2018

Steven Spielberg erfüllt sich einen Herzenswunsch: Er plant ein Remake von Robert Wises Filmadaption des Broadway-Musicals West Side Story von 1961.

Die von William Shakespeares Romeo und Julia inspirierte Geschichte handelt von zwei Liebenden (Tony und Maria) im New York der 1950er Jahre, die als Angehörige rivalisierender Jugendbanden (Weiße gegen Lateinamerikaner) einen tragischen Konflikt auslösen.

An Spielbergs Seite arbeiten die Produzenten Kristie Macosko Krieger und Kevin McCollum (mit dem Tony Award ausgezeichneter Broadway-Produzent der Musicals Rent, In the Heights und Avenue Q) an den Vorbereitungen.

Spielbergs Intention, ein Musical zu verfilmen, geht bis in die 1980er Jahre zurück und lässt sich an der Musical-Intro von Indiana Jones and the Temple of Doom ablesen.

Tony Kushner erwähnt 2017 in einem Interview, er arbeite im Auftrag von Spielberg an einem Drehbuch für eine Neuverfilmung von West Side Story. Im Januar 2018 erfolgt ein Casting-Aufruf für Spanish-sprechende Schauspieler. Für das Remake wird offenbar ein ethnisch authentisches Ensemble gesucht (im Originalfilm war Rita Moreno noch die einzige lateinamerikanische Hauptdarstellerin).

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2016

Der legendäre britische Kameramann Douglas Slocombe stirbt im Alter von 103 Jahren in einem Krankenhaus in London. Seine Filmografie enthält 80 Filme.

Als Wochenschau-Kameraman filmt er den Überfall der Nationalsozialisten auf Polen. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitet er als Kameramann für eine Reihe so genannter Ealing-Komödien (benannt nach dem Filmstudio), darunter Kind Hearts and Coronets mit Alec Guinness. Zu seinen weiteren Filmen zählen The Lion in Winter (1968), Jesus Christ Superstar (1973), Julia (1977), Rollerball (1975) und der James Bond-Film Never Say Never Again (1983).

Slocombe gewinnt drei BAFTA Awards für The Servant (1963), The Great Gatsby (1974) und Julia (1977). Er wird dreimal für den Academy Award nominiert, darunter für Steven Spielbergs Raiders of the Lost Ark (1981).

Vor Raiders dreht Slocombe die vielgepriesene und technisch komplexe Indien-Sequenz für Steven Spielbergs Close Encounters of the Third Kind (1977).

Als „Dougie“ – wie Spielberg ihn nennt – die Szenen für Raiders dreht, ist er bereits 68 Jahre alt. Harrison Ford zufolge hat Dougie nie einen Belichtungsmesser verwendet – er habe nur die Hand hochgehalten und den Schatten seines Daumen auf der Handfläche geprüft.

Slocombe arbeitet als Kameramann für zwei weitere Teile der Filmreihe: Indiana Jones and the Temple of Doom (1984) und Indiana Jones and the Last Crusade (1989), bevor beim vierten Teil Janusz Kamiński seine Aufgabe übernimmt.

1996 wird Slocombe von der British Society of Cinematographers für sein Lebenswerk ausgezeichnet und wird 2008 für seine Verdienste um die Filmindustrie in den Order of the British Empire aufgenommen.

Steven Spielberg nennt Douglas Slocombe “a great collaborator and a beautiful human being”.

“Dougie Slocombe was facile, enthusiastic, and loved the action of filmmaking. Harrison Ford was Indiana Jones in front of the camera, but with his whip-smart crew, Dougie was my behind the scenes hero for the first three Indy movies.”

 

2001

Shrek ist ein amüsanter Computer-animierter Film über einen grünhäutigen Ogre namens “Shrek“ (abgeleitet vom jiddisch-deutschen „Schreck“). Frei nach William Steigs 1990 erschienenen Bilderbuch Shrek! entsteht der Film unter der Regie von Andrew Adamson und Vicky Jenson und etabliert DreamWorks Animation als Hauptkonkurrenten von Pixar.

Die Figuren des geistreichen Märchens werden von bekannten Darstellern wie Eddie Murphy, Cameron Diaz und John Lithgow gesprochen. Als Mike Myers für die Stimme der Hauptfigur verpflichtet wird, entscheidet er sich für einen schottischen Akzent.

Die Filmrechte erwirbt Executive Producer Steven Spielberg bereits 1991 und plant zunächst einen traditionell hergestellten Animationsfilm. Als Spielberg das Projekt 1994 in das gerade neu gegründete Unternehmen DreamWorks SKG einbringt, leitet Jeffrey Katzenberg die sofortige Umsetzung in die Wege. Die Verfilmung ist voll von Film- und Popkultur-Referenzen und nimmt vor allem Animationsfilme von Disney aufs Korn (Katzenbergs Ex-Arbeitgeber).

