Indiana Jones 5 (2020)

Fotos: © 1981, 1984, 1989, 2008 Lucasfilm Ltd.

Anything Goes: Indiana Jones kehrt zurück…

Disney kündigt einen fünften Indiana Jones-Film an – unter der Regie von Steven Spielberg und mit Harrison Ford in der Hauptrolle. Kinostart: 9. Juli 2020.

Kathleen Kennedy, Frank Marshall produzieren das Projekt, das noch keinen Titel hat (Executive Producers: George Lucas und Steven Spielberg).

Einem Interview mit Drehbuchautor David Koepp zufolge ist George Lucas diesmal nicht an der Entwicklung der Story beteiligt – offenbar eine Lehre, die man aus dem letzten Teil gezogen hat…

Harrison Ford sagt in einem BBC-Interview, er habe die Rolle unter zwei Bedingungen angenommen:

„I’ve always thought there was an opportunity to do another. But I didn’t want to do it without Steven [Spielberg]. And I didn’t want to do it without a really good script. And happily we’re working on both. Steven is developing a script now that I think we’re going to be very happy with.”

Andere Schauspieler wurden noch nicht ausgewählt. Zu den weiteren regulären Mitgliedern von Spielbergs Crew gehören:

Filmmusik
John Williams

Kamera
Janusz Kaminski

Schnitt
Michael Kahn

Special Effects
Industrial Light & Magic (ILM)

Alles über Indiana Jones

Fotos: © 1981, 1984, 1989, 2008 Lucasfilm Ltd.

2016

Der legendäre britische Kameramann Douglas Slocombe stirbt im Alter von 103 Jahren in einem Krankenhaus in London. Seine Filmografie enthält 80 Filme.

Als Wochenschau-Kameraman filmt er den Überfall der Nationalsozialisten auf Polen. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitet er als Kameramann für eine Reihe so genannter Ealing-Komödien (benannt nach dem Filmstudio), darunter Kind Hearts and Coronets mit Alec Guinness. Zu seinen weiteren Filmen zählen The Lion in Winter (1968), Jesus Christ Superstar (1973), Julia (1977), Rollerball (1975) und der James Bond-Film Never Say Never Again (1983).

Slocombe gewinnt drei BAFTA Awards für The Servant (1963), The Great Gatsby (1974) und Julia (1977). Er wird dreimal für den Academy Award nominiert, darunter für Steven Spielbergs Raiders of the Lost Ark (1981).

Vor Raiders dreht Slocombe die vielgepriesene und technisch komplexe Indien-Sequenz für Steven Spielbergs Close Encounters of the Third Kind (1977).

Als „Dougie“ – wie Spielberg ihn nennt – die Szenen für Raiders dreht, ist er bereits 68 Jahre alt. Harrison Ford zufolge hat Dougie nie einen Belichtungsmesser verwendet – er habe nur die Hand hochgehalten und den Schatten seines Daumen auf der Handfläche geprüft.

Slocombe arbeitet als Kameramann für zwei weitere Teile der Filmreihe: Indiana Jones and the Temple of Doom (1984) und Indiana Jones and the Last Crusade (1989), bevor beim vierten Teil Janusz Kamiński seine Aufgabe übernimmt.

1996 wird Slocombe von der British Society of Cinematographers für sein Lebenswerk ausgezeichnet und wird 2008 für seine Verdienste um die Filmindustrie in den Order of the British Empire aufgenommen.

Steven Spielberg nennt Douglas Slocombe “a great collaborator and a beautiful human being”.

“Dougie Slocombe was facile, enthusiastic, and loved the action of filmmaking. Harrison Ford was Indiana Jones in front of the camera, but with his whip-smart crew, Dougie was my behind the scenes hero for the first three Indy movies.”

 

2014

Der Regisseur Steven Soderbergh veröffentlicht eine Schwarz-Weiß-Version von Steven Spielbergs Meisterwerk Raiders of the Lost Ark (1981), um zu zeigen, wie „inszeniert“ die Einstellungen sind, durch die Arbeit von Spielberg und seinem Kameramann Douglas Slocombe.

