The BFG (2016)

Steven Spielbergs 3D-Fantasy-Abenteuerfilm The BFG beruht auf Roald Dahls 1982 veröffentlichtem Kinderbuch, das im deutschen Sprachraum unter dem Titel „Sophiechen und der Riese“ erschien (1985 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet).

Die Verfilmung von The BFG ist eine Koproduktion von Walt Disney Pictures, DreamWorks Pictures, Amblin Entertainment und Walden Media.

US-Poster und Szenenfotos: © 2016 DreamWorks II Distribution Co., LLC, Disney Enterprises, Inc., and Walden Media

Deutschsprachiges Poster: © 2016 Constantin Film Verleih GmbH

Das Drehbuch für The BFG stammt aus der Feder von Melissa Mathison, die auch das Drehbuch für Spielbergs E.T. – The Extra-Terrestrial (1982) schrieb. The BFG ist ihr gewidmet, denn sie verstarb 2015. Auch die „Tagline“ des Plakats weckt Erinnerungen an E.T. – The Extra-Terrestrial.

Spielberg über seine Zusammenarbeit mit Mathison:

“I don’t miss Melissa yet because I haven’t had the chance to mourn her, because she is still with me. I’m not saying that in a supernatural way, because Melissa is alive in every single frame of The BFG. She has been with me all through this process and she is as tangible as if she were sitting next to me. What I’m not looking forward to is when I finish with The BFG and I have to face the fact that Melissa is no longer with me.”

“Melissa could do something most of us could not. She observed people without judging them. The only other people I can think of who observe with curiosity and without judgment are children. And I think that’s why she understood them and wrote them better than anyone else.”

Der BFG ist ein Guter Riese (Big Friendly Giant) und ein Sonderling im Land der Riesen. Er ist acht Meter groß, mit riesigen Ohren und einem scharfen Geruchssinn. Er lebt zurückgezogen, ist auf liebenswerte Art „schwer von Begriff“ und hat eine ungewöhnliche Ausdrucksweise. Andere Riesen wie Knochenknacker, Hackepeter und Fleischfetzenfresser sind doppelt so groß und beängstigend. Nach ihrer Ankunft im Land der Riesen fürchtet sich die 10-jährige Sophie anfänglich vor dem geheimnisvollen BFG, der sie in seine Höhle verschleppt hat. Doch schon bald erkennt sie sein sanftes Wesen. Gemeinsam treten sie gegen die bösen, menschenfressenden Riesen an, von denen die Welt der Menschen bedroht wird.

Spielberg erinnert sich, wie er Roald Dahls Buchvorlage seinen Kindern vorgelesen hat:

“They loved the privacy and secrecy of his own special giant-speak. And they also loved that this little 8-year-old girl can tell a 26-foot-tall giant what to do.”

Zum ersten Mal führt Spielberg Regie unter der Marke DisneyEr erklärt, was ihn an dem Stoff reizt:

“It’s a story about friendship, it’s a story about loyalty and protecting your friends and it’s a story that shows that even a little girl can help a big giant solve his biggest problems.”

Zum Cast von The BFG gehören Ruby Barnhill, Mark Rylance, Penelope Wilton, Jemaine Clement, Rebecca Hall, Rafe Spall und Bill Hader.

Dies ist der erste Spielberg-Film mit einer weiblichen Hauptrolle seit The Color Purple (1985).

The BFG ist Spielbergs zweite Zusammenarbeit mit Mark Rylance, der  für seine Rolle in Bridge of Spies (2015) einen Academy Award gewann. In die Rolle des BFG schlüpft er mittels Motion-Capture – ein Verfahren zur digitalen Aufzeichnung der Mimik und Gestik von Darstellern, das Spielberg zuletzt in The Adventure of Tintin (2011) zum Einsatz brachte.

Steven Spielberg versucht (vergeblich), Gene Wilder zu einem Gastauftritt zu überreden. Er spielte die Titelrolle in der Roald Dahl-Verfilmung Willy Wonka & the Chocolate Factory (1971).

Die Dreharbeiten finden zwischen dem 23. März bis 16. Juni 2015 statt, gefolgt von umfangreichen Post-Production-Arbeiten. Zu den Drehorten gehören Vancouver in Kanada sowie Schottland und England.

