2015

Back to the Future Day (21. Oktober 2015): Der Tag, an dem Marty McFly (Michael J. Fox) im Film Back to the Future Part II (1989) auf seiner Zeitreise aus den 80er Jahren im Jahr 2015 ankommt…

Während (unbegründete) Gerüchte entstehen, Spielberg würde seinem Filmklassiker Jaws (1975) eine Neuauflage gönnen, veröffentlicht Universal Pictures einen Filmtrailer zu Jaws 19. Werbezeile:  “This time it’s really really personal”.

Die fiktive Fortsetzung Jaws 19 (“directed by Max Spielberg”) wird im HOLOMAX-Kino gezeigt, als Marty McFly das Hill Valley der Zukunft erreicht. Zu Jaws 19 gibt es sogar eine  Filmkritik.

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2015

Laut Forbes beträgt Steven Spielbergs „Nettowert“ 3,6 Milliarden Dollar, bei einem „Self-Made-Score“ von 8 (Höchstwert: 10).

Auf der Liste der Milliardäre der Welt rangiert Spielberg auf Platz 481, weit hinter seinem Freund George Lucas (# 309). Filme, die unter der Regie von Spielberg entstanden, haben an der Kinokasse weltweit mehr als 9 Millarden Dollar eingespielt.

Vier seiner Filme befinden sich immer noch in den Top 20 der All Time Box Office-Sieger (inflationsbereinigt!):

# 4: E.T. – The Extraterrestrial (1982)
# 7: Jaws (1975)
# 16: Jurassic Park (1993)
# 20: Raiders of the Lost Ark (1981).

1993

Amblin Television produziert die Science-Fiction-Serie SeaQuest DSV mit Roy Scheider (Jaws) als Kommandant eines U-Boots, das ähnlich der USS Enterprise Welten erforscht, die nie ein Mensch gesehen hat, dieses Mal in der Tiefsee der Erde. Die Geschichte beginnt im Jahr 2018, nachdem die Menschheit fast alle natürlichen Ressourcen verbraucht hat, bis auf die auf dem Meeresgrund. Die NBC-Serie läuft bis 1995 (59 Episoden in 3 Staffeln), bleibt aber hinter den hohen Erwartungen zurück.

2015

Colin Trevorrows  Jurassic World, vierter Teil der Jurassic Park-Reihe, spielt 22 Jahre nach den Ereignissen von Steven Spielbergs Jurassic Park (1993). Die Handlung ist auf derselben fiktiven Insel namens Isla Nublar angesiedelt. Hier ist seit zehn Jahren ein Dinosaurier-Themenpark in Betrieb, bis ein genetisch modifizierter Dinosaurier der Gattung Indominus rex entkommen kann und das zu erwartende Chaos ausbricht.

Die Hauptrollen spielen Chris Pratt und Bryce Dallas Howard. In den Nebenrollen treten u.a. auf: Vincent D’Onofrio, Ty Simpkins, Nick Robinson, Omar Sy und Irrfan Khan. Jurassic World ist eine Koproduktion zwischen Amblin Entertainment und Legendary Pictures, mit Frank Marshall und Patrick Crowley als Produzenten und Steven Spielberg als Executive producer. Zum ersten Mal in der Jurassic Park-Reihe ist Kathleen Kennedy nicht involviert, da sie als Produzentin für Star Wars – The Force Awakens (2015) arbeitet.