Soderberg entfernt die Farbe und fügt eine neue Tonspur hinzu, damit die Zuschauer sich darauf konzentrieren können, „how all the various elements of a given scene or piece are aligned, arranged, and coordinated.”

2012

George Lucas verkauft Lucasfilm Ltd. an The Walt Disney Company. Zugleich kündigt er an, keine großen Blockbuster-Filme mehr produzieren zu wollen.  Stattdessen will er sich auf kleinere, unabhängig finanzierte Filme konzentrieren.

Disney zahlt für den Deal 4,05 Milliarden Dollar, rund zur Hälfte in bar bzw. in Aktien, und erhält dafür sämtliche Rechte an den Star Wars- und Indiana Jones-Reihen.

Der Verkauf umfasst auch die zu Lucasfilm gehörenden Subunternehmen Industrial Light and Magic (ILM) und Skywalker Sound sowie eine Palette von innovativen Technologien für die Unterhaltungsindustrie.

Kathleen Kennedy wird Präsidentin von Lucasfilm und dient als Executive Producer bei den neuen Star Wars-Filmen, die Disney sofort in Auftrag gibt, beginnend mit Star Wars: The Force Awakens (2015). Lucas ist anfangs als kreativer Berater beteiligt, zieht sich aber bald mehr und mehr zurück.

Das Mega-Geschäft folgt auf Disneys Übernahme der Pixar Studios für 7,4 Milliarden Dollar im Jahr 2006 und Marvel Comics für 4,2 Milliarden Dollar im Jahr 2009.

Mit dem Verkauf von Lucasfilm an Disney wird Lucas zu Disneys zweitgrößtem Einzelaktionär hinter dem Nachlass von Steve Jobs.

Lucas kündigt an, die Hälfte seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden, als Teil eines Non-Profit-Projekts namens The Giving Pledge – Bill Gates und Warren Buffett wollen damit die reichsten US-Amerikaner überzeugen, ihr Vermögen an Wohltätigkeitsorganisationen zu spenden.

Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull (2008)

Steven Spielbergs Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull, der vierte Teil der von George Lucas geschaffenen Indiana Jones-Filmreihe wird von Frank Marshall produziert und kommt 19 Jahre nach dem dritten Teil in die Kinos. Die Titelrolle spielt der inzwischen 64-jährige Harrison Ford. Das Drehbuch berücksichtigt sein Alter, indem die Handlung ins Jahr 1957 verlegt wird.

Zu den Darstellern zählen Cate Blanchett, Karen Allen, Ray Winstone, John Hurt, Jim Broadbent und Shia LaBeouf (das Mädchen, von dem er in der Diner-Szene einen Haken verpasst bekommt, ist Sasha Spielberg).

Als sich George Lucas und Steven Spielberg dazu durchringen, ein viertes Abenteuer zu entwickeln, sind die Erwartungen so hoch wie die Risiken des Scheiterns. Der Aufhänger für die Handlung bereitet am meisten Kopfzerbrechen. Alle bisherigen Teile rankten sich um religiöse Artefakte. Lucas kommt schließlich auf die Idee, Indy gegen Wesen aus dem Weltraum antreten zu lassen und die Geschichte im Zeitalter trashiger Science-Fiction-Filme der 1950er Jahre anzusiedeln. Jeb Stuart und Jeffrey Boam schreiben erste Drehbuchentwürfe, aber Spielberg und Ford reagieren verhalten. Als Roland Emmerichs Independence Day (1996) in die Kinos kommt, sagt Spielberg zu Lucas, er sei nicht daran interessiert, einen weiteren Film über eine Alien-Invasion zu drehen.

Als sich Ford, Lucas, Spielberg, Frank Marshall und Kathleen Kennedy im Jahr 2000 während der AFI-Ehrung für Harrison Ford wieder begegnen, sind sich alle einig, sie sollten nun doch den nächsten Indiana Jones-Film machen. Lucas schafft es irgendwie, Spielberg davon zu überzeugen, die Aliens seien in Wahrheit keine „Außerirdischen“, sondern „interdimensionale“ Wesen – ein von der Superstring-Theorie inspiriertes Konzept, das auch die Handlung von Interstellar (2014) wesentlich beeinflusst. Lucas schlägt zudem vor, die Kristallschädel in die Handlung einzubauen (ursprünglich wollte er sie schon in einer Episode seiner TV-Reihe Young Indiana Jones verwenden). M. Night Shyamalan und Tom Stoppard werden damit beauftragt, Scripts für einen auf 2002 terminierten Drehbeginn zu schreiben, doch wegen Lucas‘ Arbeit an den Star Wars-Prequels wird der Produktionsstart  verschoben.

