Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull (2008)

Steven Spielbergs Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull, der vierte Teil der von George Lucas geschaffenen Indiana Jones-Filmreihe wird von Frank Marshall produziert und kommt 19 Jahre nach dem dritten Teil in die Kinos. Die Titelrolle spielt der inzwischen 64-jährige Harrison Ford. Das Drehbuch berücksichtigt sein Alter, indem die Handlung ins Jahr 1957 verlegt wird.

Zu den Darstellern zählen Cate Blanchett, Karen Allen, Ray Winstone, John Hurt, Jim Broadbent und Shia LaBeouf (das Mädchen, von dem er in der Diner-Szene einen Haken verpasst bekommt, ist Sasha Spielberg).

Als sich George Lucas und Steven Spielberg dazu durchringen, ein viertes Abenteuer zu entwickeln, sind die Erwartungen so hoch wie die Risiken des Scheiterns. Der Aufhänger für die Handlung bereitet am meisten Kopfzerbrechen. Alle bisherigen Teile rankten sich um religiöse Artefakte. Lucas kommt schließlich auf die Idee, Indy gegen Wesen aus dem Weltraum antreten zu lassen und die Geschichte im Zeitalter trashiger Science-Fiction-Filme der 1950er Jahre anzusiedeln. Jeb Stuart und Jeffrey Boam schreiben erste Drehbuchentwürfe, aber Spielberg und Ford reagieren verhalten. Als Roland Emmerichs Independence Day (1996) in die Kinos kommt, sagt Spielberg zu Lucas, er sei nicht daran interessiert, einen weiteren Film über eine Alien-Invasion zu drehen.

Als sich Ford, Lucas, Spielberg, Frank Marshall und Kathleen Kennedy im Jahr 2000 während der AFI-Ehrung für Harrison Ford wieder begegnen, sind sich alle einig, sie sollten nun doch den nächsten Indiana Jones-Film machen. Lucas schafft es irgendwie, Spielberg davon zu überzeugen, die Aliens seien in Wahrheit keine „Außerirdischen“, sondern „interdimensionale“ Wesen – ein von der Superstring-Theorie inspiriertes Konzept, das auch die Handlung von Interstellar (2014) wesentlich beeinflusst. Lucas schlägt zudem vor, die Kristallschädel in die Handlung einzubauen (ursprünglich wollte er sie schon in einer Episode seiner TV-Reihe Young Indiana Jones verwenden). M. Night Shyamalan und Tom Stoppard werden damit beauftragt, Scripts für einen auf 2002 terminierten Drehbeginn zu schreiben, doch wegen Lucas‘ Arbeit an den Star Wars-Prequels wird der Produktionsstart  verschoben.

Im Jahr 2003 verfasst Frank Darabont, der bereits als Autor und Regisseur für Young Indiana Jones in Erscheinung trat, ein neues Drehbuch für den Film, den man auch als Indiana Jones and the Curse of Development Hell bezeichnen könnte. In Wahrheit lautet der Titel von Darabonts Script Indiana Jones and the City of Gods und enthält die meisten der Ideen, die in den fertigen Film einfließen werden. Darabont zufolge ist Spielberg von seinem Drehbuch begeistert, doch Lucas legt sein Veto ein. Somit werden weitere Scriptautoren beauftragt: Jeff Nathanson reicht 2005 seine Entwürfe ein, mit dem Titel The Atomic Ants. Schließlich überarbeitet David Koepp diese Fassung (und verfeinert gemeinsam mit Raiders of the Lost Ark-Drehbuchautor Lawrence Kasdan die Dialoge zwischen Indy und Marion). Koepps Drehbuchfassung ist mit dem Titel Destroyer of Worlds versehen, eine Anspielung auf ein Zitat von J. Robert Oppenheimer („Vater“ der Atombombe). Spielberg und Lucas entscheiden sich schließlich für den überbordenden Titel Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull.