Der ursprüngliche Plan von Universal Pictures sieht vor, mit der Produktion eines vierten Jurassic Park-Films im Jahr 2004 zu beginnen, mit einem Kinostartdatum im Sommer 2005. Doch das Projekt bleibt mehr als zehn Jahre lang in “development hell”, während das Script immer wieder überarbeitet wird. Steven Spielberg schlägt den Autoren Rick Jaffa und Amanda Silver vor, die Idee eines voll funktionsfähigen Dinosaurier-Themenparks auszuarbeiten. Colin Trevorrow wird 2013 als Regisseur unter Vertrag genommen und ersetzt damit die ursprüngliche Wahl der Produzenten, Brad Bird, der aus Termingründen absagen muss. Trevorrow verfolgt Spielbergs Idee weiter, schreibt aber gemeinsam mit Derek Connolly in ein paar Wochen ein komplett neues Drehbuch. Diese Fassung erfordert einen viel höheren Aufwand bei der Umsetzung, daher verschiebt die Universal-Chefetage das Startdatum vom 13. Juni 2014 auf unbestimmte Zeit. Somit können Trevorrow and Connolly weiter an ihrem Drehbuch arbeiten, was Spielberg für notwendig hält.

Vor seinem Tod im Jahr 2014 ist Sir Richard Attenborough für einen erneuten Auftritt als John Hammond vorgesehen. Auch die Darsteller aus den ersten Teilen, Jeff Goldblum und Laura Dern, werden kontaktiert, müssen aber wegen anderer Projekte absagen. Nur B. D. Wong als Dr. Henry Wu aus dem ersten Jurassic Park-Film ist zu sehen. Wie Marcus Brody im vierten Indiana Jones-Teil wird auch John Hammond als Statue in die Handlung eingebaut, um den verstorbenen Darsteller zu ehren. Dr. Ian Malcolm sieht man als Foto auf einem Buchcover während der Monorail-Fahrt.

Für die Hauptrolle des Owen Grady, ein Velociraptor-Experte und -Trainer, werden viele Darsteller in Betracht gezogen (darunter Armie Hammer, Henry Cavill, Josh Brolin, John Krasinski und Jason Statham), bevor der Part an Chris Pratt geht. Bryce Dallas Howard stiehlt im allerdings die Show als smarte Park-Managerin Claire Dearing.

Die Dreharbeiten finden zwischen April und August 2014 hauptsächlich in Louisiana statt. Einige Aufnahmen enstehen auch an den Original-Drehorten des ersten Jurassic Park-Films, in Hawaii. Wieder einmal entstehen die Dinosaurier durch CGI von Industrial Light & Magic (Phil Tippett und Dennis Muren sind als Berater beteiligt) und lebensgroße Animatronic-Wesen, gebaut von Legacy Effects, eine Firma mit ehemaligen Kollegen des Jurassic Park-Veteranen Stan Winston, der 2008 verstarb.

Das einfallsreiche Produktionsdesign steuert Ed Verraux bei, der als Produktions-Illustrator bei Raiders of the Lost Ark (1981) anfing. Die Gyrosphere in Jurassic World geht auf Spielbergs Idee zurück. Colin Trevorrow zufolge wollte Spielberg damit eine Möglichkeit schaffen, dass die Zuschauer “get up close and personal with the animals, to make it a self-driving, free-roaming experience. It loads on a track, but once you’re out there, you actually get to navigate around the valley”.

Colin Trevorrow schlägt Spielberg vor, einen Riesendinosaurier der Gattung Mosasaurus mit einem Hai zu füttern. Spielberg ist von der Idee begeistert und baut sie weiter aus: Wenn der Hai geschnappt wird, soll sich die Tribüne des Parks per Hydraulik unter die Wasseroberfläche bewegen, so dass die Zuschauer der Fütterung unter Wasser „beiwohnen“ können.

Der Regisseur von Jurassic World inszeniert den Saurier Indominus rex als Symbol des Überflusses. Er verkörpert “[humanity’s] worst tendencies. We’re surrounded by wonder and yet we want more, and we want it bigger, faster, louder, better. And in the world of the movie, the animal is designed based on a series of corporate focus groups.” Das Product Placement in Jurassic World möchte Colin Trevorrow als Satire auf die Kommerzialisierung der Populär-Kultur verstanden wissen und orientiert sich dabei an Spielbergs ganz ähnlicher Aussage im ersten Teil. Jurassic World enthält etliche Referenzen an andere Filme. Dazu zählt der Angriff der Flugsaurier auf die Parkbesucher, den Trevorrow aus Vogelperspektive zeigt, als Hommage an Alfred Hitchcocks The Birds (1963).

