2012

Smash, eine mit Spannung erwartete Big-Budget-TV-Serie über die Backstage-Politik einer Broadway-Produktion erweist sich leider nicht als Smash-Hit…

Die Serie wird von der Theaterautorin Theresa Rebeck erschaffen und von Robert Greenblatt für NBC ausgearbeitet. Steven Spielberg ist einer der Executive Producers. Gewissermaßen ist SmashBroadway meets Emergency Room„.

Als Co-Produktion zwischen DreamWorks Television und Universal Television verfügt die Serie über einen großen Ensemble-Cast, dazu gehören Debra Messing, Jack Davenport, Katharine McPhee, Christian Borle, Megan Hilty, Jeremy Jordan, Andy Mientus und Anjelica Huston.

Die Show, insbesondere dessen Pilotfolge, genießt Erfolge bei der Kritik, wird aber nach zwei Staffeln eingestellt (32 Folgen). Der Charakter Ellis, angeblich Spielbergs Lieblings-Part, wird als ein Grund für den Popularitätsverlust der Show genannt.

Die erste Staffel erhält den Primetime Emmy Award für herausragende Choreographie. Die Serie wird auch für einen Golden Globe Award als beste TV-Serie nominiert und einen Grammy Award für den besten Song („Let Me Be Your Star“).

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2007

Once, ein intimer Musikfilm (Regie und Drehbuch: John Carney), spielt in Dublin und ist im dokumentarischen Stil entstanden. Die Musiker Glen Hansard und Markéta Irglová spielen nicht nur die Hauptrollen, sondern sie komponieren und interpretieren zudem alle Songs im Film. John Carney, ehemaliger Bassist in Hansards Band The Frames, bittet seinen langjährigen Freund, ihm Geschichten von seiner Zeit als Straßenmusiker zu erzählen und die Songs zu schreiben, während er ursprünglich beabsichtigt, die männliche Hauptrolle mit Cillian Murphy zu besetzen. Doch Murphy lehnt ab, da er unsicher ist über seine stimmlichen Fähigkeiten.

Das magere Produktionsbudget von 150.000 Dollar wird zu etwa 75% von The Irish Film Board finanziert, der Rest stammt aus Carneys eigenem Portemonnaie. Der Regisseur reicht sein eigenes Gehalt an die zwei Stars weiter und verspricht ihnen einen Anteil am Gewinn der Einnahmen. Der Film wird mit einer Rumpfmannschaft in 17 Tagen gedreht, bei natürlichem Licht und in Unterkünften von Freunden. Die Straßenszenen in Dublin enstehen ohne Drehgenehmigung und mit einem Tele-Objektiv, so dass viele Passanten sich nicht bewusst sind, dass ein Film gemacht wird. Das Tele hilft den Laiendarstellern, sich zu entspannen und die Präsenz der Kamera zu vergessen, und so entsteht der Dialog oft improvisiert.

Once erhält begeisterte Kritiken und wird vielfach ausgezeichnet, z.B. mit dem Independent Spirit Award für den besten ausländischen Film und dem Sundance World Dramatic Audience Award. Der Film ist hochprofitabel, mit einem Einspielergebnis von weltweit 20,7 Mio. Dollar.

Steven Spielberg sagt über den Film:

“A little movie called Once gave me enough inspiration to last the rest of the year”.

Als er auf Spielbergs Kommentar angesprochen wird, sagt Regisseur John Carney: “In the end of the day, he’s just a guy with a beard”. Zum Zeitpunkt des Interviews trägt auch Carney einen Bart.

Der Song „Falling Slowly“ gewinnt den Oscar für den besten Filmsong. Wie im Film kommen sich Hansard und Irglová auch im wirklichen Leben näher, und zwar während der Promotion-Tour für den Film. Sie werden ein Paar und leben in Dublin.

Nach dem Erfolg von Once dreht John Carney Begin Again (2013) – ein bezauberndes musikalisches Comedy-Drama, das diesmal in New York spielt und mit einem wesentlich größeren Budget von 8 Millionen Dollar ausgestattet ist. Die Hauptrollen spielen Keira Knightley und Mark Ruffalo. Begin Again nimmt weltweit mehr als 63 Millionen Dollar ein und erhält überwiegend positive Kritiken. Der Film wird für einen Academy Award in der Kategorie Best Original Song für „Lost Stars“ nominiert.

