2015

Laut Forbes beträgt Steven Spielbergs „Nettowert“ 3,6 Milliarden Dollar, bei einem „Self-Made-Score“ von 8 (Höchstwert: 10).

Auf der Liste der Milliardäre der Welt rangiert Spielberg auf Platz 481, weit hinter seinem Freund George Lucas (# 309). Filme, die unter der Regie von Spielberg entstanden, haben an der Kinokasse weltweit mehr als 9 Millarden Dollar eingespielt.

Vier seiner Filme befinden sich immer noch in den Top 20 der All Time Box Office-Sieger (inflationsbereinigt!):

# 4: E.T. – The Extraterrestrial (1982)
# 7: Jaws (1975)
# 16: Jurassic Park (1993)
# 20: Raiders of the Lost Ark (1981).

2014

Lord Richard Attenborough stirbt im Alter von 90 Jahren.

Bevor er ein erfolgreicher Regisseur wurde, gehörte er zu Groß-Britanniens führenden Darstellern. In einer Karriere, die sechs Jahrzehnte umspannt, tritt er in mehr als 70 Filmen auf, darunter Brighton Rock (1947), The Great Escape (1963) und The Sand Pebbles (1966), bis er Weltruhm erlangt als der fiktive Parkgründer und Milliardär John Hammond in Steven Spielbergs Jurassic Park (1993) und The Lost World: Jurassic Park (1997).

Als Regisseur ist er am bekanntesten für seinen Film Gandhi (1982), der mit acht Oscars ausgezeichnet wird, einschließlich Best Picture und Best Director. Attenboroughs Gandhi konkurriert mit Spielbergs E.T. – The Extraterrestrial (1982).

Auf die Nachricht von Attenboroughs Tod reagiert Steven Spielberg wie folgt:

“He made a gift to the world with his emotional epic Gandhi and he was the perfect ringmaster to bring the dinosaurs back to life as John Hammond in Jurassic Park. […] He was a dear friend and I am standing in an endless line of those who completely adored him.”

2012

Marvel’s The Avengers (Drehbuch und Regie: Joss Whedon) ist der bis heute finanziell erfolgreichste Film im Marvel Cinematic Universe.

Nick Fury, Leiter der Organisation S.H.I.E.L.D., stellt ein Einsatzteam aus Superhelden zusammen, um Thors Bruder Loki daran zu hindern, die Erde zu unterwerfen. Das Team besteht aus: Iron Man, Captain America, Hulk und Thor.

The Avengers ist eine Marvel Studios-Produktion im Verleih der Walt Disney Studios und bietet ein handverlesenes Ensemble von Darstellern, darunter Robert Downey Jr., Chris Evans, Mark Ruffalo, Chris Hemsworth, Scarlett Johansson, Jeremy Renner, Tom Hiddleston, Clark Gregg, Cobie Smulders, Stellan Skarsgård und Samuel L. Jackson. Gwyneth Paltrow und Maximiliano Hernández spielen erneut ihre Rollen aus früheren Superhelden-Filmen. Einer der Väter der Avengers-Comicreihe, Stan Lee, hat einen Gastauftritt in einer Nachrichten-Sendung, und Harry Dean Stanton sieht man als Wachmann.

Die Ursprünge der Verfilmung gehen zurück ins Jahr 2007, als Zak Penn – Drehbuchautor von The Incredible Hulk (2008) – angeheuert wird, um das Drehbuch für The Avengers zu schreiben. Der Streik der Writers Guild of America sowie Probleme bei der Auswahl von Besetzung und Crew sorgen für erhebliche Verzögerungen. Im Jahr 2010 steht Joss Whedon vor der Unterzeichnung seines Vertrags als Regisseur, mit der Aufgabe, Penns Drehbuch-Entwurf zu finalisieren. Nachdem Whedon Penns Fassung gelesen hat, teilt er Produzent Kevin Feige mit, das Studio habe so gut wie garnichts in der Hand und solle am besten so tun, als ob “this draft never happened”. Um seine Vision des Films aufzuzeigen, verfasst Whedon ein fünfseitiges Treatment. Marvel nimmt Whedon unverzüglich unter Vertrag als Regisseur und Drehbuchautor. Die Dreharbeiten beginnen im Jahr 2011.

Kameramann Seamus McGarvey arbeitet mit der Digitalkamera Arri Alexa und wählt als Bildformat ein 1,85:1-Seitenverhältnis, um den unterschiedlichen Größen der Hauptfiguren gerecht zu werden. “We had to give them all precedence and width within the frame. Also, Joss [Whedon] knew the final battle sequence was going to be this extravaganza in Manhattan, so the height and vertical scale of the buildings was going to be really important.” Der Film wird in der Postproduction in Digital-3D konvertiert.

