2017

The Kidnapping Of Edgardo Mortara

Steven Spielbergs Film The Kidnapping Of Edgardo Mortara ist eine Adaptation des 1997 erschienenen Romans von Pulitzer-Preisträger David Kertzer. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Tony Kushner, der auch die Drehbücher für die Spielberg-Filme Munich (2005) und Lincoln (2012) schrieb. Während der Dreharbeiten von Lincoln gab er David Kertzers Buch an Steven Spielberg weiter, der es zweimal las und sofort davon überzeugt war, dies sei ein großartiger Stoff für eine Verfilmung.

Der Film erzählt die Geschichte eines jüdischen Jungen in Bologna, 1858. Nach seiner geheim vollzogenen Taufe wird er seiner Familie entrissen, um als Katholik aufgezogen zu werden. Der Kampf seiner Eltern um ihren verlorenen Sohn entwickelt sich zu einem der Auslöser für den Niedergang des Vatikan als sekuläre Macht und zu einem Beispiel, wie das Schicksal eines einzelnen Menschen die Geschichte verändern kann.

Mark Rylance spielt Papst Pius IX. Es ist seine dritte Zusammenarbeit mit Spielberg, nachdem er als Bester Nebendarsteller in Bridge Of Spies (2015) einen Oscar gewann und die Titelrolle in The BFG (2016) spielte.

Das Bridge Of Spies-Produzententeam Spielberg, Marc Platt und Kristie Macosko Krieger wird The Kidnapping Of Edgardo Mortara produzieren.

Die Dreharbeiten für die Amblin Entertainment-Produktion sollen ursprünglich im Frühjahr 2017 beginnen – nach Abschluss von Ready Player One. Während noch nach einem geeigneten Kinderdarsteller für die Rolle des Edgardo Mortara gesucht wird, sagt Spielberg bei einem anderen Filmprojekt zu: The Post. Die Dreharbeiten für The Kidnapping Of Edgardo Mortara werden auf unbestimmte Zeit verschoben. Oscar Isaac (Star Wars: The Force Awakens), der für die Rolle von Edgardos Vater Momolo Mortara vorgesehen war, steigt aus „persönlichen Gründen“ aus dem Projekt aus.

Parallel dazu bereitet Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ein eigenes Filmprojekt über die Edgardo Mortara-Story vor. David Kertzer gibt dazu auf Twitter folgenden Kommentar ab: “The difference is Spielberg has film rights to my book, Weinstein doesn’t.”

Steven Spielberg hat oftmals zwei Filme pro Jahr herausgebracht (Doppelsalve). Doch nun entwickelt er sich zu einer Art „Woody Allen“, indem er regelmäßig einen Film pro Jahr veröffentlicht: Bridge of Spies 2015, The BFG 2016, The Post 2017, Ready Player One 2018 und das fünfte Indiana Jones-Abenteuer 2019.

Artwork: © Amblin Entertainment

The BFG (2016)

Steven Spielbergs 3D-Fantasy-Abenteuerfilm The BFG beruht auf Roald Dahls 1982 veröffentlichtem Kinderbuch, das im deutschen Sprachraum unter dem Titel „Sophiechen und der Riese“ erschien (1985 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet).

Die Verfilmung von The BFG ist eine Koproduktion von Walt Disney Pictures, DreamWorks Pictures, Amblin Entertainment und Walden Media.

US-Poster und Szenenfotos: © 2016 DreamWorks II Distribution Co., LLC, Disney Enterprises, Inc., and Walden Media

Deutschsprachiges Poster: © 2016 Constantin Film Verleih GmbH

Das Drehbuch für The BFG stammt aus der Feder von Melissa Mathison, die auch das Drehbuch für Spielbergs E.T. – The Extra-Terrestrial (1982) schrieb. The BFG ist ihr gewidmet, denn sie verstarb 2015. Auch die „Tagline“ des Plakats weckt Erinnerungen an E.T. – The Extra-Terrestrial.

Spielberg über seine Zusammenarbeit mit Mathison:

“I don’t miss Melissa yet because I haven’t had the chance to mourn her, because she is still with me. I’m not saying that in a supernatural way, because Melissa is alive in every single frame of The BFG. She has been with me all through this process and she is as tangible as if she were sitting next to me. What I’m not looking forward to is when I finish with The BFG and I have to face the fact that Melissa is no longer with me.”

“Melissa could do something most of us could not. She observed people without judging them. The only other people I can think of who observe with curiosity and without judgment are children. And I think that’s why she understood them and wrote them better than anyone else.”