Catch Me If You Can (2002)

Steven Spielbergs Catch Me If You Canthe true story of a real fake. 15 Jahre nach Empire of the Sun (1987), stellt Spielberg erneut einen jungen Mann in den Mittelpunkt eines Films, der seine kindliche Unschuld aufgrund traumatischer Umstände verliert. Catch Me If You Can befasst sich wieder mit typischen Spielberg-Themen wie der dysfunktionalen Familie, abwesendem Vater und belasteter Kindheit.

Das Drehbuch von Jeff Nathanson beruht auf Frank Abagnales Memoiren, der nach der Trennung seiner Eltern nach Manhattan flieht, um seine „Karriere“ als einer der weltweit meistgesuchten Betrüger zu starten – noch vor seinem 19. Geburtstag erschwindelt er durch Scheckbetrug mehrere Millionen Dollar in 26 Ländern, indem er die Identitäten u.a. eines Pan Am-Piloten, Kinderarztes und Rechtsanwalts annimmt.

In den Hauptrollen spielen Leonardo DiCaprio und Tom Hanks; die hervorragende Besetzung wird abgerundet durch die Nebendarsteller Christopher Walken, Amy Adams, Martin Sheen, Nathalie Baye, Elizabeth Banks, Jennifer Garner, James Brolin, Frank John Hughes und Ellen Pompeo.

Spielbergs beschwingt, berührend und hintergründig erzählter Film entsteht in der New-Hollywood-Tradition der Anti-Establishment-Geschichten, mit „Anti-Helden“ wie Butch Cassidy und Sundance Kid, die sich als smarter und letztlich sympathischer herausstellen als die Sheriffs und Detektive, die ihnen dicht auf den Fersen sind. Er spielt in einer Zeit, als Frauen Cocktailkleider und Männer die ganze Zeit Hut und Krawatte trugen – eine Ära, in der Geschäfte per Handschlag erfolgten und Kennedys optimistischer Ausruf „To the moon!“ geprägt wurde. Spielberg über Frank Abagnale:

“Frank was a 21st century genius working within the innocence of the mid ‘60s, when people were more trusting than they are now. I don’t think this is the kind of movie where somebody could say, ‚I have a career plan.'“

Die Ursprünge des Films reichen zurück ins Jahr 1977, als Abagnale nach seinem Aufsehen erregenden Auftritt in Johnny Carsons Tonight Show seine Autobiographie schreibt. Ein Jahr später verkauft er die Filmrechte, doch die Geschichte bleibt „in turnaround“ bei mehreren Studios. Zu dieser Zeit wird noch Dustin Hoffman für die Hauptrolle in Betracht gezogen.

Zwanzig Jahre später gehen die Rechte an Dreamworks. Im Laufe der Zeit werden für die Regie Namen wie David Fincher, Lasse Hallström, Miloš Forman und Cameron Crowe gehandelt. Als Leonardo DiCaprio in das Projekt einsteigt, plädiert er für Gore Verbinsky. Der muss jedoch aussteigen, als DiCaprio bei Nachdrehs für Martin Scorseses problembehafteten Film Gangs of New York (2003) gebraucht wird und sich dadurch der Drehbeginn von Catch Me If You Can verzögert. DiCaprio wendet sich an Steven Spielberg, der kurzerhand beschließt, selbst Regie zu führen und dafür Projekte wie Big Fish (2003) und Memoirs of a Geisha (2005) aufgibt.

Auf Spielbergs Wunsch erhält Tom Hanks die Rolle des FBI-Inspektor Carl Hanratty und ersetzt damit James Gandolfini. Die Suche nach einer Darstellerin für die Rolle der Brenda Strong dauert Monate, bis man sich schließlich für Amy Adams entscheidet. Produzent Walter F. Parkes beschreibt sie als “fresh and honest as anyone we’d seen”. Christopher Walken, mit dem Spielberg schon lange zusammenarbeiten wollte,  liefert als Frank Abagnales Vater eine darstellerische Glanzleistung.

Für die Rolle der Mutter, Paula Abagnale, besteht Spielberg auf einer französischen Schauspielerin, um der Geschichte treu zu bleiben. Er bittet seinen Freund Brian De Palma (der in Paris lebt), ein Casting durchzuführen und entscheidet sich für Nathalie Baye, die das Scriptgirl Joëlle in François Truffauts Day for Night (1973) spielte.

Als Fan der TV-Serie Alias (Idee und Produktion: J.J. Abrams) offeriert Spielberg der Hauptdarstellerin Jennifer Garner den Part des Callgirls Cheryl Ann; ihr Auftritt wird an einem einzigen Tag gedreht.