Insgesamt werden mehr als 2.200 Aufnahmen mit visuellen Effekten geschaffen. Daran beteiligt sind 14 VFX-Firmen, darunter Industrial Light & Magic (ILM), Weta Digital und Digital Domain abgeschlossen ist. ILM ist als Hauptauftragnehmer mitverantwortlich für die Erstellung der wichtigsten Effekte, u.a. für die Helicarrier, das New Yorker Stadtbild, digitale Körper-Doubles, sowie das Erscheinungsbild von Iron Man und Hulk.

Der Score wird von Alan Silvestri komponiert. Joss Whedon beschreibt die Filmmusik als “very old-fashioned, which is why [Silvestri] was letter-perfect for this movie because he can give you the heightened emotion, the [Hans Zimmer] school of ‘I’m just feeling a lot right now!’ but he can also be extraordinarily cue and character specific, which I love.”

The Avengers enthält viele Referenzen auf andere Filme, z.B. Poltergeist (1982), Jurassic Park (1993) und King Kong (1933). Beim Kinostart erhält The Avengers überwiegend positive Kritiken. Todd McCarthy von The Hollywood Reporter schreibt: “It’s clamorous, the save-the-world story is one everyone’s seen time and again, and the characters have been around for more than half a century in 500 comic book issues. But Whedon and his cohorts have managed to stir all the personalities and ingredients together so that the resulting dish, however familiar, is irresistibly tasty again.”

Der Film erhält zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen, darunter Oscar– und BAFTA-Nominierungen für die visuellen Effekte. The Avengers nimmt weltweit mehr als 1,5 Milliarden Dollar ein (bei einem Budget von 220 Millionen Dollar), die höchsten Einnahmen einer Comic-Adaption bzw. eines Superhelden-Films sowie die höchsten Einnahmen, die je ein Film der Walt Disney Studios erzielt hat.

The Avengers erzielt auch das höchste Einspielergebnis am Tag der Premiere (62,1 Mio. Dollar). Als im Jahr 2015 der Film Jurassic World diesen Rekord bricht (mit 64,1 Mio. Dollar), veröffentlichen die Marvel Studios eine Illustration über ihren Twitter-Account, in die männliche Hauptfigur aus Jurassic World einen T-Rex reitet und auf die Superhelden von The Avengers herabschaut – eine Remineszenz an frühere Zeiten, als Filmemacher wie George Lucas, Steven Spielberg und James Cameron sich gegenseitig in ganzseitigen Variety-Anzeigen für ihre Kassenerfolge gratulierten.

2001

Jurassic Park III (Regie: Joe Johnston) ist der dritte Teil der Jurassic Park-Reihe. In den Hauptrollen spielen Sam Neill, William H. Macy und Téa Leoni. Es ist der erste Film der Reihe, der nicht unter der Regie von Steven Spielberg entsteht. Er beruht auch erstmals nicht auf einer Romanvorlage von Michael Crichton. Ort der Handlung ist Isla Soria – wo auch der zweite Teil – The Lost World: Jurassic Park (1997) – spielt. Ein geschiedenes Paar überredet Dr. Alan Grant dazu, ihnen auf die Insel zu folgen, um ihren Sohn zu finden.

Joe Johnston – er arbeitete zum ersten Mal für Spielberg als Visual Effects Art Director bei  Raiders of the Lost Ark (1981) – wollte ursprünglich schon bei der Fortsetzung zum Originalfilm Jurassic Park (1993) Regie führen, doch dann entschied Spielberg, den Job selbst zu übernehmen und Johnston erst beim dritten Teil die Regie zu überlassen.

1999 beginnt Craig Rosenberg mit seiner Arbeit an einem ersten Entwurf für das Drehbuch. Darin geht es um ein paar verschollene Teenager auf Isla Sorna. Ein riesiges Wasser-Reptil spielt eine große Rolle, wird aber später aus dem Drehbuch entfernt. Auf Spielbergs Betreiben werden Flugsaurier der Gattung Pteranodon in die Handlung aufgenommen, nachdem sie aus Budgetgründen keine (große) Rolle in den Vorgängerfilmen gespielt hatten. Rosenbergs Drehbuch-Entwurf wird schließlich abgelehnt, und neue Autoren werden unter Vertrag genommen.

