2016

Am Ende eines Jahres, in dem so viele begnadete Künstler – darunter Prince und David Bowie –  viel zu früh von uns gegangen sind, setzt der überraschende Tod von Carrie Fisher einen traurigen Schlusspunkt.

Über Generationen hinweg berühmt wird Carrie Fisher als Darstellerin von Prinzessin Leia aus der Star Wars-Filmreihe und gehört zum Cast von Filmen wie The Blues Brothers (1980) und When Harry Met Sally (1989). Sehr aktiv und gefragt ist sie aber auch als Drehbuch- und Buchautorin sowie als Produzentin. Für Spielbergs Hook (1991) schreibt sie die Dialoge von Tinker Bell (Julia Roberts) und ist in einem Cameo in den Armen von George Lucas zu sehen.

Carrie Fisher stirbt am 27. Dezember 2016 im Alter von 60 Jahren infolge eines schweren Herzinfarkts, den sie an Bord eines Flugzeugs erleidet. Einen Tag später verstirbt auch ihre Mutter, die Schauspielerin Debbie Reynolds, im Alter von 84 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.

Harrison Ford:

“Carrie was one-of-a-kind…brilliant, original (…) Funny and emotionally fearless. She lived her life, bravely. We will all miss her.”

Kathleen Kennedy:  

“Carrie holds such special place in the hearts of everyone at Lucasfilm it is difficult to think of a world without her. She was Princess Leia to the world but a very special friend to all of us. She had an indomitable spirit, incredible wit, and a loving heart. Carrie also defined the female hero of our age over a generation ago. Her groundbreaking role as Princess Leia served as an inspiration of power and confidence for young girls everywhere. We will miss her dearly.”

George Lucas: 

“Carrie and I have been friends for most of our adult lives,” he wrote. “She was extremely smart; a talented writer, actress and comedienne with a very colorful personality that everyone loved. In ‘Star Wars,’ she was our great and powerful princess — feisty, wise and full of hope in a role that was more difficult than most people might think. My heart and prayers are with Billie, Debbie and all Carrie’s family, friends and fans. She will be missed by all.”

Steven Spielberg:  

“I have always stood in awe of Carrie. Her observations always made me laugh and gasp at the same time. She didn’t need The Force. She was a force of nature, of loyalty and of friendship. I will miss her very much.”

via Hollywood Mourns the Loss of Its Princess Leia, ‘Star Wars’ Actress Carrie Fisher — Variety

Indiana Jones 5 (2020)

Fotos: © 1981, 1984, 1989, 2008 Lucasfilm Ltd.

Anything Goes: Indiana Jones kehrt zurück…

Disney kündigt einen fünften Indiana Jones-Film an – unter der Regie von Steven Spielberg und mit Harrison Ford in der Hauptrolle. Kinostart: 9. Juli 2020.

Kathleen Kennedy, Frank Marshall produzieren das Projekt, das noch keinen Titel hat (Executive Producers: George Lucas und Steven Spielberg).

Einem Interview mit Drehbuchautor David Koepp zufolge ist George Lucas diesmal nicht an der Entwicklung der Story beteiligt – offenbar eine Lehre, die man aus dem letzten Teil gezogen hat…

Harrison Ford sagt in einem BBC-Interview, er habe die Rolle unter zwei Bedingungen angenommen:

„I’ve always thought there was an opportunity to do another. But I didn’t want to do it without Steven [Spielberg]. And I didn’t want to do it without a really good script. And happily we’re working on both. Steven is developing a script now that I think we’re going to be very happy with.”

Andere Schauspieler wurden noch nicht ausgewählt. Zu den weiteren regulären Mitgliedern von Spielbergs Crew gehören:

Filmmusik
John Williams

Kamera
Janusz Kaminski

Schnitt
Michael Kahn

Special Effects
Industrial Light & Magic (ILM)

Alles über Indiana Jones

Fotos: © 1981, 1984, 1989, 2008 Lucasfilm Ltd.

2016

Der legendäre britische Kameramann Douglas Slocombe stirbt im Alter von 103 Jahren in einem Krankenhaus in London. Seine Filmografie enthält 80 Filme.