Ein weiterer Nebendarsteller, James Brolin, spielt Jack Barnes, mit dem die Mutter von Frank Abagnale Jr. eine Affäre hat und seinetwegen die Familie verlässt. Spielberg kannte Brolin als Darsteller in der TV-Folge The Daredevil Gesture (1970), die unter der Regie von Steven Spielberg entstand.

Die Dreharbeiten für die mehr als 180 Szenen werden in nur 52 Tagen abgeschlossen, an 147 verschiedenen Locations in Los Angeles, New York und Montreal. Nach DiCaprio, „Szenen, die wir dachten, würde drei Tage dauerte einen Nachmittag“.

Für Kameramann Janusz Kamiński markiert der Film einen stilistischen Wechsel gegenüber Spielbergs zurückliegenden, düsteren Historiendramen und Dystopien. Seine Kameraarbeit hält er sehr schlicht, ohne größere visuellen Tricks. In den Szenen der 60er Jahre ist die Beleuchtung eher warm, doch als die Handlung die 70er Jahre erreicht, versucht er, die Bilder flacher und hässlicher zu gestalten, indem er die Lichtquelle näher an der Kamera bringt. Kamiński sagt über seinen „quick and dirty“-Ansatz:

“This film is less ‘Spielberg’ than some of his other movies. Steven was very relaxed and interested in working with the actors, and because we were working so fast there was often not enough time to give him a traditional look. There are gorgeously lit scenes in the film, but there are also scenes that, well, just don’t look as good! Once we lit we just had to go with it. I love that method.“

Spielberg nutzt die Gelegenheit, um mehrere Anspielungen auf James Bond unterzubringen und sogar Ausschnitte aus Goldfinger (1964) zu zeigen – ein Film, der während jener Zeit en vogue war, jedoch in Abagnales Biographie keine Erwähnung findet.

Der faszinierende, von Saul Bass inspirierte Vorspann von Catch Me If You Can wird von Olivier Kuntzel und Florenz Deygas erstellt. Die im „Stempel“-Stil gehaltene Sequenz dauert ca. zweieinhalb Minuten und zeigt Silhouetten der Hauptfiguren in typischen Situationen der Handlung. „Just for fun“ wird noch ein Spielberg-typischer Meteorschauer hinzugefügt. Der grafische Vorspann geht über in einen Ausschnitt der TV-Game-Show To Tell the Truth (1977), in die Leonardo DiCaprio als Frank Abagnale digital transplantiert wird.

Catch Me If You Can ist ein großer Erfolg bei den Kritikern, und auch der echte Frank Abagnale reagiert positiv. Er hat einen Cameo-Auftritt als französischer Polizist, der Frank verhaftet. In einem weiteren Gastauftritt sieht man Max Spielberg hinter DiCaprio sitzen sehen, während der beiden Szenen im Flugzeug.

Mit einem weltweiten Einspielergebnis von 352,1 Mio. Dollar (bei einem Budget von nur 52 Millionen Dollar) ist der Film extrem profitabel. 2002 ist ein großes Jahr für Spielberg, indem er eine Doppelsalve erfolgreicher Filme liefert: Minority Report und Catch Me If You Can.

Filmkritiker James Berardinelli zieht das Fazit: Catch Me if You Can never takes itself or its subjects too seriously, and contains more genuinely funny material than about 90% of the so-called ‚comedies’ found in multiplexes these days“. Er lobt John Williams’ Filmscore als “more intimate and jazzy than his usual material, evoking (intentionally) Henry Mancini”.

Regiekollege Guillermo del Toro bezeichnet Catch Me If You Can als ein “masterpiece of timing and grace. Fluid but precise. Built like clockwork and with a huge human heart at its core.”

Bei den Academy Awards wird Catch Me If You Can nur für zwei Oscars nominiert (Bester Nebendarsteller Christopher Walken und Beste Filmmusik) und geht leer aus. Immerhin gewinnt Christopher Walken den Screen Actors Guild Award.

Auf Basis des Films entsteht ein Broadway-Musical, das für vier Tony Awards, einschließlich Bestes Musical, nominiert wird.


Steven Spielberg Chroniken
Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Catch Me If You Can

2001

Shrek ist ein amüsanter Computer-animierter Film über einen grünhäutigen Ogre namens “Shrek“ (abgeleitet vom jiddisch-deutschen „Schreck“). Frei nach William Steigs 1990 erschienenen Bilderbuch Shrek! entsteht der Film unter der Regie von Andrew Adamson und Vicky Jenson und etabliert DreamWorks Animation als Hauptkonkurrenten von Pixar.