Drehbuchautor David Koepp bringt den Charakter der sowjetischen Agentin Irina Spalko zu Papier, glänzend dargestellt von Cate Blanchett, die ganz versessen darauf ist, die Rolle eines Bösewichts zu spielen. Ihr strenger Haarschnitt ist ihre eigene Idee, und ihren ebenso strengen Gestus orientiert sie an Colonel Rosa Klebb (Lotte Lenya), der Schurkin aus dem James Bond-Film From Russia With Love (1963). Allerdings gelingt es Koepp nicht, ihre Rolle für die Story angemessen zu nutzen (nach einem starken ersten Auftritt wird ihre Rolle auf relativ kleine Szenen reduziert, und im ohnehin nicht besonders spannenden Fecht-Duell tritt sie gegen Indys Sohn an). Ein ordentlicher Showdown zwischen ihr und Indy fehlt. Dennoch bezeichnet Spielberg Blanchetts Irina Spalko als seinen Lieblings-Bösewicht:

”Of all the villains I’ve been able to work with in the Indiana Jones movies, I can say she’s my favorite. And I think Cate made her that way.”

Als allumfassendes Wissen zum Greifen nah ist, hören wir Irina Spalkos orgiastischen Ausruf: „I want… to know!“ – eine Anspielung auf Joan Crawfords Ausruf: „I want… to see!“ in der TV-Folge Eyes (1969), Spielbergs Debüt als professioneller Regisseur.

Auf „Verlangen“ der Fans spielt Karen Allen erneut ihre Rolle als Marion Ravenwood: Leider wird der großartige Auftritt, den Frank Darabont für sie geschrieben hat, nicht im Film verwendet. In Darabonts Drehbuch folgen wir einer unbekannten Dame beim Betreten eines Nachtclubs in Peru:

„We’re too far away to see her face, and in any event she’s obscured by a stylish wide-brimmed hat that matches her white tailored skirt suit. (…) She comes up behind Indy as the bartender sets down his martini. She makes her presence known by plucking an olive with a white-gloved hand and dropping it in Indy’s drink. Indy turns, looking up at her. A frozen beat. His expression going slack. For a moment his brain refuses to accept what he’s seeing; it’s literally the last person he ever expected. (…) She looks fantastic, not to mention dumbstruck at the sight of Indy her smile fades … and she hauls off and punches him in the mouth.“

Als es im Drehbuch zum unvermeidlichen Wett-Trinken kommt, quetscht Marion Indy über seine alte Flamme Willie Scott aus. Indy hat dazu folgendes zu sagen: „She moved out to Hollywood to be a star. Last I heard, she fell in love and married some bigshot director.“ (Tatsächlich heiratete Willie Scott-Darstellerin Kate Capshaw ihren Regisseur Steven Spielberg).

Im Film bleiben Marions „Überraschungs“-Auftritt und ihre anschließenden Szenen verglichen mit Darabonts Einfällen leider unter ihrem Potenzial. Ähnliches kann man über ihren Sohn, Mutt Williams, sagen. In seiner farblosen Darstellung kann Shia LaBeouf nicht annähernd die Rivalität zwischen Vater und Sohn vermitteln, die im legendären Schlagabtausch zwischen Ford und Connery in The Last Crusade (1989) zum Ausdruck kam. Stattdessen sehen wir Mutt in einem Tarzan-ähnlichen Stunt, mit einer Horde von Affen zwischen Lianen schwingend – eine Szene, die viele Indy-Fans gern aus ihrer Erinnerung  löschen würden.

In seiner Drehbuchfassung erweitert David Koepp die Rolle des kauzigen Professor Oxley, der von John Hurt brillant verkörpert wird (Darabont hatte John Hurt im Sinn, als er seine Rolle ersann). Koepp ergänzt zudem den Part des „Triple-agent“ George „Mac“ McHale (Ray Winstone). In Darabonts Drehbuch hatte Indys Vater, Professor Henry Jones Sr., noch einen Auftritt, doch die Idee wird fallengelassen, als Sean Connery ablehnt, die Rolle nochmals zu spielen (er ist aber auf einem Foto auf Indys Schreibtisch zu sehen). Indys Freund Sallah hat in Darabonts Drehbuch einen Kurzauftritt bei der Hochzeitsfeier, doch John Rhys-Davies winkt ab, da er meint, seine Rolle verdiene mehr als das. Charles Stanforth (gespielt von Jim Broadbent), Dekan des fiktiven Marshall College und Indys Freund, tritt die Nachfolge von Marcus Brody an, dessen Schauspieler, Denholm Elliott, bereits 1992 verstarb. In Erinnerung an Elliott platzieren die Filmemacher ein Porträt und eine Statue auf dem Marshall College-Gelände.