Als Wochenschau-Kameraman filmt er den Überfall der Nationalsozialisten auf Polen. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitet er als Kameramann für eine Reihe so genannter Ealing-Komödien (benannt nach dem Filmstudio), darunter Kind Hearts and Coronets mit Alec Guinness. Zu seinen weiteren Filmen zählen The Lion in Winter (1968), Jesus Christ Superstar (1973), Julia (1977), Rollerball (1975) und der James Bond-Film Never Say Never Again (1983).

Slocombe gewinnt drei BAFTA Awards für The Servant (1963), The Great Gatsby (1974) und Julia (1977). Er wird dreimal für den Academy Award nominiert, darunter für Steven Spielbergs Raiders of the Lost Ark (1981).

Vor Raiders dreht Slocombe die vielgepriesene und technisch komplexe Indien-Sequenz für Steven Spielbergs Close Encounters of the Third Kind (1977).

Als „Dougie“ – wie Spielberg ihn nennt – die Szenen für Raiders dreht, ist er bereits 68 Jahre alt. Harrison Ford zufolge hat Dougie nie einen Belichtungsmesser verwendet – er habe nur die Hand hochgehalten und den Schatten seines Daumen auf der Handfläche geprüft.

Slocombe arbeitet als Kameramann für zwei weitere Teile der Filmreihe: Indiana Jones and the Temple of Doom (1984) und Indiana Jones and the Last Crusade (1989), bevor beim vierten Teil Janusz Kamiński seine Aufgabe übernimmt.

1996 wird Slocombe von der British Society of Cinematographers für sein Lebenswerk ausgezeichnet und wird 2008 für seine Verdienste um die Filmindustrie in den Order of the British Empire aufgenommen.

Steven Spielberg nennt Douglas Slocombe “a great collaborator and a beautiful human being”.

“Dougie Slocombe was facile, enthusiastic, and loved the action of filmmaking. Harrison Ford was Indiana Jones in front of the camera, but with his whip-smart crew, Dougie was my behind the scenes hero for the first three Indy movies.”

 

2015

Star Wars: The Force Awakens feiert seine Weltpremiere in Los Angeles. Mehr als 5.000 Gäste nehmen teil, verteilt auf alle drei Kinos am Hollywood Boulevard: Dolby Theatre, Chinese Theatre und El Capitan Theatre.

Vor der Uraufführung bedankt sich Regisseur J.J. Abrams bei George Lucas, dem Schöpfer des Star Wars-Universums und bei seinem langjährigen Mentor, Steven Spielberg. “It is an honor to be here with you at this incredibly low-key premiere,” scherzt Abrams.

Dann spricht er Spielberg direkt an:

“I owed you everything already before you lobbied for me to get this movie. Dude, I’m tapped out.”

Während der Dreharbeiten gab Spielberg Hinweise zur Verbesserung zweier Szenen: Nachdem der TIE-Jäger auf Jakku vom Sand verschluckt wurde, sollte es eine große Explosion geben, die dann auch wirklich eingefügt wurde. Und als er eine erste Fassung des Lichtschwertduells auf der Starkiller-Basis sah, stellte er die Frage: ‘What if trees were falling while they were fighting?’ Auch dieser Effekt wurde ergänzt.

J.J. Abrams bedankt sich anschließend bei der Star Wars-Crew und bringt dann die Stars auf die Bühne. Carrie Fisher, Mark Hamill und Harrison Ford erhalten jeweils stehende Ovationen.

Zu den Gästen im Saal gehören auch Regisseure wie Ava DuVernay, Ryan Coogler, Colin Trevorrow, Edgar Wright, Jon Favreau und Roland Emmerich.

Star Wars: The Force Awakens ist der siebente Teil der aus neun Episoden bestehenden Star Wars-Filmreihe. Zu den Darstellern gehören Daisy Ridley, Adam Driver, John Boyega, Oscar Isaac, Lupita Nyong’o, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Peter Mayhew, Simon Pegg und Max von Sydow.

J.J. Abrams und Lawrence Kasdan, Co-Autor der Drehbücher für Star Wars: Episode V –The Empire Strikes Back (1980) und Star Wars: Episode V – Return of the Jedi (1983) überarbeiten ein Original-Script von Michael Arndt.

George Lucas bringt sich als Creative Consultant während der frühen Entwicklung des Films ein. Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy überwacht die Produktion mit einem Budget von 245 Millionen Dollar.

John Williams, der die Musik für die bisherigen Star Wars-Filme schrieb, komponiert auch den Score für Star Wars: The Force Awakens.