Der BFG ist ein Guter Riese (Big Friendly Giant) und ein Sonderling im Land der Riesen. Er ist acht Meter groß, mit riesigen Ohren und einem scharfen Geruchssinn. Er lebt zurückgezogen, ist auf liebenswerte Art „schwer von Begriff“ und hat eine ungewöhnliche Ausdrucksweise. Andere Riesen wie Knochenknacker, Hackepeter und Fleischfetzenfresser sind doppelt so groß und beängstigend. Nach ihrer Ankunft im Land der Riesen fürchtet sich die 10-jährige Sophie anfänglich vor dem geheimnisvollen BFG, der sie in seine Höhle verschleppt hat. Doch schon bald erkennt sie sein sanftes Wesen. Gemeinsam treten sie gegen die bösen, menschenfressenden Riesen an, von denen die Welt der Menschen bedroht wird.

Spielberg erinnert sich, wie er Roald Dahls Buchvorlage seinen Kindern vorgelesen hat:

“They loved the privacy and secrecy of his own special giant-speak. And they also loved that this little 8-year-old girl can tell a 26-foot-tall giant what to do.”

Zum ersten Mal führt Spielberg Regie unter der Marke DisneyEr erklärt, was ihn an dem Stoff reizt:

“It’s a story about friendship, it’s a story about loyalty and protecting your friends and it’s a story that shows that even a little girl can help a big giant solve his biggest problems.”

Zum Cast von The BFG gehören Ruby Barnhill, Mark Rylance, Penelope Wilton, Jemaine Clement, Rebecca Hall, Rafe Spall und Bill Hader.

Dies ist der erste Spielberg-Film mit einer weiblichen Hauptrolle seit The Color Purple (1985).

The BFG ist Spielbergs zweite Zusammenarbeit mit Mark Rylance, der  für seine Rolle in Bridge of Spies (2015) einen Academy Award gewann. In die Rolle des BFG schlüpft er mittels Motion-Capture – ein Verfahren zur digitalen Aufzeichnung der Mimik und Gestik von Darstellern, das Spielberg zuletzt in The Adventure of Tintin (2011) zum Einsatz brachte.

Steven Spielberg versucht (vergeblich), Gene Wilder zu einem Gastauftritt zu überreden. Er spielte die Titelrolle in der Roald Dahl-Verfilmung Willy Wonka & the Chocolate Factory (1971).

Die Dreharbeiten finden zwischen dem 23. März bis 16. Juni 2015 statt, gefolgt von umfangreichen Post-Production-Arbeiten. Zu den Drehorten gehören Vancouver in Kanada sowie Schottland und England.

Die Entwicklung des Projekts geht zurück bis in das Jahr 1991: Frank Marshall und Kathleen Kennedy verhandeln mit Paramount Pictures – zu diesem Zeitpunkt soll Robin Williams die Titelrolle spielen. 1998 liefern Robin Swicord und Nicholas Kazan ein Drehbuch, das 2001 von Gwyn Lurie überarbeitet wird.

Im September 2011 erwirbt DreamWorks die Filmrechte für das Buch. Mit an Bord sind Kennedy und Marshall als Produzenten sowie Melissa Mathison als Drehbuchautorin. John Madden wird als Regisseur gehandelt, bis im April 2014 Steven Spielberg die Regie übernimmt (Madden bleibt dem Projekt als Executive Producer verbunden). Nachdem Walden Media zustimmt, sich an der Finanzierung zu beteiligen, kann Walt Disney Studios für die Ko-Finanzierung gewonnen werden.

Zu den regulären Mitgliedern von Spielbergs Team zählen: Kameramann Janusz Kaminski, Cutter Michael Kahn, Komponist John Williams, Produktionsdesigner Rick Carter und Kostümdesignerin Joanna Johnston. Die visuellen Effekte werden von Weta Digital geschaffen.

Produziert wird der Film von Steven Spielberg, Frank Marshall und Sam Mercer – mit Kathleen Kennedy, John Madden, Kristie Macosko Krieger, Michael Siegel, Frank Smith und Naia Cucukov als Executive Producers.

Roald Dahls Bücher, zu denen auch “Charlie and the Chocolate Factory,” “James and the Giant Peach” und “Matilda” zählen, wurden in 58 Sprachen übersetzt und weltweit mehr als 200 Millionen mal verkauft. “The BFG” war ursprünglich als Gutenacht-Geschichte gedacht und zählt zu Dahls Lieblingsgeschichten. Sie wird nun zum ersten Mal mit Schauspielern verfilmt und kommt pünktlich zu Roald Dahls 100. Geburtstag in die Kinos.

Spielberg über die Verantwortung, möglichst dicht an Roald Dahls Vorlage zu bleiben:

“It was very important for us to be loyal to the language, and the great writer Melissa Mathison, who also wrote ‘E.T.: The Extra-Terrestrial,’ wrote ‘The BFG.’”