Als Indy wegen angeblicher kommunistischer Verbindungen von seinem Lehramt am College suspendiert wird, zeigt Stanforth Rückgrat und tritt ebenfalls zurück, mit den Worten: “I don’t recognize this country anymore!“ Dies ist Spielbergs doppeldeutiger Kommentar, einerseits zum Klima der politischen Repression gegen Kommunisten während der McCarthy-Ära, anderseits zu den ausufernden Homeland Security-Maßnahmen der Gegenwart.

In einer Kulissen-Vorstadt der 1950er Jahre dreht Spielberg eine ganze Sequenz aus Darabonts Drehbuch und erschafft eine bizzarre Momentaufnahme aus der Zeit seiner Kindheit (Videoclip): Indy flieht in eine „typische“ Vorstadt, die nur errichtet wurde, um in einem Atombomben-Test „weggepustet“ zu werden. Als Indy feststellt, dass die Familie, die vor dem TV-Gerät sitzt, in Wahrheit aus Schaufensterpuppen bestehen und der Countdown für die Bombe gestartet wird, klettert er in einen bleiverstärkten Kühlschrank (Spielbergs Lieblings-Ausstattungsgegenstand), der ihm das Leben rettet. Dieser verrückte Exkurs – ein schönes Beispiel für Michael Kahns meisterhaften Schnitt – ist einer der Höhepunkte des Films, der allerdings die Fans polarisiert und den Begriff „nuke the fridge“ prägt.

Spielberg sieht sich genötigt, George Lucas aus dem Schussfeld der Kritik zu nehmen:

„What people really jumped at was Indy climbing into a refrigerator and getting blown into the sky by an atom-bomb blast. Blame me. Don’t blame George. That was my silly idea. People stopped saying „jump the shark“. They now say, „nuked the fridge“. I’m proud of that. I’m glad I was able to bring that into popular culture.“

Ein Teil des Spaßes sind die vielen Filmreferenzen, die sich in Kingdom of the Crystal Skull entdecken lassen, z.B. American Graffiti (1973), The Treasure of the Sierra Madre (1948), The Wild One (1953), Vertigo (1958), und Star Wars – A New Hope (1977) – mit Indys „bad feeling about this“. Nicht zu vergessen, der Kurz-„Auftritt“ der Bundeslade aus Raiders of the Lost Ark (1981).

Um eine ästhetische Kontinuität mit den früheren Filmen zu wahren, studiert Kameramann Janusz Kamiński den Bildgestaltungsstil von Douglas Slocombe, der in den früheren Filmen die Kamera führte. Spielberg über ihre gemeinsame Annäherung an den visuellen Stil des Films:

„I still wanted the film to have a lighting style not dissimilar to the work Doug Slocombe had achieved, which meant that both Janusz and I had to swallow our pride. Janusz had to approximate another cinematographer’s look, and I had to approximate this younger director’s look that I thought I had moved away from after almost two decades.“ 

Zunächst möchte Spielberg auf digitale Effekt vollständig verzichten und stattdessen traditionelle Stuntarbeit, gebaute Sets und Practical Effects einsetzen. Doch während der Entstehung des Films produziert ILM mehr CGI als erwartet, so dass der Film am Ende insgesamt ca. 450 CGI-Aufnahmen enthält. Allerdings besteht Spielberg darauf, den Film nicht in digitalem Format zu drehen und will auch nicht, dass er in diesem Format aufgeführt wird.

John Williams beschreibt seine Komposition zum vierten Teil der Indiana Jones-Reihe „like sitting down and finishing a letter that you started 25 years ago”. Er „recycelt“ Indianas und Marions Themen und fügt weitere musikalische Motive für Mutt, Spalko und den Kristallschädel hinzu.

Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull erlebt seine Weltpremiere am 18. Mai 2008 in Cannes – der erste Spielberg-Film seit E.T. – The Extraterrestrial (1982), mit dem die Filmfestspiele von Cannes eröffnen. Vier Tage später läuft der Film weltweit an. Die Reaktionen von Kritikern und Publikum sind zwiespältig. Der Film ist ein großer finanzieller Erfolg und nimmt weltweit mehr als 786 Millionen Dollar ein, bei einem Budget von 185 Millionen Dollar. Spielberg beschreibt den Film als “the sweet dessert I give those who had to chow down on the bitter herbs I used in Munich.”

Im Gegensatz zu früheren Indiana Jones-Film, erhält Kingdom of the Crystal Skull keine einzige Oscar-Nominierung. Es ist der letzte Teil im Verleih der Paramount Pictures, nachdem 2012 die Walt Disney Studios durch ihren Zukauf von Lucasfilm die Rechte an der Filmreihe erwerben.