Der Film bricht viele Kassenrekorde und wird mit weltweiten Einnahmen von mehr als 2 Milliarden Dollar der finanziell einträglichste Film der Reihe. Star Wars: Episode VII – The Force Awakens erhält fünf Academy Award-Nominierungen.

Die beiden FortsetzungenEpisode VIII und Episode IX, kommen 2017 und 2019 in die Kinos.

2015

In einem Artikel des TIME Magazine spricht Steven Spielberg über die verstorbene Drehbuchautorin Melissa Mathison und ihren Beitrag für Spielbergs neuestes Projekt, die Filmadaption von Roald Dahls The BFG (2016).

Spielberg erinnert die Zusammenarbeit mit Mathison an ihre erste gemeinsame Arbeit am Drehbuch für E.T. – The Extraterrestrial (1982) am Set von Raiders of the Lost Ark (1981):

“I found working with Melissa that those 30-plus years had evaporated—it was just like being back in the cutting room on Raiders sitting on the floor with a bunch of cards strewn about, trying to figure out that story.”

Während der Dreharbeiten für The BFG im Sommer 2015 war Mathison jeden Tag anwesend, daher beschreibt Spielberg sie als “more than just a writing partner—she was a real on-set partner.” Und er fügt hinzu:

“It did not feel like an adult was writing words, but that they were coming improvisationally from the mouths of young people. That was her magic and that was her gift with E.T., and she’s done the same thing with BFG.”

“I think her legacy will be that she could only tell a story that began and ended from the heart. E.T.’s glowing heart was, in fact, Melissa’s.”

In dem TIME-Artikel verrät Kathleen Kennedy, dass es Harrison Ford (Mathisons damaliger Freund) war, der Melissa Mathison dazu überredete, das Drehbuch für Steven Spielbergs E.T. – The Extraterrestrial (1982) zu schreiben. Anfänglich lehnte sie das Angebot ab, mit dem Argument, sie sei nicht die richtige Autorin dafür, also wandte sich Spielberg an Ford und bat ihn um Hilfe.

In einem Interview mit EW spricht Steven Spielberg über seine erste Begegnung mit Melissa Mathison und ihre Zusammenarbeit:

“Like a mirage in Lawrence of Arabia…That’s what it was like the first time I set eyes on Melissa. We were shooting Raiders. It was in 1980, in the unbearable heat of Nafta in Tunisia, and amidst a couple of hundred Arab extras dressed in German uniforms, I saw what looked like an egret.This person was bent over, picking stuff up off the ground. I asked, ‘What are you doing?’ And she said, ‘You know, this used to be the ocean floor and look at all these fossils…’ She was right. Everywhere you looked on the ground there were fossils and seashells and all kinds of things in the sand.I said, ‘Who are you?’ And she simply said, ‘I’m Harrison’s friend.’ And I said, ‘Well, what do you do?’ She told me, ‘Currently, I’m a failed writer.’ I began to laugh and she began to laugh. Then I said, ‘What have you failed at?’ She said she had written a number of scripts that she wasn’t really happy with, and only one got made. When I realized she had written The Black Stallion, it stopped me in my tracks because it’s one of my favorite movies. Then I started asking her a lot of questions about The Black Stallion. Before she was even finished answering them, I said, ‘I have a story about this alien that gets stuck on Earth with a family of divorce, and … would you be interested in writing this with me?’  She said ‘No, no, no. I’m retired from writing now. I need to find another way to live my life.’ I started telling her the story of E.T. that I had thus far, not down on paper, but in my head. She heard it and said, ‘That’s really sweet and interesting, but I’ve retired.’

 

I went back to the set and shot a couple scenes with Harrison and told him this curious story of bumping into Melissa while she was picking up seashells in the middle of the Tunisian desert. I told him I had offered her a chance to write a movie with me and she turned it down. Harrison said, ‘Sounds like Melissa…’ I asked, ‘Can you help me?’ He said, ‘Let me talk to her tonight.’ And so the next day Harrison came into work, and the first thing he said was, ‘I think she’s had a change of heart.’