Im Jahr 2003 verfasst Frank Darabont, der bereits als Autor und Regisseur für Young Indiana Jones in Erscheinung trat, ein neues Drehbuch für den Film, den man auch als Indiana Jones and the Curse of Development Hell bezeichnen könnte. In Wahrheit lautet der Titel von Darabonts Script Indiana Jones and the City of Gods und enthält die meisten der Ideen, die in den fertigen Film einfließen werden. Darabont zufolge ist Spielberg von seinem Drehbuch begeistert, doch Lucas legt sein Veto ein. Somit werden weitere Scriptautoren beauftragt: Jeff Nathanson reicht 2005 seine Entwürfe ein, mit dem Titel The Atomic Ants. Schließlich überarbeitet David Koepp diese Fassung (und verfeinert gemeinsam mit Raiders of the Lost Ark-Drehbuchautor Lawrence Kasdan die Dialoge zwischen Indy und Marion). Koepps Drehbuchfassung ist mit dem Titel Destroyer of Worlds versehen, eine Anspielung auf ein Zitat von J. Robert Oppenheimer („Vater“ der Atombombe). Spielberg und Lucas entscheiden sich schließlich für den überbordenden Titel Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull.

Drehbuchautor David Koepp bringt den Charakter der sowjetischen Agentin Irina Spalko zu Papier, glänzend dargestellt von Cate Blanchett, die ganz versessen darauf ist, die Rolle eines Bösewichts zu spielen. Ihr strenger Haarschnitt ist ihre eigene Idee, und ihren ebenso strengen Gestus orientiert sie an Colonel Rosa Klebb (Lotte Lenya), der Schurkin aus dem James Bond-Film From Russia With Love (1963). Allerdings gelingt es Koepp nicht, ihre Rolle für die Story angemessen zu nutzen (nach einem starken ersten Auftritt wird ihre Rolle auf relativ kleine Szenen reduziert, und im ohnehin nicht besonders spannenden Fecht-Duell tritt sie gegen Indys Sohn an). Ein ordentlicher Showdown zwischen ihr und Indy fehlt. Dennoch bezeichnet Spielberg Blanchetts Irina Spalko als seinen Lieblings-Bösewicht:

”Of all the villains I’ve been able to work with in the Indiana Jones movies, I can say she’s my favorite. And I think Cate made her that way.”

Als allumfassendes Wissen zum Greifen nah ist, hören wir Irina Spalkos orgiastischen Ausruf: „I want… to know!“ – eine Anspielung auf Joan Crawfords Ausruf: „I want… to see!“ in der TV-Folge Eyes (1969), Spielbergs Debüt als professioneller Regisseur.

Auf „Verlangen“ der Fans spielt Karen Allen erneut ihre Rolle als Marion Ravenwood: Leider wird der großartige Auftritt, den Frank Darabont für sie geschrieben hat, nicht im Film verwendet. In Darabonts Drehbuch folgen wir einer unbekannten Dame beim Betreten eines Nachtclubs in Peru:

„We’re too far away to see her face, and in any event she’s obscured by a stylish wide-brimmed hat that matches her white tailored skirt suit. (…) She comes up behind Indy as the bartender sets down his martini. She makes her presence known by plucking an olive with a white-gloved hand and dropping it in Indy’s drink. Indy turns, looking up at her. A frozen beat. His expression going slack. For a moment his brain refuses to accept what he’s seeing; it’s literally the last person he ever expected. (…) She looks fantastic, not to mention dumbstruck at the sight of Indy her smile fades … and she hauls off and punches him in the mouth.“

Als es im Drehbuch zum unvermeidlichen Wett-Trinken kommt, quetscht Marion Indy über seine alte Flamme Willie Scott aus. Indy hat dazu folgendes zu sagen: „She moved out to Hollywood to be a star. Last I heard, she fell in love and married some bigshot director.“ (Tatsächlich heiratete Willie Scott-Darstellerin Kate Capshaw ihren Regisseur Steven Spielberg).