Steven Spielberg Chroniken
Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull

 

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Saving Private Ryan (1998)

Steven Spielbergs Saving Private Ryan unterscheidet sich von den meisten anderen Verfilmungen des Zweiten Weltkriegs durch seine drastisch-realistische Darstellung von Kampfhandlungen – vor allem während der ersten halben Stunde, in der die Invasion der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 akribisch nachgestellt wird. Der Einsatz „dokumentarischer“ Handkamera-Aufnahmen und entsättigter Farben beeinflusst den Look vieler anschließend gedrehter Filme. In vielen Einstellungen bei der Verfilmung der Schlacht am Omaha Beach bedient Steven Spielberg persönlich die Kamera.

Die Story des Films ist inspiriert von einem ähnlichen Vorfall während des Amerikanischen Bürgerkriegs und beruht in Grundzügen auf einer wahren Begebenheit im Zweiten Weltkrieg, als die US-Armee eine Evakuierungsmission für den (vermeintlich) letzten Überlebenden der Niland-Brüder startete. Im Zentrum der Filmhandlung stehen Captain John H. Miller (Tom Hanks) und sein Trupp (dargestellt von Tom Sizemore, Edward Burns, Barry Pepper, Vin Diesel, Giovanni Ribisi, Adam Goldberg und Jeremy Davies), die den verschollenen Fallschirmjäger Ryan hinter den feindlichen Linien aufspüren sollen.

Robin Williams stellt Matt Damon am Set von Good Will Hunting (1997) Spielberg vor, der sich daraufhin für Damon als Darsteller von Private Ryan entscheidet.

Produzent Mark Gordon akzeptiert Robert Rodats Drehbuch nach elf Fassungen und legt es Tom Hanks vor, der Gefallen daran findet und es an Spielberg weitergibt. Als Spielberg die Regie übernimmt, lässt er Scott Frank und Frank Darabont das Drehbuch nochmals überarbeiten.

Spielberg über seine Motivation, den Film zu drehen: “I think that World War II is the most significant event of the last 100 years; the fate of the baby boomers and even Generation X was linked to the outcome. Beyond that, I’ve just always been interested in World War II. My earliest films, which I made when I was about 14 years old, were combat pictures that were set both on the ground and in the air. For years now, I’ve been looking for the right World War II story to shoot, and when Robert Rodat wrote Saving Private Ryan, I found it.”

Vor den zweimonatigen Dreharbeiten absolvieren die Darsteller von Captain Millers Truppe ein 10-tägiges “Boot Camp”-Training angeführt von Marines-Veteran Dale Dye. Spielberg bestimmt, dass Matt Damon nicht am Training teilnimmt, damit die Gruppe Ryan gegenüber Groll entwickelt.

Die Verfilmung der Schlacht am Omaha Beach wird mit bis zu 1.500 Komparsen in Reihenfolge der Kampfhandlungen gedreht – Einstellung für Einstellung, von der Landung über den Strand bis hinauf zu den deutschen Verteidungslinien. Während der gesamten Sequenz verzichtet Spielberg auf Storyboards, um spontane Reaktionen und Kamerapositionen zu ermöglichen.

Spielberg arbeitet wieder mit Kameramann Janusz Kamiński zusammen. “Early on, we both knew that we did not want this to look like a Technicolor extravaganza about World War II, but more like color newsreel footage from the 1940s, which is very desaturated and low-tech.” Kamiński lässt die Schutzschicht von den Kameralinsen entfernen, damit sie den Kameras der 40er Jahre näher kommen. Er verstärkt den Effekt, indem er das Filmnegativ einem Bleichungsprozess unterzieht, um Brillianz und Farbsättigung zu reduzieren.

Für viele der Schlachtsequenzen wird der Umlaufverschluss der Kamera auf 90 oder 45 Grad verstellt (der Standard liegt bei 180 Grad). Kamiński erreicht damit “a certain staccato in the actors’ movements and a certain crispness in the explosions, which makes them slightly more realistic.“ Eine ähnliche Technik verwendete Kameramann Douglas Milsome auf dem Set von Stanley Kubricks Vietnam-Film Full Metal Jacket (1987). Kamiński setzt zudem einen Image Shaker ein, mit dem die Kamera Aufnahmen erzeugt, die den Effekt einer nahen Explosion nachbilden.

