1989

Spielberg gründet Amblimation, die Animationsabteilung von Amblin Entertainment mit Sitz in London.

Amblimations erstes Projekt ist der Animationsfilm An American Tail: Fievel Goes West, der 1991 in die Kinos kommt. Künstlerische Differenzen führen dazu, dass Don Bluth für die Fortsetzung von An American Tail (1986) nicht die Regie übernimmt.

Phil Nibbelink (ein ehemaliger Disney-Zeichner) und Simon Wells übernehmen die Regie. Wells ist ein Urenkel des Science-Fiction-Autoren H.G. Wells (War of the Worlds) und wird später bei Filmen wie The Prince of Egypt (1998) und The Time Machine (2002) für Spielbergs DreamWorks die Regie führen.

In An American Tail: Fievel Goes West spricht Amy Irving die Rolle der Miss Kitty.

Nibbelink und Wells arbeiten an einer Animationsfilm-Version des Andrew Lloyd Webber-Musicals Cats. Spielberg möchte die Story in das zerstörte Nachkriegs-London verlegen, doch das Projekt wird aufgegeben, als Amblimation 1997 die Firmentätigkeit einstellt.

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Always (1989)

Always, der zweite Film von Spielbergs Doppelsalve im Jahre 1989, verfehlt das Ziel. Es ist Spielbergs erstes Remake eines Kinofilms.

Während der Dreharbeiten von Jaws (1975) bemerken Steven Spielberg und Richard Dreyfuss ihre gemeinsame Vorliebe für das Kriegs-Melodram A Guy Named Joe (1943). Jahre später beschließen sie, ein Remake zu drehen, doch Publikum und Kritiker scheinen ihre Begeisterung für die angestaubte Geschichte nicht zu teilen. Sogar Roger Ebert, einer von Spielbergs loyalsten Kritiker, bewertet den Film als “Spielberg’s weakest film since 1941.”

Im Original stirbt Bomberpilot Pete, dargestellt von Spencer Tracy, im Kampf und kehrt als unsichtbarer „Engel“ zurück, um seiner Liebe Dorinda (Irene Dunne) zu einem neuen Mann zu verhelfen.

In Spielbergs Version ist Pete (Richard Dreyfuss) ein draufgängerischer Pilot, der Dorinda (Holly Hunter) seine Liebe nicht eingestehen kann, bevor er bei einem Löscheinsatz ums Leben kommt. Unter den Nebendarstellern sind John Goodman als Petes Freund Al und Audrey Hepburn (in ihrem letzten Film) als Hap hervorzuheben.

Roger Ebert zufolge war A Guy Named Joe in Spielbergs Kindheitone of the films that inspired him to become a movie director”. Der Film schuf ein emotionales Band zu den Kriegserfahrungen seines Vaters, der als Funker in einer Bomberstaffel im Einsatz war. Auf einer zweiten Ebene verschafft das Remake Spielberg eine Möglichkeit, sich filmisch mit seiner Scheidung von Amy Irving und dem damit verbundenen Verlust auseinanderzusetzen.

Spielberg wählt Mikael Salomon als seinen Kameramann, nachdem er dessen Aufnahmen für James Camerons The Abyss (1989) gesehen hat.

Für Spielberg-Verhältnisse ist Always als moderat erfolgreicher Film einzustufen, obwohl er weltweit für Einnahmen von ca. 74 Millionen Dollar sorgt.


Steven Spielberg Chroniken
Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Always

 

1989

Amy Irving und Steven Spielberg lassen sich scheiden.

Die zwei schlimmsten Momente in Spielbergs Leben sind die Scheidung seiner Eltern und nun die Scheidung von Amy Irving. Sie erhält eine Abfindung von rund 100 Millionen Dollar, was zu diesem Zeitpunkt ungefähr der Hälfte von Spielbergs Vermögen  entspricht.

1989

In James Yukichs Musikvideo für Michael Jacksons Liberian Girl haben Steven Spielberg und Amy Irving Kurzauftritte (ein Dolly Zoom enthüllt Spielberg auf seinem Regiestuhl). In dem Video treten noch viele weitere Celebrities auf, darunter Whoopi Goldberg, Quincy Jones, Corey Feldman, Dan Aykroyd und John Travolta.

1988

Walt Disney Productions schließen sich mit Spielbergs Amblin Entertainment zusammen, um Robert ZemeckisWho Framed Roger Rabbit zu produzieren. In den Hauptrollen: Bob Hoskins und Christopher Lloyd.

Zum ersten Mal in der Filmgeschichte erscheinen Disneys Mickey Mouse und Warner Bros.’ Bugs Bunny gemeinsam auf der Leinwand – begleitet von einer Schar weiterer berühmter Bewohner von Toontown.

Die animierte femme fatale Jessica Rabbit (“I’m not bad. I’m just drawn that way.“) wird im Original von Kathleen Turner gesprochen. Amy Irving leiht ihr für den Nightclub-Song die Stimme.

Wegen der innovativen Animationstechniken schwillt das Produktionsbudget von 30 auf 70 Millionen Dollar – es ist damit der bis dahin teuerste Animations-Film aller Zeiten, entpuppt sich aber an der Kasse zu einem der profitabelsten Disney-Filme überhaupt. Wegen der Budgetprobleme will Disney-CEO Michael Eisner die Produktion einstellen, aber glücklicherweise kann ihn Disneys Aufsichtsratsmitglied Jeffrey Katzenberg davon abhalten (nach seinem Weggang von Disney gründet Katzenberg gemeinsam mit Steven Spielberg und David Geffen die unabhängige Filmproduktionsfirma Dreamworks SKG).

Mit seiner einzigartigen Kombination aus Film Noir Live Action und Golden Age Cartoons bildet der Film die Grundlage für die American Animation Renaissance.

1987

Steven Spielberg wird 40.

Für die Geburtstagsfeier produziert seine Frau Amy Irving den 23-minütigen Kurzfilm Citizen Steve. In einer Parodie auf Citizen Kane wird Steven Spielberg als Charles Foster Kane der Filmwelt stilisiert. Familie, Freunde und Wegbegleiter treten in dem Kurzfilm auf.

Unter den „Darstellern“: Robin Williams, Dan Aykroyd, John Candy, George Lucas, Sid Sheinberg, Allen Daviau, Whoopi Goldberg, Drew Barrymore, Christian Bale,  Richard Dreyfuss, Dennis Weaver, Michael J. Fox, Barbra Streisand und Robert Zemeckis.

1985

Spielberg heiratet Amy Irving.

Max Spielberg wird geboren – am ersten Drehtag von Spielbergs neuem Film The Color Purple.