Die Figuren des geistreichen Märchens werden von bekannten Darstellern wie Eddie Murphy, Cameron Diaz und John Lithgow gesprochen. Als Mike Myers für die Stimme der Hauptfigur verpflichtet wird, entscheidet er sich für einen schottischen Akzent.

Die Filmrechte erwirbt Executive Producer Steven Spielberg bereits 1991 und plant zunächst einen traditionell hergestellten Animationsfilm. Als Spielberg das Projekt 1994 in das gerade neu gegründete Unternehmen DreamWorks SKG einbringt, leitet Jeffrey Katzenberg die sofortige Umsetzung in die Wege. Die Verfilmung ist voll von Film- und Popkultur-Referenzen und nimmt vor allem Animationsfilme von Disney aufs Korn (Katzenbergs Ex-Arbeitgeber).

Shrek spielt u.a. auf folgende Filme anThe Wizard of Oz (1939), Dumbo (1941), Cinderella (1950), Peter Pan (1953), Vertigo (1958), West Side Story (1961), Star Trek (1966), The Godfather (1972), Monty Python and the Holy Grail (1975), Close Encounters of the Third Kind (1977), The Blues Brothers (1980), Poltergeist(1982), Star Wars: Episode VI – Return of the Jedi (1983), Indiana Jones and the Temple of Doom (1984), Beetlejuice (1988), Pulp Fiction (1994), Mulan (1998) und Gladiator (2000).

Ursprünglich soll Shrek im Motion-Capture-Verfahren umgesetzt werden, doch nach enttäuschenden Testaufnahmen beauftragt das Studio Pacific Data Images (PDI), eine Firma, die ein Jahr zuvor von DreamWorks aufgekauft wurde, mit der Umsetzung als Computer-animierten Film.

Mit weltweiten Einnahmen von 484,4 Millionen Dollar ist der Film ein großer Kassenerfolg und wird von der Kritik positiv bewertet.

Shrek gewinnt als erster Film den Academy Award in der neu geschaffenen Kategorie Best Animated Feature (und verweist Pixar’s Monsters, Inc auf die Ränge). Shrek wird nominiert in der Kategorie Best Adapted Screenplay.

Wegen des großen Erfolgs produziert DreamWorks drei FortsetzungenShrek 2 (2004), Shrek the Third (2007) und Shrek Forever After (2010) sowie auf Shrek basierende Videospiele, ein Musical und ein Comic.

1997

Spielberg schließt sein Animationsstudio Amblimation. Ein Teil des Teams wechselt zu DreamWorks Animation.

Spielbergs Pläne, aus Andrew Lloyd Webbers Musical Cats einen Animationsfilm zu machen, werden auf Eis gelegt.

Hook (1991)

Hook, Spielbergs filmische Hommage an den Helden seiner Kindheit, Peter Pan, ist angelegt als Fortsetzung von J. M. Barries Roman Peter and Wendy aus dem Jahr 1911 und erzählt die Geschichte von Peter Banning (gespielt von Robin Williams), ein inzwischen erwachsener Peter Pan, der seine Kindheit „vergessen“ hat. Er muss sich erneut seinem Erzfeind Captain Hook (Dustin Hoffman) stellen, als dieser Bannings Kinder entführt.

Spielbergs Mutter Leah las ihm häufig Peter and Wendy als Bettgeschichte vor – eine schöne Erinnerung, die Spielberg als Szene in seinen Film E.T. – The Extraterrestrial (1982) eingebaut hat. Als 11-Jähriger inszenierte Steven Spielberg Peter and Wendy als Theaterstück an seiner Schule, darauf spielt der Anfang der Filmversion an.

Auf Grundlage des Drehbuchs von James V. Hart und Malia Scotch Marmo entsteht Hook als opulenter Ausstattungsfilm mit riesigen Studiokulissen. Dean Cundey fängt die Szenerie in beeindruckenden Bildern ein und steht auch bei Spielbergs nächstem Film Jurassic Park (1993) hinter der Kamera. Doch der ganze Aufwand nützt nichts: Hook wird allgemein als künstlerischer Tiefpunkt in Spielbergs Karriere angesehen. Spielberg selbst sagt 2013 in einem Radiointerview: „I wanna see Hook again because I so don’t like that movie, and I’m hoping someday I’ll see it again and perhaps like some of it.”

