2016

Frank Marshall wird auf der CinemaCon, der jährlichen Filmindustrie-Messe in Las Vegas als “International Filmmaker of the Decade“ geehrt.

1981 gründete Marshall und Kathleen Kennedy gemeinsam mit Steven Spielberg die Produktionsfirma Amblin Entertainment und produzierte viele erfolgreiche Filme wie  Gremlins (1984), Who Framed Roger Rabbit? (1988) und die Back to the Future-Trilogie (1985, 1989, 1990).

Als Produzent erhielt Marshall fünf Oscar-Nominierungen in der Kategorie Best Picture für The Curious Case of Benjamin Button (2008), Seabiscuit (2003), The Sixth Sense (1999), The Color Purple (1985) und Raiders of the Lost Ark (1981).

Mit dem Thriller Arachnophobia (1990) gab er sein Regiedebüt.

Nach zehn Jahren bei Amblin gründeten Marshall und Kennedy ihre eigene Firma: die Kennedy/Marshall Company. Marshall wurde alleiniger Inhaber, als Kennedy 2012 die Führung von Lucasfilm übernahm.

Marshall produzierte auch den Rekorde brechenden Film Jurassic World (2015) sowie Steven Spielbergs The BFG (2016).

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2012

Marvel’s The Avengers (Drehbuch und Regie: Joss Whedon) ist der bis heute finanziell erfolgreichste Film im Marvel Cinematic Universe.

Nick Fury, Leiter der Organisation S.H.I.E.L.D., stellt ein Einsatzteam aus Superhelden zusammen, um Thors Bruder Loki daran zu hindern, die Erde zu unterwerfen. Das Team besteht aus: Iron Man, Captain America, Hulk und Thor.

The Avengers ist eine Marvel Studios-Produktion im Verleih der Walt Disney Studios und bietet ein handverlesenes Ensemble von Darstellern, darunter Robert Downey Jr., Chris Evans, Mark Ruffalo, Chris Hemsworth, Scarlett Johansson, Jeremy Renner, Tom Hiddleston, Clark Gregg, Cobie Smulders, Stellan Skarsgård und Samuel L. Jackson. Gwyneth Paltrow und Maximiliano Hernández spielen erneut ihre Rollen aus früheren Superhelden-Filmen. Einer der Väter der Avengers-Comicreihe, Stan Lee, hat einen Gastauftritt in einer Nachrichten-Sendung, und Harry Dean Stanton sieht man als Wachmann.

Die Ursprünge der Verfilmung gehen zurück ins Jahr 2007, als Zak Penn – Drehbuchautor von The Incredible Hulk (2008) – angeheuert wird, um das Drehbuch für The Avengers zu schreiben. Der Streik der Writers Guild of America sowie Probleme bei der Auswahl von Besetzung und Crew sorgen für erhebliche Verzögerungen. Im Jahr 2010 steht Joss Whedon vor der Unterzeichnung seines Vertrags als Regisseur, mit der Aufgabe, Penns Drehbuch-Entwurf zu finalisieren. Nachdem Whedon Penns Fassung gelesen hat, teilt er Produzent Kevin Feige mit, das Studio habe so gut wie garnichts in der Hand und solle am besten so tun, als ob “this draft never happened”. Um seine Vision des Films aufzuzeigen, verfasst Whedon ein fünfseitiges Treatment. Marvel nimmt Whedon unverzüglich unter Vertrag als Regisseur und Drehbuchautor. Die Dreharbeiten beginnen im Jahr 2011.

Kameramann Seamus McGarvey arbeitet mit der Digitalkamera Arri Alexa und wählt als Bildformat ein 1,85:1-Seitenverhältnis, um den unterschiedlichen Größen der Hauptfiguren gerecht zu werden. “We had to give them all precedence and width within the frame. Also, Joss [Whedon] knew the final battle sequence was going to be this extravaganza in Manhattan, so the height and vertical scale of the buildings was going to be really important.” Der Film wird in der Postproduction in Digital-3D konvertiert.

Insgesamt werden mehr als 2.200 Aufnahmen mit visuellen Effekten geschaffen. Daran beteiligt sind 14 VFX-Firmen, darunter Industrial Light & Magic (ILM), Weta Digital und Digital Domain abgeschlossen ist. ILM ist als Hauptauftragnehmer mitverantwortlich für die Erstellung der wichtigsten Effekte, u.a. für die Helicarrier, das New Yorker Stadtbild, digitale Körper-Doubles, sowie das Erscheinungsbild von Iron Man und Hulk.

Der Score wird von Alan Silvestri komponiert. Joss Whedon beschreibt die Filmmusik als “very old-fashioned, which is why [Silvestri] was letter-perfect for this movie because he can give you the heightened emotion, the [Hans Zimmer] school of ‘I’m just feeling a lot right now!’ but he can also be extraordinarily cue and character specific, which I love.”