Roald Dahls Buch besticht vor allem durch die Fantasiesprache Gobblefunk, die er seinem Riesen in den Mund gelegt hat. Sie ist auch in den Film eingeflossen. Beispiele aus der deutschen Fassung (vgl. engl. Originalversion):

delikatzig vorzüglich
Blubberwasser grünes Getränk, dessen Kohlensäure nach unten bitzelt
Fürbisfuchen Kürbiskuchen
schlotzt lecker, schön, prima
Zauberzischler schöner Traum
Leberwesen Menschen
Geohrwurmster Gehorsamster
Gigaraffen Giraffen
Majonäse Majestät
oberschleckerhammerhaft lecker
Rotzgurke eklig stinkendes Gemüse aus dem Land der Riesen
Unter‘m Arm nehmen auf den Arm nehmen
Alpenträumern Albtraum
Furzelbaum Furz
Wesserbisser Besserwisser
Weises Kind Waisenkind
Quissel-Quassel-Glotzglimmer-Box Fernseher
Lieblingsspeiserich köstlich, lecker

Die Weltpremiere findet am 14. Mai während des Filmfestivals in Cannes statt, wo der Film „Out of Competition“ gezeigt wird (auch E.T. – The Extraterrestrial (1982) hatte dort seine Weltpremiere). Wie E.T. erhält auch The BFG stehende Ovationen:

Variety-Kritiker Peter Debruge schreibt nach der Premiere in Cannes:

“That’s the beauty of Roald Dahl’s The BFG, as brought to life by recent Oscar winner Mark Rylance: You believe. No matter how fantastical the tale (and it gets pretty out-there at points), this splendid Steven Spielberg-directed adaptation makes it possible for audiences of all ages to wrap their heads around one of the unlikeliest friendships in cinema history, resulting in the sort of instant family classic “human beans” once relied upon Disney to deliver.”

Teaser-Trailer anschauen

Der Film startet am 1. Juli in den USA und ab 21. Juli in Deutschland.

2016

Frank Marshall wird auf der CinemaCon, der jährlichen Filmindustrie-Messe in Las Vegas als “International Filmmaker of the Decade“ geehrt.

1981 gründete Marshall und Kathleen Kennedy gemeinsam mit Steven Spielberg die Produktionsfirma Amblin Entertainment und produzierte viele erfolgreiche Filme wie  Gremlins (1984), Who Framed Roger Rabbit? (1988) und die Back to the Future-Trilogie (1985, 1989, 1990).

Als Produzent erhielt Marshall fünf Oscar-Nominierungen in der Kategorie Best Picture für The Curious Case of Benjamin Button (2008), Seabiscuit (2003), The Sixth Sense (1999), The Color Purple (1985) und Raiders of the Lost Ark (1981).

Mit dem Thriller Arachnophobia (1990) gab er sein Regiedebüt.

Nach zehn Jahren bei Amblin gründeten Marshall und Kennedy ihre eigene Firma: die Kennedy/Marshall Company. Marshall wurde alleiniger Inhaber, als Kennedy 2012 die Führung von Lucasfilm übernahm.

Marshall produzierte auch den Rekorde brechenden Film Jurassic World (2015) sowie Steven Spielbergs The BFG (2016).

2015

Die neu gegründete Firma Amblin Partners produziert gemeinsam mit Warner Bros.  Steven Spielbergs Verfilmung von Ernest Clines Roman Ready Player One (2018).

Spielberg kehrt zu Universal Pictures zurückwo 1969 seine professionelle Karriere begann. Universal schließt einen Vertrag zur Vermarktung und zum Verleih von Filmen aus dem Amblin Partners-Portfolio über die nächsten 5 Jahre.

Laut Los Angeles Times verfügt das neue Unternehmen über Mittel von mehr als 300 Millionen Dollar und wird ca. vier bis sieben Filme pro Jahr produzieren.

Amblin Partners – eine Produktionsfirma mit den Schwerpunkten Film, Fernsehen und digitale Medien – entsteht anfänglich aus einer Partnerschaft zwischen DreamWorks Studios, Participant Media, Reliance Entertainment und Entertainment One (später steigen weitere Partner wie Alibaba Pictures und Universal Filmed Entertainment ein).

Variety zufolge hat Spielberg erstmals seit der Gründung von DreamWorks auch Geld aus der eigenen Tasche in Amblin Partners investiert: 50 Millionen Dollar.

In der Presseinformation heißt es, Amblin Partners „develops and produces films using the Amblin, DreamWorks Pictures and Participant banners and includes Amblin Television, a longtime leader in quality programming.” Die Firma wird familienfreundliche Filme unter der Marke Amblin herausbringen, Stoffe für Erwachsene unter dem DreamWorks-Banner und Filme mit sozialem Anliegen unter der Marke Participant.