Die Entwicklung des Projekts geht zurück bis in das Jahr 1991: Frank Marshall und Kathleen Kennedy verhandeln mit Paramount Pictures – zu diesem Zeitpunkt soll Robin Williams die Titelrolle spielen. 1998 liefern Robin Swicord und Nicholas Kazan ein Drehbuch, das 2001 von Gwyn Lurie überarbeitet wird.

Im September 2011 erwirbt DreamWorks die Filmrechte für das Buch. Mit an Bord sind Kennedy und Marshall als Produzenten sowie Melissa Mathison als Drehbuchautorin. John Madden wird als Regisseur gehandelt, bis im April 2014 Steven Spielberg die Regie übernimmt (Madden bleibt dem Projekt als Executive Producer verbunden). Nachdem Walden Media zustimmt, sich an der Finanzierung zu beteiligen, kann Walt Disney Studios für die Ko-Finanzierung gewonnen werden.

Zu den regulären Mitgliedern von Spielbergs Team zählen: Kameramann Janusz Kaminski, Cutter Michael Kahn, Komponist John Williams, Produktionsdesigner Rick Carter und Kostümdesignerin Joanna Johnston. Die visuellen Effekte werden von Weta Digital geschaffen.

Produziert wird der Film von Steven Spielberg, Frank Marshall und Sam Mercer – mit Kathleen Kennedy, John Madden, Kristie Macosko Krieger, Michael Siegel, Frank Smith und Naia Cucukov als Executive Producers.

Roald Dahls Bücher, zu denen auch “Charlie and the Chocolate Factory,” “James and the Giant Peach” und “Matilda” zählen, wurden in 58 Sprachen übersetzt und weltweit mehr als 200 Millionen mal verkauft. “The BFG” war ursprünglich als Gutenacht-Geschichte gedacht und zählt zu Dahls Lieblingsgeschichten. Sie wird nun zum ersten Mal mit Schauspielern verfilmt und kommt pünktlich zu Roald Dahls 100. Geburtstag in die Kinos.

Spielberg über die Verantwortung, möglichst dicht an Roald Dahls Vorlage zu bleiben:

“It was very important for us to be loyal to the language, and the great writer Melissa Mathison, who also wrote ‘E.T.: The Extra-Terrestrial,’ wrote ‘The BFG.’”

Roald Dahls Buch besticht vor allem durch die Fantasiesprache Gobblefunk, die er seinem Riesen in den Mund gelegt hat. Sie ist auch in den Film eingeflossen. Beispiele aus der deutschen Fassung (vgl. engl. Originalversion):

delikatzig vorzüglich
Blubberwasser grünes Getränk, dessen Kohlensäure nach unten bitzelt
Fürbisfuchen Kürbiskuchen
schlotzt lecker, schön, prima
Zauberzischler schöner Traum
Leberwesen Menschen
Geohrwurmster Gehorsamster
Gigaraffen Giraffen
Majonäse Majestät
oberschleckerhammerhaft lecker
Rotzgurke eklig stinkendes Gemüse aus dem Land der Riesen
Unter‘m Arm nehmen auf den Arm nehmen
Alpenträumern Albtraum
Furzelbaum Furz
Wesserbisser Besserwisser
Weises Kind Waisenkind
Quissel-Quassel-Glotzglimmer-Box Fernseher
Lieblingsspeiserich köstlich, lecker

Die Weltpremiere findet am 14. Mai während des Filmfestivals in Cannes statt, wo der Film „Out of Competition“ gezeigt wird (auch E.T. – The Extraterrestrial (1982) hatte dort seine Weltpremiere). Wie E.T. erhält auch The BFG stehende Ovationen:

Variety-Kritiker Peter Debruge schreibt nach der Premiere in Cannes:

“That’s the beauty of Roald Dahl’s The BFG, as brought to life by recent Oscar winner Mark Rylance: You believe. No matter how fantastical the tale (and it gets pretty out-there at points), this splendid Steven Spielberg-directed adaptation makes it possible for audiences of all ages to wrap their heads around one of the unlikeliest friendships in cinema history, resulting in the sort of instant family classic “human beans” once relied upon Disney to deliver.”

Teaser-Trailer anschauen

Der Film startet am 1. Juli in den USA und ab 21. Juli in Deutschland.

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2013

Blue Is the Warmest Color ist ein fesselndes Coming-of-age-Drama über ein französisches Mädchen, das sich in eine Frau verliebt. La Vie d’adele, so der Originaltitel, wird bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes mit der Palme d’Or ausgezeichnet. Der Film ist eine Adaption von Julie Marsh’s gleichnamigem Comic – Drehbuch, Produktion und Regie: Abdellatif Kechiche (ein französischer Filmemacher, der in Tunesien geboren wurde).