Ein Muster beginnt sich abzuzeichnen: Knapp kalkulierte Budgets und enge Zeitrahmen für die Dreharbeiten bringen bessere Spielberg-Filme hervor. Hook hingegen hat eine lange Entstehungszeit und kostet mit 70 Millionen Dollar ein Vermögen (siehe auch 1941).

Zur Darstellerriege zählen Bob Hoskins als Smee und Julia Roberts als Tinker Bell – Nebendarsteller sind u.a. Maggie Smith, Caroline Goodall, Phil Collins und (Spielbergs Patenkind) Gwyneth Paltrow. Ein Pirat wird von Glenn Close in männlicher Verkleidung gespielt. George Lucas und Carrie Fisher (die auch Tinker Bells Dialoge schreibt) kann man als Paar auf der Westminster Bridge sehen, das von Tinker Bells Feenstaub in die Lüfte gehoben wird.

Spielbergs erste Wahl für die Rolle des Captain Hook ist David Bowie. Als der ablehnt, übernimmt Dustin Hoffman den Part.

Mit Hook erforscht Spielberg sein “Markenzeichen”-Thema der dysfunktionalen Vater-Sohn-Beziehung und erkennt zugleich die Bemühungen seines eigenen Vaters an, Karriere und Familie zu vereinen. Peter Bannings Verhalten eines Workaholics erinnert an Spielbergs eigene Verwicklung in vielfältige Projekte als Regisseur, Produzent und Business-Magnat. Als Peter schließlich seine Fähigkeit zu fliegen wieder erlangt, kommt er mit seiner Kindheit und Vaterschaft ins Reine.

Erste Pläne, einen neuen Film basierend auf dem Disney-Klassiker Peter Pan entstehen zu lassen, gehen zurück bis in die frühen 80er Jahre. Spielberg denkt über eine Musical-Adaption nach, mit Michael Jackson in der Hauptrolle. Doch Jackson kann sich nicht mit Spielbergs Vision eines erwachsenen Peter Pan identifizieren, der seine Vergangenheit verleugnet, daher wird die Idee fallen gelassen. An seiner Stelle spielt Robin Williams die Hauptrolle. Spielbergs Entscheidung belastet die Freundschaft mit Jackson.

Als Spielbergs erster Sohn, Max, 1985 geboren wird, steigt Spielberg aus dem Projekt zeitweise aus. “I didn’t want to go to London and have seven kids on wires in front of blue screens. I wanted to be home as a dad.“ Nick Castle übernimmt die Regie, doch wird er aufgrund kreativer Differenzen mit den Hauptdarstellern schließlich doch von Spielberg abgelöst.

Anstelle einer Gage erhalten Steven Spielberg, Robin Williams und Dustin Hoffman prozentuale Anteile an den Filmeinnahmen, die weltweit ca. 300 Millionen Dollar betragen. Trotz des geteilten Kritiker-Echos entpuppt sich Hook als kommerzieller Erfolg (wenn auch nicht in dem erwarteten Ausmaß).

Der Name der Fluggesellschaft, mit der die Banning-Familie nach London reist, bietet die Gelegenheit für einen schönen In-Joke: Pan Am. Die heute nicht mehr existierende Airline spielt noch einmal eine signifikante Rolle in einem Spielberg-Film: Catch Me If You Can  (2002).


Steven Spielberg Chroniken
Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Hook

 

1989

Spielberg gründet Amblimation, die Animationsabteilung von Amblin Entertainment mit Sitz in London.

Amblimations erstes Projekt ist der Animationsfilm An American Tail: Fievel Goes West, der 1991 in die Kinos kommt. Künstlerische Differenzen führen dazu, dass Don Bluth für die Fortsetzung von An American Tail (1986) nicht die Regie übernimmt.

Phil Nibbelink (ein ehemaliger Disney-Zeichner) und Simon Wells übernehmen die Regie. Wells ist ein Urenkel des Science-Fiction-Autoren H.G. Wells (War of the Worlds) und wird später bei Filmen wie The Prince of Egypt (1998) und The Time Machine (2002) für Spielbergs DreamWorks die Regie führen.

In An American Tail: Fievel Goes West spricht Amy Irving die Rolle der Miss Kitty.

Nibbelink und Wells arbeiten an einer Animationsfilm-Version des Andrew Lloyd Webber-Musicals Cats. Spielberg möchte die Story in das zerstörte Nachkriegs-London verlegen, doch das Projekt wird aufgegeben, als Amblimation 1997 die Firmentätigkeit einstellt.