Die zweite Drehbuchfassung beinhaltet Pteranodons, die von Isla Sorna entkommen und auf dem Festland eine Reihe mysteriöser Todesfälle verursachen, die von Dr. Alan Grant und anderen Charakteren untersucht werden. Für diese Fassung werden Sets gebaut und Kostüme entworfen.

Fünf Wochen vor Drehbeginn beschließen Johnston und Spielberg, das komplette Drehbuch zu verwerfen, da sie zu der Ansicht gelangt sind, die Story sei zu kompliziert. Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits 18 Millionen Dollar für den Film ausgegeben. Stattdessen entscheidet man sich für einen vereinfachten Plot mit einer „Rettungs-Mission“. Die Idee dazu stammt von David KoeppAlexander Payne und Jim Taylor schreiben ein neues Drehbuch, das auch während der Produktion unvollständig bleibt.

Joe Johnston erinnert sich:

“We shot pages that eventually went into the final script but we didn’t have a document”.

Die Dreharbeiten beginnen am 30. August 2000 auf dem Flugfeld von Dillingham in Mokuleia, Hawaii und werden auf Oahu and Kauai fortgesetzt, bis die Crew nach Kalifornien weiterzieht. Wie in den Vorgängerfilmen entstehen die Dinosaurier aus einem Mix aus Animatronics und CGI. Neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Paläontologie fließen in den Film ein, indem man ein Federkleid an Kopf und Nacken der Männchen anbringt.

Da John Williams mit der Komposition für Spielbergs A.I. Artificial Intelligence (2001) beschäftigt ist, schreibt Don Davis Filmmusik für Jurassic Park III.

Trotz schlechter Kritiken ist der Film ein großer Kassenerfolg und nimmt weltweit 368 Millionen Dollar ein (bei einem Budget von 93 Millionen Dollar).

The Lost World: Jurassic Park (1997)

Steven SpielbergThe Lost World: Jurassic Park beruht auf Motiven aus Michael Crichtons 1995 veröffentlichtem Roman The Lost World (das Drehbuch wird wie schon im ersten Film von David Koepp verfasst).

Handlung und Bildsprache von The Lost World sind deutlich düsterer als die des Vorgängerfilms und zeigen ca. 50 Prozent mehr Dinosaurier in Aktion. Für die Fortsetzung wird Kameramann Dean Cundey von Janusz Kamiński ersetzt, der zum ersten Mal an einem Film mit Computer-generierten Bildern mitarbeitet. Aufgrund der inzwischen deutlich fortgeschrittenen Computergrafik-Technik ermuntert ihn Dennis Muren (ILM) dazu, die Aufnahmen mit den (nachträglich integrierten) Dinosauriern in Gegenlicht zu tauchen, z.B. während der komplexen Safari-Sequenz, die etliche Lens Flares enthält und somit sehr „realistisch“ wirkt.

Die Hauptrolle spielt diesmal Jeff Goldblum (als Chaos-Forscher Dr. Ian Malcolm). Weitere Parts spielen Sir Richard Attenborough, Julianne Moore, Vince Vaughn, Pete Postlethwaite, Peter Stormare und Arliss Howard.

Ian Malcolm darf wieder schön sarkastische Texte sprechen wie z.B. “Mommy is very angry.” oder “Oh, yeah. Oooh, ahhh, that’s how it always starts. Then later there’s running and um, screaming.”

Die Story beginnt vier Jahre nach den Ereignissen des ersten Films und gipfelt mit einem T. rex, der durch San Diego stampft. Spielberg lässt das San Diego-Finale in das Drehbuch aufnehmen – inspiriert von einer ähnlichen Sequenz (ein Dinosaurier in London) aus der 1925 entstandenen Filmadaption von Sir Arthur Conan Doyles Roman The Lost World. Allen Verwüstungen zum Trotz wird in The Lost World betont, dass die eigentlichen „Monster“ die Menschen sind, während „Papa und Mama“ T.Rex nur ihr Kind beschützen wollen.

Dementsprechend modifiziert Spielberg sein Lieblingsthema des distanzierten Vaters: Ian Malcolm lernt ein besserer Vater zu sein, indem er, unter lebensbedrohenden Umständen, Zeit mit seiner Tochter Kelly (Vanessa Lee Chester) verbringt – ein Motiv, das Spielberg nochmals in War of the Worlds (2005) anwendet.