Industrial Light & Magic steuert subtile Effekte bei, z.B. werden die meisten Kugeleinschläge digital erzeugt.

Saving Private Ryan kommt im selben Jahr wie Terrence Malick’s The Thin Red Line in die Kinos. Nach Badlands und The Sugarland Express ist es das zweite Mal, dass Spielberg und Malick in etwa zeitgleich Filme zu einem ähnlichen Thema drehen.

The Thin Red Line stößt bei den meisten Kritikern auf positives Echo und wird für sieben Academy Awards nominiert, einschließlich Best Picture (der Film geht aber leer aus). Bei einem Budget von 52 Millionen Dollar erzielt The Thin Red Line mit Einnahmen von weltweit 98 Millionen Dollar einen moderaten Profit.

Saving Private Ryan wird von der Kritik insgesamt positiver bewertet und für elf Academy Awards nominiert. Der Film gewinnt in 5 Kategorien: Best Cinematography, Best Sound, Best Sound Effects Editing, Best Film Editing und Best Director (Spielbergs zweiter Regie-Oscar). Saving Private Ryan verliert in der Kategorie Best Picture gegen Shakespeare in Love und ist damit einer der wenigen Filme, die für Best Director, aber nicht für Best Picture ausgezeichnet wurden.

Dies ist der letzte Film, der mit einem nicht-digitalen Schnittsystem bearbeitet wurde, und einen Oscar für Best Film Editing erhält. Nach Raiders of the Lost Ark und Schindler’s List ist dies Michael Kahns dritte und bis heute letzte Academy Award-Auszeichnung.

Trotz der Altersfreigabe Rated R entwickelt sich die zweite DreamWorks-Produktion unter der Regie von Spielberg zu einem großen Kassenerfolg (mit weltweiten Einnahmen von mehr als 481 Millionen Dollar, gegenüber einem Budget von 70 Millionen Dollar).

Während Saving Private Ryan dafür kritisiert wird, dass der Film auf die Beteiligung anderer Länder an der alliierten Invasion nicht eingeht, gratulieren viele D-Day-Veteranen dem Regisseur für die Authentizität des Films – darunter der Schauspieler James Doohan (Darsteller von Scotty in Star Trek).

Quentin Tarantino ist ein Bewunderer des Films und bezeichnet ihn als einen großen Einflussfaktor für sein Kriegsdrama, Inglourious Basterds (2009). Oliver Stone wirft dem Film vor, die Werbetrommel zu rühren für “World War II as the good war.” Dieser und andere darauf folgende Filme hätten dazu beigetragen, dass die amerikanischen Bürger 2003 so positiv auf die Invasion in den Irak reagierten.


Steven Spielberg Chroniken
Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Saving Private Ryan

1994

Frank Darabonts The Shawshank Redemption lebt durch die großartigen Darsteller, in den Hauptrollen Tim Robbins und Morgan Freeman, sowie die eindringlichen Bildmotive von Kameramann Roger Deakins.

Der Film beruht auf einem Roman von Stephen King und erzählt die Geschichte eines Bankmanagers, der anhand von Indizien wegen Mordes an seiner Frau und deren Liebhaber zu lebenslanger Haft im berüchtigten Shawshank State Prison verurteilt wird. Der Film enttäuscht an der Kinokasse, wird aber von Filmkritikern und Cineasten hoch gelobt.

In der IMDb wird der Film mit 9,3 von möglichen 10 Sternen bewertet (bei 1,404 Millionen Stimmabgaben). Damit belegt er in der aus User-Bewertungen errechneten Liste der IMDB Top 250 films seit 2008 den ersten Platz und gehört zu den einzigen drei Filmen dieses Rankings, die 9 Sterne haben.

Bei den Academy Awards hat der Film jedoch keine Chance gegen Robert Zemeckis’ Forrest Gump. Er wird in sieben Kategorien nominiert, geht aber leer aus.

Frank Darabont schreibt ein Draft Script für Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull (2008), das von Steven Spielberg und Harrison Ford hoch favorisiert wird, jedoch bei George Lucas keine Zustimmung findet (dennoch verwendet Spielberg Teile aus Darabonts Script).

Spielberg besetzt Morgan Freeman für eine der Hauptrollen in Amistad (1997) und Tim Robbins für eine Nebenrolle in War of the World (2005). The Shawshank Redemption-KomponistThomas Newman schreibt den Score für Spielbergs Bridge of Spies (2015).