Im Film bleiben Marions „Überraschungs“-Auftritt und ihre anschließenden Szenen verglichen mit Darabonts Einfällen leider unter ihrem Potenzial. Ähnliches kann man über ihren Sohn, Mutt Williams, sagen. In seiner farblosen Darstellung kann Shia LaBeouf nicht annähernd die Rivalität zwischen Vater und Sohn vermitteln, die im legendären Schlagabtausch zwischen Ford und Connery in The Last Crusade (1989) zum Ausdruck kam. Stattdessen sehen wir Mutt in einem Tarzan-ähnlichen Stunt, mit einer Horde von Affen zwischen Lianen schwingend – eine Szene, die viele Indy-Fans gern aus ihrer Erinnerung  löschen würden.

In seiner Drehbuchfassung erweitert David Koepp die Rolle des kauzigen Professor Oxley, der von John Hurt brillant verkörpert wird (Darabont hatte John Hurt im Sinn, als er seine Rolle ersann). Koepp ergänzt zudem den Part des „Triple-agent“ George „Mac“ McHale (Ray Winstone). In Darabonts Drehbuch hatte Indys Vater, Professor Henry Jones Sr., noch einen Auftritt, doch die Idee wird fallengelassen, als Sean Connery ablehnt, die Rolle nochmals zu spielen (er ist aber auf einem Foto auf Indys Schreibtisch zu sehen). Indys Freund Sallah hat in Darabonts Drehbuch einen Kurzauftritt bei der Hochzeitsfeier, doch John Rhys-Davies winkt ab, da er meint, seine Rolle verdiene mehr als das. Charles Stanforth (gespielt von Jim Broadbent), Dekan des fiktiven Marshall College und Indys Freund, tritt die Nachfolge von Marcus Brody an, dessen Schauspieler, Denholm Elliott, bereits 1992 verstarb. In Erinnerung an Elliott platzieren die Filmemacher ein Porträt und eine Statue auf dem Marshall College-Gelände.

Als Indy wegen angeblicher kommunistischer Verbindungen von seinem Lehramt am College suspendiert wird, zeigt Stanforth Rückgrat und tritt ebenfalls zurück, mit den Worten: “I don’t recognize this country anymore!“ Dies ist Spielbergs doppeldeutiger Kommentar, einerseits zum Klima der politischen Repression gegen Kommunisten während der McCarthy-Ära, anderseits zu den ausufernden Homeland Security-Maßnahmen der Gegenwart.

In einer Kulissen-Vorstadt der 1950er Jahre dreht Spielberg eine ganze Sequenz aus Darabonts Drehbuch und erschafft eine bizzarre Momentaufnahme aus der Zeit seiner Kindheit (Videoclip): Indy flieht in eine „typische“ Vorstadt, die nur errichtet wurde, um in einem Atombomben-Test „weggepustet“ zu werden. Als Indy feststellt, dass die Familie, die vor dem TV-Gerät sitzt, in Wahrheit aus Schaufensterpuppen bestehen und der Countdown für die Bombe gestartet wird, klettert er in einen bleiverstärkten Kühlschrank (Spielbergs Lieblings-Ausstattungsgegenstand), der ihm das Leben rettet. Dieser verrückte Exkurs – ein schönes Beispiel für Michael Kahns meisterhaften Schnitt – ist einer der Höhepunkte des Films, der allerdings die Fans polarisiert und den Begriff „nuke the fridge“ prägt.

Spielberg sieht sich genötigt, George Lucas aus dem Schussfeld der Kritik zu nehmen:

„What people really jumped at was Indy climbing into a refrigerator and getting blown into the sky by an atom-bomb blast. Blame me. Don’t blame George. That was my silly idea. People stopped saying „jump the shark“. They now say, „nuked the fridge“. I’m proud of that. I’m glad I was able to bring that into popular culture.“

Ein Teil des Spaßes sind die vielen Filmreferenzen, die sich in Kingdom of the Crystal Skull entdecken lassen, z.B. American Graffiti (1973), The Treasure of the Sierra Madre (1948), The Wild One (1953), Vertigo (1958), und Star Wars – A New Hope (1977) – mit Indys „bad feeling about this“. Nicht zu vergessen, der Kurz-„Auftritt“ der Bundeslade aus Raiders of the Lost Ark (1981).