The Avengers enthält viele Referenzen auf andere Filme, z.B. Poltergeist (1982), Jurassic Park (1993) und King Kong (1933). Beim Kinostart erhält The Avengers überwiegend positive Kritiken. Todd McCarthy von The Hollywood Reporter schreibt: “It’s clamorous, the save-the-world story is one everyone’s seen time and again, and the characters have been around for more than half a century in 500 comic book issues. But Whedon and his cohorts have managed to stir all the personalities and ingredients together so that the resulting dish, however familiar, is irresistibly tasty again.”

Der Film erhält zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen, darunter Oscar– und BAFTA-Nominierungen für die visuellen Effekte. The Avengers nimmt weltweit mehr als 1,5 Milliarden Dollar ein (bei einem Budget von 220 Millionen Dollar), die höchsten Einnahmen einer Comic-Adaption bzw. eines Superhelden-Films sowie die höchsten Einnahmen, die je ein Film der Walt Disney Studios erzielt hat.

The Avengers erzielt auch das höchste Einspielergebnis am Tag der Premiere (62,1 Mio. Dollar). Als im Jahr 2015 der Film Jurassic World diesen Rekord bricht (mit 64,1 Mio. Dollar), veröffentlichen die Marvel Studios eine Illustration über ihren Twitter-Account, in die männliche Hauptfigur aus Jurassic World einen T-Rex reitet und auf die Superhelden von The Avengers herabschaut – eine Remineszenz an frühere Zeiten, als Filmemacher wie George Lucas, Steven Spielberg und James Cameron sich gegenseitig in ganzseitigen Variety-Anzeigen für ihre Kassenerfolge gratulierten.

2015

Colin Trevorrows  Jurassic World, vierter Teil der Jurassic Park-Reihe, spielt 22 Jahre nach den Ereignissen von Steven Spielbergs Jurassic Park (1993). Die Handlung ist auf derselben fiktiven Insel namens Isla Nublar angesiedelt. Hier ist seit zehn Jahren ein Dinosaurier-Themenpark in Betrieb, bis ein genetisch modifizierter Dinosaurier der Gattung Indominus rex entkommen kann und das zu erwartende Chaos ausbricht.

Die Hauptrollen spielen Chris Pratt und Bryce Dallas Howard. In den Nebenrollen treten u.a. auf: Vincent D’Onofrio, Ty Simpkins, Nick Robinson, Omar Sy und Irrfan Khan. Jurassic World ist eine Koproduktion zwischen Amblin Entertainment und Legendary Pictures, mit Frank Marshall und Patrick Crowley als Produzenten und Steven Spielberg als Executive producer. Zum ersten Mal in der Jurassic Park-Reihe ist Kathleen Kennedy nicht involviert, da sie als Produzentin für Star Wars – The Force Awakens (2015) arbeitet.

Der ursprüngliche Plan von Universal Pictures sieht vor, mit der Produktion eines vierten Jurassic Park-Films im Jahr 2004 zu beginnen, mit einem Kinostartdatum im Sommer 2005. Doch das Projekt bleibt mehr als zehn Jahre lang in “development hell”, während das Script immer wieder überarbeitet wird. Steven Spielberg schlägt den Autoren Rick Jaffa und Amanda Silver vor, die Idee eines voll funktionsfähigen Dinosaurier-Themenparks auszuarbeiten. Colin Trevorrow wird 2013 als Regisseur unter Vertrag genommen und ersetzt damit die ursprüngliche Wahl der Produzenten, Brad Bird, der aus Termingründen absagen muss. Trevorrow verfolgt Spielbergs Idee weiter, schreibt aber gemeinsam mit Derek Connolly in ein paar Wochen ein komplett neues Drehbuch. Diese Fassung erfordert einen viel höheren Aufwand bei der Umsetzung, daher verschiebt die Universal-Chefetage das Startdatum vom 13. Juni 2014 auf unbestimmte Zeit. Somit können Trevorrow and Connolly weiter an ihrem Drehbuch arbeiten, was Spielberg für notwendig hält.

Vor seinem Tod im Jahr 2014 ist Sir Richard Attenborough für einen erneuten Auftritt als John Hammond vorgesehen. Auch die Darsteller aus den ersten Teilen, Jeff Goldblum und Laura Dern, werden kontaktiert, müssen aber wegen anderer Projekte absagen. Nur B. D. Wong als Dr. Henry Wu aus dem ersten Jurassic Park-Film ist zu sehen. Wie Marcus Brody im vierten Indiana Jones-Teil wird auch John Hammond als Statue in die Handlung eingebaut, um den verstorbenen Darsteller zu ehren. Dr. Ian Malcolm sieht man als Foto auf einem Buchcover während der Monorail-Fahrt.

