für E.T. – The Extraterrestrial eingespannt ist.

Bei den Academy Awards bleibt es bei drei Oscar-Nominierungen: Musik, Spezialeffekte und Tonschnitt.

Poltergeist zieht vor allem aufgrund der vereinzelt auftretenden Splatter-Szenen nicht das große Familienpublikum an, wie es E.T. gelingen sollte, erweist sich aber als äußerst profitabel. Bei sparsam angelegten Produktionskosten von 10,7 Millionen Dollar spielt der Film allein in den USA 80 Millionen Dollar ein.

Daher entstehen – ohne Spielbergs Beteiligung – zwei Fortsetzungen und ein Remake des ersten Teils.

Hier eine Auswahl von Motiven aus Poltergeist (1982), die Spielbergs starken stilistischen Einfluss auf den Film unterstreichen:


Steven Spielberg Chroniken
Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Poltergeist

1982

„The Spielberg Summer“ (TIME Magazine): Erstmals mit zwei erfolgreichen Kinostarts in einem Jahr festigt Spielberg seinen Ruf als Blockbuster-Garant:

E.T. – The Extraterrestrial und Poltergeist werden parallel gedreht und starten mit nur einer Woche Abstand – beide Filme kosten relativ wenig, ziehen aber weltweit die Massen ins Kino.

Spielberg wird seine „Doppelsalve“ bis heute immer wieder anwenden, mit unterschiedlichem Erfolg. Ähnlich Disney wird Spielberg zu einer international bekannten „Marke“.

In E.T. – The Extraterrestrial und Poltergeist verarbeitet Spielberg die Gefühlswelt seiner eigenen Kindheit in der Vorstadt – das eine Mal märchenhaft, das andere Mal gruselig: Poltergeist is what I fear and E.T. is what I love. One is about suburban evil, and the other is about suburban good.“

Fortan gilt Spielberg als Meister in der Zusammenarbeit mit Kinderdarstellern.

1980

Farbfernseher lösen in breiter Front die alten Schwarz-Weiß-Geräte ab.

CNN, der erste TV-Nachrichtenkanal, der rund um die Uhr sendet.

Die Ära des rituellen Sendeschluss-Abspanns mit patriotischen Bildern und Nationalhymne endet allmählich. Spielberg setzt dem Sendeschluss in Poltergeist (1982) ein filmisches Denkmal, indem er ihn zum Ausgangspunkt für die Handlung nimmt.

1979

Bizarres Spielberg-Interview: Der Pop-Art-Künstler Andy Warhol sitzt mit einem Kassettenrekorder am Fußende eines Doppelbetts, auf dem Steven Spielberg im gelben Shirt hockt. Auf dem Bett neben dem Regisseur sitzt Bianca Jagger und steuert Fragen bei.

Im Hintergrund läuft ein Fernseher – mit dem Rauschen des Sendeschlusses. Spielberg spricht davon, dass in allen Häusern ein Fernseher sein sollte und ob es Geister im Fernsehen gibt. Offenbar befasst er sich schon innerlich mit den Vorbereitungen zum Film Poltergeist (1982).