Bemerkenswert ist auch, dass die Entwicklung der Story vorrangig durch die Motivation von Frauen (Mensch und Tier) vorangetrieben wird. Das ist schon in den ersten Filmminuten der Fall, als sich die kleine Cathy in die Wildnis von Isla Sorna begibt und ein paar niedlich wirkende Compsognathus mit ihrem Sandwich füttertbevor sie selbst den Appetit der kleinen Saurier anregt. Die fast 1 Minute währende Plansequenz zu Beginn des Films sowie der Match Cut vom Schrei der Mutter zum gähnenden Ian Malcolm vor einem Reiseplakat in der New Yorker U-Bahn ergeben eine der raffiniertesten Filmanfänge in Spielbergs Karriere.

Für die Rolle der Paleonthologin Dr. Sarah Harding will Spielberg Juliette Binoche gewinnen (sie hatte den Part von Dr. Satler im ersten Teil abgelehnt). Binoche antwortet, sie würde nur mitmachen, wenn sie den Dinosaurier spielen dürfe. Die Rolle geht an Julianne Moore.

Ursprünglich will der ehemalige ILM-Mitarbeiter Joe Johnston Regie führen, bis Spielberg beschließt, seine Sabbatjahre nach Schindler’s List (1993) zu beenden und für die Fortsetzung die Regie selbst zu übernehmen. In Jurassic Park III (2001) sitzt Joe Johnston schließlich doch im Regiestuhl.

Spielberg erweist sich erneut als ein Meister der Suspense, z.B. als ein zorniger T.Rex den Expeditions-Wagen unaufhaltsam über die Klippe schiebt und Dr. Sarah Harding nur noch durch eine allmählich zersplitternde Glasscheibe vom Sturz in den Abgrund abgehalten wird.

Doch insgesamt kann der Film die Originalität von Jurassic Park nicht erreichen. Spielberg gesteht, dass er noch während des Drehs immer unzufriedener wurde, da ihm der Film zu wenig abforderte: “I found myself saying, ‘Is that all there is? It’s not enough for me.’”

Trotz mittelmäßiger Kritiken ist The Lost World ein großer Kassenerfolg und nimmt weltweit 618 Millionen Dollar ein – der zweiterfolgreichste Film von 1997 hinter James Cameron’s Titanic.

Spielberg besetzt zwei Darsteller aus The Lost World erneut: Pete Postlethwaite in Amistad (1997) und Peter Stormare in Minority Report (2002).


Steven Spielberg Chroniken
Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von The Lost World: Jurassic Park

 

1997

Für James Cameron’s Titanic, zu jener Zeit (mit einem Budget von ca. 200 Millionen Dollar) der teuerste Film aller Zeiten, müssen sich zwei große Studios zusammentun: Paramount Pictures und 20th Century Fox.

James Cameron hat überall „die Finger drin“: Er ist Regisseur, Drehbuchautor, Co-Produzent und am Schnitt beteiligt. Leonardo DiCaprio und Kate Winslet spielen Schiffspassagiere, die verschiedenen sozialen Klassen angehören und sich während der schicksalshaften Fahrt der Titanic ineinander verlieben.

Die Produktion beginnt schon 1995, als Cameron in der Tiefsee Aufnahmen des echten Titanic-Wracks dreht.

Wegen der hohen Produktionskosten sagen viele Kritiker Titanic den Untergang an der Kinokasse voraus. Der Film spielt jedoch weltweit 1,84 Milliarden Dollar ein; damit überschreitet Titanic als erster Film die Milliarden-Dollar-Grenze. Er verweist Spielbergs Jurassic Park (1993) von der Spitzenposition der kassenstärksten Filme aller Zeiten.

Cameron bekennt später, er habe ebenfalls versucht, die Filmrechte für Jurassic Park zu erwerben, doch Spielberg „beat me to it by a few hours.” So muss sich „Genugtuung“ anfühlen…

Titanic wird für vierzehn Academy Awards nominiert und gewinnt elf davon, einschließlich Best Picture und Best Director. In seiner Dankesrede ruft Cameron aus: „I’m the king of the world“ und löst in Teilen des Publikums „Fremdschämen“ aus, die das Zitat aus Titanic nicht verstehen.

Spielberg besetzt Leonardo DiCaprio für die Hauptrolle in Catch Me If You Can (2002).

1997

Princess Diana kommt bei einem tragischen Autounfall in Paris ums Leben.

Steven Spielberg traf sie während der Royal Premiere von Jurassic Park (Video) und reist nun zu ihrer Beerdigung an. Zu den eingeladenen Gästen gehören auch Tom Hanks, Richard Attenborough, Tom Cruise, Nicole Kidman, Hillary Rodham Clinton, George Michael und Elton John.