Shrek spielt u.a. auf folgende Filme anThe Wizard of Oz (1939), Dumbo (1941), Cinderella (1950), Peter Pan (1953), Vertigo (1958), West Side Story (1961), Star Trek (1966), The Godfather (1972), Monty Python and the Holy Grail (1975), Close Encounters of the Third Kind (1977), The Blues Brothers (1980), Poltergeist(1982), Star Wars: Episode VI – Return of the Jedi (1983), Indiana Jones and the Temple of Doom (1984), Beetlejuice (1988), Pulp Fiction (1994), Mulan (1998) und Gladiator (2000).

Ursprünglich soll Shrek im Motion-Capture-Verfahren umgesetzt werden, doch nach enttäuschenden Testaufnahmen beauftragt das Studio Pacific Data Images (PDI), eine Firma, die ein Jahr zuvor von DreamWorks aufgekauft wurde, mit der Umsetzung als Computer-animierten Film.

Mit weltweiten Einnahmen von 484,4 Millionen Dollar ist der Film ein großer Kassenerfolg und wird von der Kritik positiv bewertet.

Shrek gewinnt als erster Film den Academy Award in der neu geschaffenen Kategorie Best Animated Feature (und verweist Pixar’s Monsters, Inc auf die Ränge). Shrek wird nominiert in der Kategorie Best Adapted Screenplay.

Wegen des großen Erfolgs produziert DreamWorks drei FortsetzungenShrek 2 (2004), Shrek the Third (2007) und Shrek Forever After (2010) sowie auf Shrek basierende Videospiele, ein Musical und ein Comic.

Indiana Jones and the Temple of Doom (1984)

Indiana Jones and the Temple of DoomPrequel zu Raiders of the Lost Ark (1981), ist ein großer Kassenerfolg, stößt aber bei den Kritikern auf geteiltes Echo wegen der schrillen Inszenierung und der Gewaltexzesse. Die MPAA sieht sich gezwungen, die Altersfreigabe PG-13 einzuführen.

Raiders-Drehbuchautor Lawrence Kasdan lehnt Lucas‘ Angebot ab, auf Basis seiner Storyidee auch das Script für den zweiten Teil zu schreiben: “I just thought it was horrible. It’s so mean. There’s nothing pleasant about it.” An seiner Stelle folgen Willard Huyck und Gloria Katz den Vorgaben von Lucas und Spielberg, das Skript für einen düsteren Film zu verfassen.

Höhepunkte des Films sind die Musical-Intro und die Minen-Verfolgungsjagd.

Aus dem Casting mit mehr als 120 Schauspielerinnen, die für die weibliche Hauptrolle vorsprechen (einschließlich Sharon Stone) wählt Spielberg Kate Capshaw – und heiratet sie 1991. Sie spielt Willie Scott, eine amerikanische Nachtclub-Sängerin in Shanghai. Spielberg und Lucas machen sie zu einer verwöhnten und hysterischen Damsel in Distress – eine radikale Abkehr von der zähen und cleveren Marion Ravenwood aus dem ersten Teil.

Ke Huy Quan spielt den 9-jährigen Sidekick Short Round, der seine Eltern beim japanischen Bombardement auf Shanghai verloren hat und – ausgerechnet – in Indiana Jones eine Art Ersatzvater gefunden hat. Spielbergs Empire of the Sun (1987) handelt von den Auswirkungen der Schlacht um Shanghai auf die dort lebenden Kinder.


Steven Spielberg Chroniken
Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von
 Indiana Jones and the Temple of Doom

1857

In Indien wird gegen die Vorherrschaft Großbritanniens bzw. der British East India Company rebelliert. Die britische Bevölkerung, die bislang wenig über das Land wusste, ist schockiert. Nach der Niederschlagung des Aufstands 1859 beklagt die britische Armee über 2.700 tote Soldaten in ihren Reihen. Die Zahl der umgekommenen Inder dürfte weitaus größer gewesen sein, ist aber umstritten. Bis heute ringt man um eine Bezeichnung der Ereignisse, da das Wort „Meuterei“ als verharmlosend und der Begriff „Erster Indischer Unabhängigkeitskrieg“ als übertrieben empfunden wird.

In diese Diskussion soll auch Professor Indiana Jones hineingezogen werden, als er in Steven Spielbergs Film Indiana Jones and the Temple of Doom (1984) im Palast zu Pankot ein bizarres Mahl kredenzt bekommt.

Mahatma Gandhi wird erst 1869 geboren, und die britische Herrschaft wird noch fast 90 Jahre andauern, bis zur Unabhängigkeit Indiens 1947. Über diese Ereignisse dreht Sir Richard Attenborough seinen Film Gandhi (1982).