 

When I sat down to talk to her about the script again a few days later, she said, ‘I wasn’t really listening to anything you were saying to me before, so why don’t you start over again?’ [Laughs.] She started to brainstorm with me and added all kinds of new ideas to the mix. And that’s when I knew that I had a partner. Melissa was back in the writing game.While I was in the editing room cutting Raiders, Melissa would come in two to three days a week, and we would just sit and develop the story. She would put everything on cards. Those cards became a kind of talisman, and defined the way I thought about Melissa’s creative partnership with me. All these little cards, where she wrote down either my ideas or her own, eventually became the first draft. She went away for six weeks and wrote the script.“When I finally read the script, I pretty much said, ‘I could shoot this movie tomorrow.’ We tweaked it and we changed just a little bit of the third act. At one point, E.T. got sick and was taken to a hospital, and the entire venue of the film shifted to a medical center. On second thought, it just seemed like a better idea to keep it at home and turn the house into a hospital, so that became the triage of trying to save E.T. and Elliott’s lives. Those were some of the very few changes. Of all the movies I’ve ever made, E.T. went through the least amount of revision. Melissa’s heart was just glowing over that movie.

 

And the same darn thing happened 30 years later when we started our second collaboration on The BFG by Roald Dahl.The main difference was I didn’t have to talk her into writing this one. She had started writing it even before I came on board and had done three drafts before I started.It was the same energy and ease of conversation that happened all over again. I felt like I got into a time machine with her and went back to E.T.’s making, because the spirit that Melissa carried with her during her entire life had infected all of us, and she shaped The BFG into a portrait of a friendship. Melissa didn’t know she was sick at the beginning. The summer of 2014 was spent in a small garage in my house on Long Island, where we assembled the movie through [pre-visualized animations.] We made the entire movie of The BFG from beginning to end that way, and watched it and changed it. During principal photography in Vancouver this past spring, she was on the set every day, giving me the cards for the day’s work — just like on E.T.

 

She seemed fine, but there were several times that she needed to go back to L.A. for personal reasons. I didn’t ask what the personal reasons were. And one time she was absent [for] four days. Then she came back and she seemed perfectly okay again. So her health issues came as a surprise to all of us.I’ve had a lot of time to think about Melissa since she died in November, and I’m not really sure she’s gone. I feel her presence more than her absence. I’m really going to start to hurt when that fades and I start missing her again in my life.I could speak for many of her closest friends — we’re all still in disbelief that she’s gone. The thing about Melissa was, she could just watch the traffic of everyday things speed by her, which was just fine with her because in her life she preferred to stroll.

 

Moviemaking is often a lot of thunder and lightning, and Melissa was always the calm eye of the storm.She could relate to kids better than anybody I had ever met. On the set of E.T., she taught me on the first day of shooting that you never talk down to children. You get on their eye level and you simply fall into conversation with them. It changed my entire approach to directing children because I watched how effortless it was for Melissa to sit with Henry Thomas, Drew Barrymore, and Robert MacNaughton and just have a conversation with them.I think she understood the natural habitat of childhood. Melissa was all about discovery. And childhood is all about daily, even hourly, even minute-by-minute discoveries.Melissa was like a kid when she was making these little breakthroughs. Like how to tell a story, or how to find the right line of dialogue. Or how to find sea shells in a desert.

2015

Melissa Mathison stirbt im Alter von 65 Jahren.

Mit ihrem Oscar-nominierten Drehbuch für Steven Spielbergs E.T. – The Extraterrestrial (1982) legte sie den Grundstein für einen der beliebtesten Filmklassiker aller Zeiten – und diente bei dem Film auch als Associate Producer.

Mathison schrieb die Drehbücher für Carroll Ballards The Black Stallion (1979), Caleb Deschanels The Escape Artist (1982), das zweite Segment in Steven Spielbergs Twilight Zone – The Movie (1983), den Fernsehfilm Son of the Morning Star (1991), und Frank OzThe Indian in the Cupboard (1995). Mathison hatte ein besonderes Geschick für Kinder- und Jugendliteratur und porträtierte Kinder sensibel und heroisch.

Seit 2012 arbeitete sie mit Steven Spielberg wieder zusammen und schrieb das Drehbuch für sein neuestes Filmprojekt, die Roald Dahl-Adaption The BFG (2016), die sich derzeit in der Phase der Post-Production befindet. Als er von ihrem Tod erfährt, gibt Spielberg folgende Erklärung ab:

“Melissa had a heart that shined with generosity and love and burned as bright as the heart she gave E.T.”