Zu den bereits in Produktion befindlichen Filmen zählen: Steven Spielbergs The BFG und Derek Cianfrances The Light Between Oceans; Tate Taylors The Girl on the Train sowie Lasse Hallströms A Dog’s Purpose.

2015

Das Alien-Drama The Whispers wird vom Sender ABC nach nur einer Staffel eingestellt. Die Serie basiert auf der 1951 veröffentlichten Ray Bradbury-Kurzgeschichte Zero Hour aus dem Buch The Illustrated Man. Die Serie wird von Amblin Television produziert, mit Steven Spielberg als Executive Producer.

Zum Darsteller-Ensemble gehören Lily Rabe, Barry Sloane, Milo Ventimiglia, Kristen Connolly und Derek Webster. The Whispers wird zunächst als ein Rennen gegen die Zeit konzipiert, bei dem eine unsichtbare außerirdische Macht daran gehindert werden soll, die Welt mit der Hilfe von Kindern zu zerstören. Allerdings macht ABC nach der Pilotfolge einen Rückzieher, was die außerirdische Macht betrifft und ändert die Serie in Richtung Mystery-Thriller.

Die Serie startet mit guten Einschaltquoten, doch sie gerät ins Trudeln, als die Hauptdarsteller nur noch zeitweise eingesetzt werden und die Handlung von Los Angeles, wo der Pilot gedreht wurde, nach Vancouver in Kanada verlegt wird, um die Vorteile der dortigen Steueranreize zu nutzen.

Amblin Television erlebt den Abbruch mehrerer Eigenproduktionen, nachdem der Sender CBS die Serien Under the Dome (2013-15) und Extant (2014-15) beendet, TNT die Serie Falling Skies (2011-15) einstellt und Fox die Serie Minority Report (2015) von 13 auf 10 Episoden kürzt.

Dafür erhält Amblin Television von CBS den Auftrag für American Gothic, eine Kriminalserie über den Patriarchen einer angesehen Bostoner Familie, mit einer angepeilten Premiere im Sommer 2016.

2015

Die TV-Serie Minority Report ist angelehnt an Steven Spielbergs Kinofilm Minority Report (2002).

Die Serie spielt im Washington, DC des Jahres 2065 – elf Jahre nach den Ereignissen des Films – und erzählt die Geschichte von Dash (Stark Sands), einem Precog, der die Fähigkeit besitzt, Verbrechen vorherzusagen. Nachdem die Precrime-Einheit im Jahr 2054 aufgelöst wurde, ist die Strafverfolgungsbehörde gezwungen, auf fortgeschrittenere Methoden zu setzen. Dash, sein Zwillingsbruder Arthur (Nick Zano) sowie ihre Ziehschwester Agatha (Laura Regan, die Samantha Morton aus der Filmfassung ersetzt) waren Teil des ursprünglichen Precrime-Programms. Dash nutzt seine Fähigkeiten, um Detective Lara Vega (Meagan Good) bei der Verhinderung von Straftaten zu unterstützen, während er versucht, seine seltene Gabe zu verbergen, denn es gibt Parteien, die versuchen, um jeden Preis der Precogs habhaft zu werden.

Die erste TV-Adaption eines Steven Spielberg-Films erlebt im September 2015 seine Premiere auf Fox. Das Drehbuch wird von Max Borenstein geschrieben. Er dient auch als Executive Producer, neben Steven Spielberg, Justin Falvey und Darryl Frank.

Der Pilot erreicht 3,1 Millionen Zuschauer, doch aufgrund enttäuscher Resonanz auf die weiteren Folgen und zwiespältiger Kritiken kürzt Fox die Anzahl der Folgen von 13 auf 10.

2014

Extant, eine von Mickey Fisher entwickelte Science-Fiction-TV-Serie (Executive Producer: Steven Spielberg), erzählt die Geschichte der Astronautin Molly Woods (Halle Berry), die nach 13 Monaten einer Solo-Mission zu ihrer Familie auf die Erde zurückkehrt – und auf unerklärliche Weise schwanger ist.

Unter Umgehung der üblichen Pilotphase bestellt CBS auf Anhieb 13 Episoden bei Amblin Television.

Die erste Folge der Serie erreicht mehr als 11 Millionen Zuschauer. Extant erhält allgemein positive Bewertungen. Kritiker loben die ungewöhnliche Herangehensweise an einige bekannte Elemente und die starke Performance von Halle Berry.

Dennoch beschließt CBS im Jahr 2015, die Serie nach zwei Staffeln einzustellen (26 Folgen).