Um eine ästhetische Kontinuität mit den früheren Filmen zu wahren, studiert Kameramann Janusz Kamiński den Bildgestaltungsstil von Douglas Slocombe, der in den früheren Filmen die Kamera führte. Spielberg über ihre gemeinsame Annäherung an den visuellen Stil des Films:

„I still wanted the film to have a lighting style not dissimilar to the work Doug Slocombe had achieved, which meant that both Janusz and I had to swallow our pride. Janusz had to approximate another cinematographer’s look, and I had to approximate this younger director’s look that I thought I had moved away from after almost two decades.“ 

Zunächst möchte Spielberg auf digitale Effekt vollständig verzichten und stattdessen traditionelle Stuntarbeit, gebaute Sets und Practical Effects einsetzen. Doch während der Entstehung des Films produziert ILM mehr CGI als erwartet, so dass der Film am Ende insgesamt ca. 450 CGI-Aufnahmen enthält. Allerdings besteht Spielberg darauf, den Film nicht in digitalem Format zu drehen und will auch nicht, dass er in diesem Format aufgeführt wird.

John Williams beschreibt seine Komposition zum vierten Teil der Indiana Jones-Reihe „like sitting down and finishing a letter that you started 25 years ago”. Er „recycelt“ Indianas und Marions Themen und fügt weitere musikalische Motive für Mutt, Spalko und den Kristallschädel hinzu.

Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull erlebt seine Weltpremiere am 18. Mai 2008 in Cannes – der erste Spielberg-Film seit E.T. – The Extraterrestrial (1982), mit dem die Filmfestspiele von Cannes eröffnen. Vier Tage später läuft der Film weltweit an. Die Reaktionen von Kritikern und Publikum sind zwiespältig. Der Film ist ein großer finanzieller Erfolg und nimmt weltweit mehr als 786 Millionen Dollar ein, bei einem Budget von 185 Millionen Dollar. Spielberg beschreibt den Film als “the sweet dessert I give those who had to chow down on the bitter herbs I used in Munich.”

Im Gegensatz zu früheren Indiana Jones-Film, erhält Kingdom of the Crystal Skull keine einzige Oscar-Nominierung. Es ist der letzte Teil im Verleih der Paramount Pictures, nachdem 2012 die Walt Disney Studios durch ihren Zukauf von Lucasfilm die Rechte an der Filmreihe erwerben.


Steven Spielberg Chroniken
Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull

 

1994

Frank Darabonts The Shawshank Redemption lebt durch die großartigen Darsteller, in den Hauptrollen Tim Robbins und Morgan Freeman, sowie die eindringlichen Bildmotive von Kameramann Roger Deakins.

Der Film beruht auf einem Roman von Stephen King und erzählt die Geschichte eines Bankmanagers, der anhand von Indizien wegen Mordes an seiner Frau und deren Liebhaber zu lebenslanger Haft im berüchtigten Shawshank State Prison verurteilt wird. Der Film enttäuscht an der Kinokasse, wird aber von Filmkritikern und Cineasten hoch gelobt.

In der IMDb wird der Film mit 9,3 von möglichen 10 Sternen bewertet (bei 1,404 Millionen Stimmabgaben). Damit belegt er in der aus User-Bewertungen errechneten Liste der IMDB Top 250 films seit 2008 den ersten Platz und gehört zu den einzigen drei Filmen dieses Rankings, die 9 Sterne haben.

Bei den Academy Awards hat der Film jedoch keine Chance gegen Robert Zemeckis’ Forrest Gump. Er wird in sieben Kategorien nominiert, geht aber leer aus.

Frank Darabont schreibt ein Draft Script für Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull (2008), das von Steven Spielberg und Harrison Ford hoch favorisiert wird, jedoch bei George Lucas keine Zustimmung findet (dennoch verwendet Spielberg Teile aus Darabonts Script).