Auf der Special-Edition-DVD von 2002 beschreibt Spielberg ihren Beitrag zum Film so:

“Melissa delivered this 107-page first draft to me and I read it in about an hour. I was just knocked out. It was a script I was willing to shoot the next day. It was so honest, and Melissa’s voice made a direct connection with my heart.”

Mathison erinnert sich:

“I would write for four or five days in my little office in Hollywood, and then drive out to Marina Del Rey where Steven Spielberg was editing in a little apartment on the beach. I’d bring him my pages and we’d sit and go through them…It took about eight weeks for us to get the first draft, which was quite fast, I think.”

Ihr Drehbuch zu Martin Scorseses Kundun (1997) über Kindheit und Heranwachsen des Dalai Lama reflektiert ihr jahrzehntelanges Interesse an Tibet. Mit Unterstützung von Richard Gere, dem Vorsitzenden der International Campaign for Tibet, trifft sie sich 1990 (in Begleitung von Harrison Ford) mit dem Dalai Lama in Santa Barbara und bringt daraufhin das Filmprojekt ins Rollen.

Mathison wurde am 3. Juni 1950 in Los Angeles geboren und besuchte die U.C. Berkeley. Sie unterbrach ihr Studium der Politikwissenschaft, um beim Film eines Freundes zu helfen. Der Freund hieß Francis Ford Coppola, deren Kinder Mathison als Babysitterin betreut hatte. Sie war Assistentin am Set von The Godfather, Part II (1974). Nachdem Coppola sie zum Schreiben drängte, entstand ihr Drehbuch für die Coppola-Produktion The Black Stallion (1979).

Sie war Mutter von zwei Kindern, Georgia und Malcolm, aus ihrer Ehe mit Harrison Ford. Sie wurden 2004 nach 21-jähriger Ehe geschieden. Von 1983 bis 1985 lebten Mathison, Ford und ihre Kinder auf einer Ranch außerhalb Jackson Hole, Wyoming, wo die Drehbuchautorin ihre Karriere auf Eis legte.

“I didn’t want to be missing their childhood while I was away, busy writing about children.”

2013

Gravity – ein faszinierender und bahnbrechender 3D-Weltraum-Thriller – zeigt Sandra Bullock und George Clooney als Astronauten, die nach der Zerstörung ihrer Raumfähre in der Erdumlaufbahn gestrandet sind und versuchen, zur Erde zurückzukehren. Die Stimme aus dem Off („Mission Control“) wird von Ed Harris gesprochen.

Alfonso Cuarón (Regie, Produktion und Mitwirkung am Drehbuch) bezeichnet seinen Film als ein „drama of a woman in space“.

Cuarón schreibt das Drehbuch mit seinem Sohn Jonás und versucht, den Film bei Universal Pictures unterzubringen, wo der Film mehrere Jahre in „Development Hell“ gerät, während Cuarón auf eine geeignete Technologie hofft, die ihm die Verwirklichung seiner Vision ermöglicht. Regie-Kollege David Fincher rät ihm, noch fünf Jahre zu warten. Cuarón erinnert sich: “We were stubborn, (and) said we’re going to make it work (…) But you know what? David was right. It took us 4½ years.”

Schließlich wird sein Drehbuch von Warner Bros. erworben. Zeiweise sind Angelina Jolie und Robert Downey Jr. im Gespräch für die Hauptrollen, müssen jedoch aufgrund von Terminüberschneidungen aussteigen. Weitere Schauspielerinnen werden für die weibliche Hauptrolle in Betracht gezogen, darunter: Salma Hayek, Rachel Weisz, Naomi Watts, Marion Cotillard, Abbie Cornish, Carey Mulligan, Sienna Miller, Scarlett Johansson, Blake Lively, Rebecca Hall, und Olivia Wilde. Bevor George Clooney für die männliche Hauptrolle besetzt wird, sind die folgenden Darsteller im Gespräch: Daniel Craig, Tom Cruise, Tom Hanks, Harrison Ford, John Travolta, Bruce Willis, Russell Crowe, Kevin Costner und Denzel Washington.