Erstmals in der Geschichte der Filmfestspiele von Cannes beschließt die von Steven Spielberg geleitete Jury, die Palme d’Or nicht nur an den Regisseur, sondern auch an die beiden Hauptdarstellerinnen Léa Seydoux und Adèle Exarchopoulos zu vergeben.

Léa Seydoux wird später für die weibliche Hauptrolle in Sam Mendez’ James Bond-Film SPECTRE (2015) ausgewählt.

Mit einer Lauflänge von 175 Minuten und intensiven Sexszenen zählt La Vie d’adele zu den am heftigsten diskutierten Liebesfilmen des Jahres.

Bei der Pressekonferenz im Anschluss an die Preisverleihung beschreibt Spielberg den Film als “great love story that made all of us feel privileged to be a fly on the wall, to see this story of deep love and deep heartbreak evolve from the beginning. The director didn’t put any constraints on the narrative. He let the scenes play in real life, and we were absolutely spellbound.”

Während auf der ganzen Welt hitzige Debatten über die gesetzliche Zulassung der gleichgeschlechtlichen Ehe geführt werden, dementiert Spielberg die Annahme einiger Medienvertreter, politische Gründe als Anlass für die Preisverleihung: “As you know, the characters in this film do not get married,” sagt Spielberg. “Politics were never in the room with us.” Er betont, wie wichtig der Jury die Entscheidung war, auch die Darstellerinnen auszuzeichnen“If the casting had been even 3% wrong, it wouldn’t have worked in the same way. All of us felt we needed to invite all three artists to the stage together.” Darauf angesprochen, äußert Spielberg seine Erwartung, dass der Film auch in den USA auf positive Resonanz stoßen wird, schränkt aber ein: “I’m not sure it will be allowed to play in every state.”

Neben Spielberg gehören der Cannes-Jury an: die Regisseure Ang Lee, Cristian Mungiu, Lynne Ramsay und Naomi Kawase sowie die Darsteller Nicole Kidman, Christoph Waltz, Daniel Auteuil und Vidya Balan.

Auf den harten Wettstreit zwischen den beiden Academy Award-Anwärtern, Steven SpielbergLincoln and Ang LeeLife of Pi (gewinnt den Oscar in der Kategorie Best Director) angesprochen, verkündet Jury-Mitglied Ang Lee“Steven and I are good friends. I don’t know how he feels about me but I worship him. He’s my hero.“

Spielberg stimmt zu und ergänzt, Lee und er “have never been competitors, we have always been colleagues. And that will just continue. And I worship Life of Pi so therefore I worship Ang Lee as well. (…) There is no campaigning here and that is a breath of fresh air for me.”

Der Grand Prix der Jury geht an den Film Inside Llewyn Davis (Regie: Joel & Ethan Coen), der das Leben des Folkmusikers Llewyn Davis im New York der 1960er Jahre schildert. Die Coen-Brüder verfassen das Drehbuch für Spielbergs Bridge of Spies (2015).

1982

In Cannes stellt Wim Wenders für den Dokumentarfilm Room 666 im Hotel Martinez (Zimmer 666) eine Kamera auf.

Er fordert einige Regisseure auf, allein in die Kamera zu sprechen und über die Zukunft des Kinos zu spekulieren. Neben Jean-Luc Godard, Werner Herzog und Rainer Werner Fassbinder zählt auch Steven Spielberg zu den Auserwählten.

E.T. – The Extraterrestrial (1982)

In seinem bis heute persönlichsten Film porträtiert Spielberg Kinder als fantasievolle und ernst zu nehmende Gruppe der Gesellschaft – kurz: als Hoffnungsträger. Es sind Kinder, die in E.T. wie selbstverständlich vorleben und praktizieren, was in Close Encounters nur angedeutet blieb: die friedliche Koexistenz von Repräsentanten verschiedener Welten und Denkmuster.

Spielberg begibt sich mit der Kamera auf Augenhöhe der Kinder bzw. des Außerirdischen und zeigt Erwachsene konsequent nur von der Hüfte abwärts. Unter der Oberfläche der scheinbar simplen Story geht es um den manchmal schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens und Themen wie staatliche Überwachung und die zunehmende Umweltzerstörung – ein Thema, mit dem sich Spielberg auch in Poltergeist (1982) befasst.