Für die Hauptrolle des Owen Grady, ein Velociraptor-Experte und -Trainer, werden viele Darsteller in Betracht gezogen (darunter Armie Hammer, Henry Cavill, Josh Brolin, John Krasinski und Jason Statham), bevor der Part an Chris Pratt geht. Bryce Dallas Howard stiehlt im allerdings die Show als smarte Park-Managerin Claire Dearing.

Die Dreharbeiten finden zwischen April und August 2014 hauptsächlich in Louisiana statt. Einige Aufnahmen enstehen auch an den Original-Drehorten des ersten Jurassic Park-Films, in Hawaii. Wieder einmal entstehen die Dinosaurier durch CGI von Industrial Light & Magic (Phil Tippett und Dennis Muren sind als Berater beteiligt) und lebensgroße Animatronic-Wesen, gebaut von Legacy Effects, eine Firma mit ehemaligen Kollegen des Jurassic Park-Veteranen Stan Winston, der 2008 verstarb.

Das einfallsreiche Produktionsdesign steuert Ed Verraux bei, der als Produktions-Illustrator bei Raiders of the Lost Ark (1981) anfing. Die Gyrosphere in Jurassic World geht auf Spielbergs Idee zurück. Colin Trevorrow zufolge wollte Spielberg damit eine Möglichkeit schaffen, dass die Zuschauer “get up close and personal with the animals, to make it a self-driving, free-roaming experience. It loads on a track, but once you’re out there, you actually get to navigate around the valley”.

Colin Trevorrow schlägt Spielberg vor, einen Riesendinosaurier der Gattung Mosasaurus mit einem Hai zu füttern. Spielberg ist von der Idee begeistert und baut sie weiter aus: Wenn der Hai geschnappt wird, soll sich die Tribüne des Parks per Hydraulik unter die Wasseroberfläche bewegen, so dass die Zuschauer der Fütterung unter Wasser „beiwohnen“ können.

Der Regisseur von Jurassic World inszeniert den Saurier Indominus rex als Symbol des Überflusses. Er verkörpert “[humanity’s] worst tendencies. We’re surrounded by wonder and yet we want more, and we want it bigger, faster, louder, better. And in the world of the movie, the animal is designed based on a series of corporate focus groups.” Das Product Placement in Jurassic World möchte Colin Trevorrow als Satire auf die Kommerzialisierung der Populär-Kultur verstanden wissen und orientiert sich dabei an Spielbergs ganz ähnlicher Aussage im ersten Teil. Jurassic World enthält etliche Referenzen an andere Filme. Dazu zählt der Angriff der Flugsaurier auf die Parkbesucher, den Trevorrow aus Vogelperspektive zeigt, als Hommage an Alfred Hitchcocks The Birds (1963).

Den Filmscore für Jurassic World komponiert Michael Giacchino, der Themen aus John Williams‚ Jurassic Park-Kompositionen einarbeitet.

Jurassic World feiert seine Weltpremiere am 10. Juni 2015, 22 Jahre nach dem Originalfilm. Der Film erhält positive Kritiken. Hervorgehoben werden die visuellen Einfälle, die Actionszenen und die Musik.

Einige Kritiker beginnen eine Sexismus-Debatte über die Darstellung der weiblichen Hauptrolle, da man Claire Dearing den meisten Teil des Films in High Heels herumlaufen sieht. Colin Trevorrow reagiert darauf, indem er feststellt:

‚The real protagonist of the movie is Claire, and we embrace her femininity in the story’s progression. (…) There’s no need for a female character that does things like a male character, that’s not what makes interesting female characters in my view. Bryce and I have talked a lot about these concepts and aspects of her character.’

Paul Bullock (fromdirectorstevenspielberg.tumblr.com) bringt in seiner Kritik zu Jurassic World die Gegenthese auf den Punkt:

“The film (…) sees her as a human being, regardless of her gender. At the start of the film, she’s cold and unfeeling. She views the dinosaurs as assets, the park patrons as walking dollar signs, and her nephews as an inconvenience. Her experiences in the park teach her humility and the real value of life. She ends not as a mother, not defined by her gender, but as a rounded, compassionate human being who understands the need to reach out to other human beings and connect with them. (…) Claire is an amalgam of the three core male characters from Spielberg’s film. She has Grant’s lack of connection, Malcolm’s irresponsibility, and Hammond’s inability to see the bigger picture. All those characters develop, becoming better, or at least different, people, and Claire does the same. Yet, when talking about Grant, Malcolm, or Hammond, we don’t consider them solely through their gender.”

In einem Rekord-Wochenende nimmt Jurassic World weltweit mehr als 500 Millionen Dollar ein und entwickelt sich zum lukrativsten Film des Jahres 2015, mit weltweit mehr als 1,6 Milliarden Dollar Einnahmen.

Nach dem großen Erfolg des Films entwickeln Steven Spielberg und Colin Trevorrow  die Story für eine Trilogie – mit Jurassic World als erstem Teil. Die erste Fortsetzung startet am 22. Juni 2018 in den Kinos.