Gravity entsteht vollständig in Großbritannien, wo die Firma Framestore mehr als drei Jahre damit verbringt, den Großteil der visuellen Effekte für den Film zu erschaffen, die 80 Minuten von Gravity’s 91 Minuten Lauflänge umfassen. Lange Einstellungen in schwereloser Umgebung zu erstellen, erweist sich als eine große Herausforderung. CGI wird für die Weltraumspaziergangs-Szenen verwendet. Robotik wird eingesetzt, um die Hauptdarstellerin im Inneren der Raumstation zu bewegen (die Aufnahmen müssen für die Programmierung der Roboter im Voraus geplant werden).

Sandra Bullock liefert eine packende Performance, die ihr Nominierungen für den Academy Award sowie für die Screen Actors Guild Awards und Golden Globe Awards einbringt. Die meisten Aufnahmen verbringt sie in einer riesigen, mechanischen Aufhängekonstruktion. Der Einstieg nimmt viel Zeit in Anspruch, so dass Bullock bis zu 10 Stunden am Tag in der Konstruktion bleibt, während sie mit der Crew über Headset  kommuniziert.

Gravity wird digital auf mehreren Arri Alexa Classics-Kameras gedreht, die mit Weitwinkel-Objektiven des Typs Arri Master Prime ausgestattet sind. Um die Reflexion von ungefiltertem Licht im Weltraum realisitisch abzubilden, konzipiert das Team eine neue Aufnahmetechnik. Kameramann Emmanuel Lubezki und Visual Effects Supervisor Tim Webber treffen die Entscheidung “to shoot (the actors’) faces and create everything else digitally.” Lubezki leuchtet die Darstellergesichter so aus, dass sie der komplett digital erzeugten Umgebung entsprechen. Die Ausleuchtung muss die Reflektion der Erde, das Licht der Sonne und die anderen Sterne im Hintergrund berücksichtigen. Hierfür lässt Lubezki einen LED-Bildschirm in eine Box integrieren, in deren Inneren sich die Schauspieler befinden, und setzt sie mit dem Licht des Bildschirms in Szene. Auf diese Weise kann sich das auf den LED-Screen projizierte Bild bewegen, während die Schauspieler an Ort und Stelle bleiben. Die Ausleuchtungs-Box ist ein knapp 3×3 Meter großer Würfel (groß genug für einen Schauspieler), ausgestattet mit 1,8 Millionen individuell regelbaren LED-Leuchten.

Für seine Inszenierung bevorzugt Cuarón Long Takes (Plansequenzen), um das Publikum in die Handlung zu ziehen, und kontrastiert diese mit klaustrophobischen Nahaufnahmen in Raumanzügen und Kapseln. Wegen der vielen Long Takes muss  Sandra Bullock ausgedehnte Abfolgen präziser Bewegungen einstudieren, um die vorgesehenen Markierungen in verschiedenen Phasen der Sequenz zu treffen. In den Szene im Orbit besteht die spartanische Tonspur aus Geräuschen, die Astronauten in ihren Anzügen oder in Raumfahrzeugen hören (zeitweise ergänzt durch Filmmusik).

Cuarón zufolge ist sein Film von John Sturges Marooned (1969) und Steven Spielbergs Duel (1971) inspiriert.

Gravity ist der Eröffnungsfilm bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig. Als der Film in die Kinos kommt, sind Kritik und Publikum einhellig begeistert.

Der Film ist ein großer finanzieller Erfolg und nimmt weltweit mehr als 723 Millionen Dollar ein (bei einem Budget von 100 Millionen Dollar). Bullocks Hauptrolle erweist sich als die lukrativste ihrer Karriere. Sie verdient mindestens 70 Millionen Dollar, da sie mit 15 Prozent an den Einnahmen beteiligt ist, zusätzlich zu ihrer Festgage von 20 Millionen Dollar.

Bei den Academy Awards erhält Gravity zehn Nominierungen und gewinnt in sieben Kategorien – darunter Beste Regie, Beste Kamera, Beste Filmmusik und Besten Visuelle Effekte.

Justin Chang schreibt in seiner Rezension für Variety: “(The film) restores a sense of wonder, terror and possibility to the big screen that should inspire awe among critics and audiences worldwide”.

Regie-Kollegen Steven Spielberg und Quentin Tarantino loben den Film, und James Cameron, ein Freund von Cuarón, sagt über Gravity: “I was stunned, absolutely floored. I think it’s the best space photography ever done, I think it’s the best space film ever done, and it’s the movie I’ve been hungry to see for an awful long time.”