Drehbuchautorin Melissa Mathison besucht ihren damaligen Freund Harrison Ford in Tunesien, am Set von Raiders of the Lost Ark (1981). Steven Spielberg plant schon seinen nächsten Film und möchte ihn intimer und persönlicher gestalten, mit einer Handlung, die von seiner Kindheit in der Vorstadt geprägt ist. Während der Drehpausen teilt er seine Ideen mit Mathison und überredet sie, das Script zu schreiben. In nur acht Wochen liefert sie einen Entwurf ab mit dem Titel E.T. and Me. Spielberg erinnert sich:

“Melissa delivered this 107-page first draft to me and I read it in about an hour. I was just knocked out. It was a script I was willing to shoot the next day. It was so honest, and Melissa’s voice made a direct connection with my heart.”

Mathisons Drehbuchentwurf wird noch zweimal umgeschrieben, dabei werden einige Szenen entfernt und dafür andere ergänzt, darunter die berühmte Verfolgungsjagd gegen Ende des Films sowie die urkomische Szene, in der E.T. zuviel Bier trinkt.

Spielberg fasst seine Sicht auf E.T. wie folgt zusammen:

„I don’t like picking a favorite of my films, because it’s kind of like saying you have a favorite child. The most significant film I’ve made is Schindler’s List, but the most personal film I’ve made is E.T. It’s now become a cliche to say that a movie is for the child in all of us. But I think that E.T. is for the people we are, the people we have been, and the people we want to be again.“

„I wanted to tell the story of a lonely boy in a relationship with siblings, and I also wanted to tell the story of the divorce of my parents. Elliott’s not me – but yes, he’s the closest thing to my experience in life, growing up in suburbia. […] The house in E.T. is very much like the house I was raised in. That’s my bedroom!”

 

Carlo Rambaldi erweckt die originelle und ausdrucksstarke Figur des Außerirdischen als mechanische Puppe (mit einem Arsenal aus komplizierter Steuerungs-Mechanik und Elektronik) zum Leben. Um die Kinderdarsteller zur Improvisation zu ermutigen, verzichtet Spielberg erstmals auf Storyboards und dreht weitgehend chronologisch. Drew Barrymore als Gertie und Henry Thomas als Elliott spielen die Rollen ihres Lebens.

In einer erweiterten Version der Sequenz in der Schule sieht man einen wild gewordenen Elliott, der die Wand mit komplizierten Schaltkreisen vollkritzelt, bevor ihn die Schul-Krankenpflegerin (Melissa Mathison) zum Rektor bringt, der offscreen von Harrison Ford gespielt wird. Die Szene endet leider auf dem Boden des Schnittraums.

Sätze wie „E.T. phone home“, poetische Bilder wie das fliegende Fahrrad vor dem Vollmond (Kamera: Allen Daviau) und die stimmungsvolle Musik von John Williams gehen in die Popkultur ein. Spielberg wählt das Mond-Motiv als Logo für seine Filmproduktionsfirma Amblin Entertainment.

In der „All Time Box Office“-Liste rückt E.T. auf Platz 1 und löst damit Jaws ab. Heute hält E.T. immer noch Platz 4 (inflationsbereinigt). Trotz des großen finanziellen Erfolgs lehnt Spielberg alle Angebote für eine Fortsetzung bis heute kategorisch ab.

E.T. entwickelt sich zu einem derartigen Event, dass Spielberg von Präsident Ronald Reagan zu einer Privatvorführung ins Weiße Haus eingeladen wird. Die angebliche Nähe zu Reagan nimmt ihm ein Teil des Filmkollegiums noch lange Zeit übel.

Bei der Weltpremiere in Cannes sitzt François Truffaut im Publikum. Er sendet Spielberg ein Telegramm mit der augenzwinkernden Botschaft „You belong here more than me“– ein Satz aus der Feder Spielbergs, mit dem Truffaut in seiner Rolle als Lacombe in Close Encounters seine Bewunderung gegenüber dem kindlichen Roy Neary ausdrückt.

Variety lobt E.T. als „best Disney film Disney never made“.

Die Intensität, mit der Spielberg Bilder und Musik auf die Zuschauergefühle einhämmern lässt, polarisiert allerdings Publikum und Kritik . Viele lehnen E.T. aus denselben Gründen ab, die von den Fans als Höhepunkte wahrgenommen werden.

