2017

Leah Adler stirbt im Beisein ihrer Familie am 21. Februar im Alter von 97 Jahren in ihrem Haus in Los Angeles. Sie hinterlässt ihren Sohn, Steven Spielberg, ihre drei Töchter Anne, Sue und Nancy sowie 11 Enkel und 5 Großenkel.

Mit fünf Jahren lernt Leah Posner Klavierspielen und studiert später am Music Conservatory in Cincinnati (Solo-Auftritte folgten). 1945 heiratet sie Arnold Spielberg.

Nach der Geburt von Steven beeinflusst sie in vielerlei Hinsicht seinen späteren Werdegang: Sie liest ihm Peter Pan als Gutenacht-Geschichte vor, gibt ihre musikalische Begabung an ihn weiter (er spielt Klarinette und komponiert) und schenkt ihrem Mann eine 8mm-Kamera, die der kleine Steven schnell in Beschlag nimmt.

Damit entstehen seine ersten Filmexperimente, bei denen er von ihr – und den anderen Familienmitgliedern – mit großer Anteilnahme unterstützt wird. Leah mietet ein Kino für die Uraufführung von Spielbergs erstem 8mm-Langfilm, Firelight (1964).

An ihrem damaligen Wohnsitz in Phoenix, Arizona, betreibt Leah Spielberg eine Kunstgalerie und ist in der Nachbarschaft bekannt als “the lady with the Peter Pan haircut.”

1967, nach ihrer Scheidung von Arnold Spielberg, heiratet sie Berny Adler. Am Pico Blvd in Los Angeles leitet sie bis in ihr hohes Alter mit großem Erfolg das Kosher-Restaurant The Milky Way.

Bei der Entgegennahme des Regie-Oscars für Schindler’s List (1993) bezeichnet Spielberg seine Mutter als sein „Glücksbringer“.

Wichtige Stationen im Kontext von Steven Spielberg

via Steven Spielberg’s Mother, Leah Adler, Dies at 97 — Variety

1999

James Lipton lädt Steven Spielberg ein zu einem Interview für seine Fernsehsendung Inside the Actors Studio. Während des Interviews vermutet Lipton (korrekt), welchen Einfluss Spielbergs Eltern auf den Film Close Encounters of the Third Kind hatten.

1995

Steven Spielberg nimmt den AFI Life Achievement Award aus den Händen seines Mentors Sid Sheinberg entgegen. Bei der Zeremonie versöhnt sich Spielberg mit seinem Vater Arnold, der neben Spielbergs Mutter Leah sitzt.

Zur Begründung der Preisverleihung geben die Jurymitglieder des American Film Institute folgendes Statement ab (gekürzt):

The youngest recipient of this award, Spielberg is one of the finest talents of his generation and the most commercially successful filmmaker in the history of the cinema.

Some may believe that such overwhelming popularity must indicate a lack of serious artistic intent. But Spielberg has proved repeatedly that intelligent, heartfelt cinema can hold a mass public spellbound. Success on the scale of Spielberg’s is only possible when an emotional and visceral chord is struck deep in audiences’ hearts and minds. His films’ images and ideas of hope, beauty, excitement and nobility speak to the best that is in us. (…)

Spielberg made his mark in television first, but his work was always distinguished by its cinematic style. DUEL (1971), that nail-biting exercise in pure kinetic cinema, was an eye-opener, signaling to everyone who was paying attention that a striking new talent was on the scene. (…)

Ironically, Spielberg is often classified as a filmmaker of sentimental fantasy, but his range of subject matter and his variety of cinematic style are impressive. Indeed, you can scan the history of Hollywood without finding a parallel to his remarkable achievement of 1993 when, within the space of a few months, Spielberg released JURASSIC PARK and SCHINDLER’S LIST: one, a brilliant and exhilarating masterpiece of special effects, the other, a bitter, moving and heartfelt exploration of this century’s greatest tragedy. Few filmmakers, past or present, have been capable of such diverse statements, so perfectly realized, within so brief a span of time.

Steven Spielberg’s Life Achievement Award comes to him at a time when, conceivably, his best days are still to come. Consider some of the other directors who have received this honor: John Ford, Frank Capra, Alfred Hitchcock, Billy Wilder, David Lean. When they were Spielberg’s age they had THE SEARCHERS, IT’S A WONDERFUL LIFE, VERTIGO, SOME LIKE IT HOT and LAWRENCE OF ARABIA ahead of them.

With the magical and memorable body of work he has already produced, just try and imagine what treasures Steven Spielberg still has in store.“

In seiner Dankesrede widmet Spielberg den Preis seinen zwei wertvollsten Mitarbeitern, Filmkomponist John Williams und Cutter Michael Kahn, sowie seinen Eltern und seiner Familie.

Spielberg ist ein AFI-Stiftungsmitglied seit 1986.

1966

Arnold und Leah Spielberg lassen sich scheiden. Steven Spielberg zieht vorläufig zur Mutter und gibt seinem Vater die Schuld an der Trennung (die Beziehung zu seinem Vater ist fortan sehr angespannt).

Mit Fehlern behaftete oder gänzlich abwesende Vaterfiguren sind in Spielbergs Filmen ein prominentes Motiv.

1964

Erste Premiere eines Spielberg-Films in einem Kino: Firelight (140 Min.) wird mit großem Pomp in einem gemieteten Kino uraufgeführt (Phoenix Little Theatre). Spielberg macht an dem Abend seinen ersten Profit: 1 Dollar.

Die Dreharbeiten dauern sechs Monate. Für die Produktion (Kosten: ca. 600 Dollar) spannt der 16-Jährige seine Familie, Schulfreunde und Schauspielstudenten ein.

Erstes Drehbuch: In Kenntnis seiner technischen Möglichkeiten mit seiner neuen 8mm-Kamera und Sound-Ausrüstung schreibt Spielberg ein 67-seitiges Drehbuch. Die Story orientiert sich stark an Byron Haskins The War of the Worlds (1953).

Erster Filmscore: Die Filmmusik komponiert Spielberg auf seiner Klarinette, und seine Mutter erstellt die Notenblätter, nach denen das Schulorchester die Musik einspielt.

1957

Leah Spielberg schenkt ihrem Mann zum Vatertag eine 8mm-Kamera, die ihr Sohn schnell in Beschlag nimmt. Steven Spielbergs erste „Home Movies“ dokumentieren die Ausflüge der Familie. Dabei gibt er bereits „Regieanweisungen“.

Die Schulzeit an der Ingleside Elementary School empfindet Steven als Qual.
Er will lieber Filme drehen.

1946 * Steven Spielberg

Am 18. Dezember 1946 wird Steven Allan Spielberg in Cincinnati, Ohio, geboren.

Vater:
Arnold Spielberg (*1917)

Mutter:
Leah Spielberg (*1920 geb. Posner)

In den folgenden Jahren kommen Stevens Schwestern zur Welt:
Anne (*1949)
Sue (*1953)
Nancy (*1956)