Den Filmscore für Jurassic World komponiert Michael Giacchino, der Themen aus John Williams‚ Jurassic Park-Kompositionen einarbeitet.

Jurassic World feiert seine Weltpremiere am 10. Juni 2015, 22 Jahre nach dem Originalfilm. Der Film erhält positive Kritiken. Hervorgehoben werden die visuellen Einfälle, die Actionszenen und die Musik.

Einige Kritiker beginnen eine Sexismus-Debatte über die Darstellung der weiblichen Hauptrolle, da man Claire Dearing den meisten Teil des Films in High Heels herumlaufen sieht. Colin Trevorrow reagiert darauf, indem er feststellt:

‚The real protagonist of the movie is Claire, and we embrace her femininity in the story’s progression. (…) There’s no need for a female character that does things like a male character, that’s not what makes interesting female characters in my view. Bryce and I have talked a lot about these concepts and aspects of her character.’

Paul Bullock (fromdirectorstevenspielberg.tumblr.com) bringt in seiner Kritik zu Jurassic World die Gegenthese auf den Punkt:

“The film (…) sees her as a human being, regardless of her gender. At the start of the film, she’s cold and unfeeling. She views the dinosaurs as assets, the park patrons as walking dollar signs, and her nephews as an inconvenience. Her experiences in the park teach her humility and the real value of life. She ends not as a mother, not defined by her gender, but as a rounded, compassionate human being who understands the need to reach out to other human beings and connect with them. (…) Claire is an amalgam of the three core male characters from Spielberg’s film. She has Grant’s lack of connection, Malcolm’s irresponsibility, and Hammond’s inability to see the bigger picture. All those characters develop, becoming better, or at least different, people, and Claire does the same. Yet, when talking about Grant, Malcolm, or Hammond, we don’t consider them solely through their gender.”

In einem Rekord-Wochenende nimmt Jurassic World weltweit mehr als 500 Millionen Dollar ein und entwickelt sich zum lukrativsten Film des Jahres 2015, mit weltweit mehr als 1,6 Milliarden Dollar Einnahmen.

Nach dem großen Erfolg des Films entwickeln Steven Spielberg und Colin Trevorrow  die Story für eine Trilogie – mit Jurassic World als erstem Teil. Die erste Fortsetzung startet am 22. Juni 2018 in den Kinos.

Poltergeist (1982)

In Poltergeist (Drehbuch und Produktion: Steven Spielberg) wird das Haus einer jungen Familie von bösartigen Geistern belagert und die kleine Carol Anne entführt. Die Familie muss bei ihrem Kampf gegen die Schattenwelt Zusammenhalt beweisen, um sie zurück zu gewinnen.

Den stark biografisch geprägten Film bezeichnet Spielberg als seinen persönlichen Albtraum: E.T. is my personal resurrection, and Poltergeist is my personal nightmare.“Poltergeist is about the darker side of my nature – it’s me when I was scaring my younger sisters half to death when we were growing up.“

Spielberg stellt den Fernseher ins Zentrum der Story – passenderweise beginnt und endet der Film mit der Mattscheibe, die eine extreme Anziehungskraft auf Töchterchen Carol Anne ausübt. Als sie mit Geistesstimmen spricht, die aus dem Fernseher kommen, ruft sie aus: „They are here!“ Ihr Satz wird zum Filmzitat, das um die Welt ging.

Aufgrund einer Klausel in seinem Vertrag mit Universal darf Spielberg während der Vorproduktion von E.T. – The Extraterrestrial bei keinem anderen Film Regie führen, daher setzt er für Poltergeist Tobe Hooper als Regisseur ein, hält aber während der Dreharbeiten sämtliche kreativen Fäden in der Hand. Dies führt dazu, dass Spielberg in der täglichen Praxis die „Regie“ übernimmt. Daher zählen wir den Film zu seinen Regie-Werken.