Bei den Academy Awards wird E.T. in neun Kategorien für den Oscar nominiert (u.a. Bester Film, Regie, Kamera, Schnitt, Drehbuch) und erhält vier Auszeichnungen für Musik, Spezialeffekte, Ton und Toneffektschnitt. In allen anderen Kategorien verliert der Film gegen einen anderen friedliebenden Außenseiter: Richard Attenboroughs Gandhi.

Daraufhin besetzt Spielberg Richard Attenborough in Jurassic Park (1993) und Gandhi-Darsteller Ben Kingsley in Schindler’s List (1993) sowie die Nebendarsteller Amrish Puri und Roshan Seth in Indiana Jones and the Temple of Doom (1984).


Steven Spielberg Chroniken
Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von E.T. – The Extraterrestrial

 

The Sugarland Express (1974)

Spielbergs erster für das Kino produzierte Film: The Sugarland Express, in der Hauptrolle Goldie Hawn, überzeugt vor allem durch großartige Kameraarbeit (Vilmos Zsigmond) und erhält hervorragende Kritiken.

Spielberg war auf Zsigmonds impressionistischen Stil in Robert Altmans McCabe & Mrs. Miller (1971) aufmerksam geworden, und er lässt sich davon sichtlich inspirieren.

Beginn der Zusammenarbeit mit Filmkomponist John Williams, die bis heute anhält. Verna Fields übernimmt bei The Sugarland Express den Schnitt und setzt ihre herausragende Arbeit fort für Spielbergs Jaws (1975).

Nach der Premiere stellt der Hollywood Reporter fest: “a major new director is on the horizon.“ Billy Wilder sagt über Spielberg: “The greatest young talent to come along in years” und wird ihn viele Jahre später überzeugen, die Regie für Schindler’s List (1993) selbst zu übernehmen.

Auch die angesehene Filmkritikerin Pauline Kael lobt Spielberg in höchsten Tönen:

The Sugarland Express is like some of the entertaining studio-factory films of the past (it’s as commercial and shallow and impersonal), yet it has so much eagerness and flash and talent that it just about transforms it’s scrubby ingredients. The director, Steven Spielberg, is twenty-six; I can’t tell if he has any mind, or even a strong personality, but then a lot of good moviemakers have got by without being profound. He isn’t saying anything special in The Sugarland Express, but he has a knack for bringing out young actors, and a sense of composition and movement that almost any director might envy. Composition seems to come naturally to him, as it does to some of the young Italians; Spielberg uses his gift in a very free-and-easy, American way—for humor, and for a physical response to action. He could be that rarity among directors—a born entertainer—perhaps a new generations’ Howard Hawks. In terms of the pleasure that technical assurance gives and audience, this film is one of the most phenomenal debut films in the history of movies. If there is such a thing as a movie sense—and I think there is (I know fruit vendors and cabdrivers who have it and some movie critics who don’t)—Spielberg really has it. But he may be so full of it that he doesn’t have much else. There’s no sign of the emergence of a new film artist (such as Martin Scorsese) in The Sugarland Express, but it marks the debut of a new-style, new-generation Hollywood hand.

Pauline Kael  – The New Yorker (3/18/1974)

In Cannes wird The Sugarland Express für die Palme d’Or nominiert, und Spielberg gewinnt die Auszeichnung als Co-Autor für das Beste Drehbuch.

Enttäuschung an der Kinokasse: Trotz guter Rezensionen ist The Sugarland Express kein kommerzieller Erfolg. Spielberg gibt der schlechten Vermarktung die Schuld und übernimmt seitdem persönlich die Kontrolle bei der Entwicklung der Kampagne, der Filmtrailer und der Plakatmotive.

Trotz des Flops ahnen die Produzenten Richard D. Zanuck und David Brown, welches Talent in Spielberg steckt und erwerben für das nächste gemeinsame Filmprojekt die Rechte an einem Buch über einen Hai…


Steven Spielberg Chroniken
Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von The Sugarland Express

1943

Maya Deren dreht gemeinsam mit ihrem Mann Alexander Hammid den Schwarz-Weiß-Kurzfilm Meshes of the Afternoon mit einer gebraucht gekauften Bolex-Kamera. Die surrealen Bilder sind Ausdruck des Seelenzustands der Protagonistin, die an einer psychischen Krankheit leidet.

Der Film gilt heute als einer der besten und einflussreichsten amerikanischen Avantgardefilme. In Cannes wird Maya Deren mit dem Grand Prix International für 16mm Experimentalfilm ausgezeichnet.