Spielberg besetzt Morgan Freeman für eine der Hauptrollen in Amistad (1997) und Tim Robbins für eine Nebenrolle in War of the World (2005). The Shawshank Redemption-KomponistThomas Newman schreibt den Score für Spielbergs Bridge of Spies (2015).

Indiana Jones and the Last Crusade (1989)

Mit dem dritten Teil der Indiana Jones-Reihe, Indiana Jones and the Last Crusade, möchte sich Regisseur Steven Spielberg von der exzessiven Gewalt und schrillen Inszenierung des Vorgängerfilms Indiana Jones and the Temple of Doom (1984) distanzieren, die bei Teilen der Kritik und des Publikums zu negativen Reaktionen führten.

Wie im ersten Film Raiders of the Lost Ark (1981) jagen die Nazis einem okkulten Objekt nach – dieses Mal ist es der Heilige Gral -, und Indy muss sie stoppen. Spielberg gibt sich nicht zufrieden mit diesem McGuffin und überzeugt George Lucas davon, den Fokus der Story auf Indys Suche nach seinem entführten Vater zu richten.

“I wanted to do Indy in pursuit of his father (a medieval scholar), sharing his father`s dream, and also, in the course of searching for their dreams, they rediscover each other.” In einer schwierigen Phase seines Lebens kann sich Spielberg auf der Leinwand mit der angespannten Beziehung zu seinem eigenen Vater befassen. Jones Sr. und Jr. werden in humorvolle Streitgespräche verwickelt, die den Auseinandersetzungen zwischen Indy und Marion im ersten Film ähneln.

Der Erfolg des Films beruht nicht unwesentlich auf einem Casting-Coup: Ex-Bond-Darsteller Sean Connery verkörpert Professor Henry Jones Sr., Indys Vater, der ihm ständig auf die Nerven geht, indem er ihn “Junior” nennt. Von Beginn an betrachteten Lucas und Spielberg den James Bond-Charakter als “Vaterfigur” für Indiana Jones.

Jeffrey Boam (Innerspace) schreibt das Drehbuch; Tom Stoppard (Empire of the Sun) und Menno Meyjes (The Color Purple) sind ebenfalls daran beteiligt.

Die Story stellt Indiana Jones (Harrison Ford) diesmal eine österreichische Archäologin namens Dr. Elsa Schneider an die Seite – gespielt von Alison Doody , die ihren ersten Filmauftritt im James Bond-Film A View to A Kill (1985) hatte. Zur Darstellerriege gehören auch Julian Glover (The Empire Strikes Back) und die Veteranen aus Raiders of the Lost Ark John Rhys-Davies (Sallah) und Denholm Elliott (Marcus Brody).

In der Eröffnungssequenz des Films sehen wir einen 13-jährigen Pfadfinder namens Indiana Jones (gespielt von River Phoenix). Er schnappt einer Gruppe von Grabräubern ein goldenes Kruzifix weg, um es an ein Museum weiterzugeben. Die Männer jagen ihn durch die Bahnwaggons einer Zirkustruppe – der Ursprung für Indys Schlangenphobie. Die Sequenz mit dem Zirkuszug ist eine Anspielung auf den ersten Film, den der junge Spielberg im Kino sah: The Greatest Show on Earth (1952). Der Prolog inspiriert Lucas zu seiner TV-Reihe The Young Indiana Jones Chronicles (1992-93).

Noch einmal erschafft Kameramann Douglas Slocombe eine meisterhafte Bildwelt, die an die goldene Hollywood-Ära erinnert. Spielberg konzipiert die Einstellung mit Henry Jones und seinem Schirm (mit dem er das Nazi-Flugzeug zum Absturz gebracht hat) als eine Hommage an David Leans Klassiker Ryan’s Daughter (1970).

The Last Crusade erhält überwiegend positive Kritiken und entwickelt sich zum weltweit finanziell erfolgreichsten Film des Jahres 1989. Nahezu 20 Jahre werden vergehen, bis ein weiterer Indiana Jones-Film in die Kinos kommt: Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull (2008).


Steven Spielberg Chroniken
Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Indiana Jones and the Last Crusade