Spielberg über die Art seiner Zusammenarbeit mit Tobe Hooper: „Tobe isn’t… a take-charge sort of guy. If a question was asked and an answer wasn’t immediately forthcoming, I’d jump in and say what we could do. Tobe would nod agreement, and that become the process of collaboration.“

Die Fanwebsite zum Film hat alle Details der Geschichte zusammengetragen.

Zur Frage, wer beim Dreh von Poltergeist das Sagen hatte, entstand eine Kontroverse, durch die sich Spielberg genötigt sah, die Leistungen von Tobe Hooper in einer ganzseitigen Anzeige im Hollywood Reporter lobend zu erwähnen (Hoopers Karriere kam jedoch nach diesem Film nie mehr in Schwung).

Poltergeist lebt nicht nur von seinen intensiven Schock- und Gruselmomenten, sondern durch seinen Humor– schon in Spielbergs Jaws (1975) die entscheidende Zutat. Anders als in strukturell konservativen Horrorfilmen, in denen es um die Wiederherstellung der Verhältnisse zum Filmbeginn geht, erleben wir das Finale als „reinigendes Gewitter“ und die Flucht der Familie als Aufbruch in ein neues Leben.

Spielberg beweist Gespür für den Zeitgeist, indem er wie in E.T. ökologische Themen einfließen lässt. Die drastisch vorgeführte Zersiedelung der Natur mit monoton angelegten Suburbs (Phase I-IV) kommt im Namen der fikitiven Stadt zum Ausdruck: Cuesta Verde bedeutet aus dem Spanischen übersetzt „Es kostet Grün“.

Großen Anteil am Erfolg des Films haben die durchweg glaubwürdigen Darsteller, allen voran Heather O’Rourke als Carol Anne, JoBeth Williams als Diane und Zelda Rubinstein als Medium Tangina.

Beeindruckend sind aber auch die optischen Effekte von ILM und die Bildgestaltung von Kameramann Matthew F. Leonett. Wie schon in Jaws (1975) setzt Spielberg in einer Schlüsselszene den von Hitchcock entwickelten Dolly Zoom-Effekt ein, um den Flur im Haus der Freelings scheinbar ins Unendliche zu dehnen:

Video-Clip

Die Filmmusik wird ausnahmsweise von Jerry Goldsmith komponiert, da John Williams bereits für E.T. – The Extraterrestrial eingespannt ist.

Bei den Academy Awards bleibt es bei drei Oscar-Nominierungen: Musik, Spezialeffekte und Tonschnitt.

Poltergeist zieht vor allem aufgrund der vereinzelt auftretenden Splatter-Szenen nicht das große Familienpublikum an, wie es E.T. gelingen sollte, erweist sich aber als äußerst profitabel. Bei sparsam angelegten Produktionskosten von 10,7 Millionen Dollar spielt der Film allein in den USA 80 Millionen Dollar ein.

Daher entstehen – ohne Spielbergs Beteiligung – zwei Fortsetzungen und ein Remake des ersten Teils.

Hier eine Auswahl von Motiven aus Poltergeist (1982), die Spielbergs starken stilistischen Einfluss auf den Film unterstreichen:


Steven Spielberg Chroniken
Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Poltergeist

1981

Piranha Part Two: The Spawning, einer von vielen – vergeblichen – Versuchen der Studios, den Erfolg von Spielbergs Jaws (1975) zu wiederholen oder zumindest davon zu profitieren.

Das einzig Interessante an diesem Film: Das Drehbuch schrieb James Cameron, von dem wir später noch hören werden… Mit seinem Einstieg ins Mainstream-Kino war er wohl nicht so zufrieden: „The movie gets better halfway through when seen at the drive-in with a six pack of beer.“

1978

Robert Shaw (Jaws) gestorben