Ready Player One (2018)

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Steven Spielbergs Filmadaptation von Ernest Clines Roman Ready Player One ist sein erster Science-Fiction-Film seit War of the Worlds (2005) und sein erster von Warner Bros. produzierte Film seit A.I. Artificial Intelligence (2001).

Die dystopische Story von Ready Player One ist im Jahr 2044 angesiedelt und führt uns in ein Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel (MMORPG) namens The OASIS (Ontologically Anthropocentric Sensory Immersive Simulation). Die Menschen zieht es in diese künstliche Welt, um der harten Realität ihres Daseins zu entfliehen. Der junge Wade Watts (oder  Parzival, wie er sich in The OASIS nennt) ist begeistert von dem Spiel und knackt die erste Stufe auf dem Weg zum „Easter Egg“, mit dem der Gewinner die Kontrolle über das Spiel und das riesige Vermögen erhält, das der Schöpfer des Spiels, James Donovan Halliday, hinterlassen hat. Parzival wetteifert mit einer Armada von Egghunters (so genannte „Gunters„), die alle zuerst ans Ziel kommen wollen.

Der Roman enthält Anspielungen auf die 1980er Jahre in Hülle und Fülle, da Halliday in dieser Ära aufgewachsen ist. Dazu zählen auch Filme, die damals unter Spielberg als Produzent oder Regisseur entstanden. In seiner Verfilmung übernimmt Spielberg davon nur einen kleinen Teil:

I love the ‘80s, and I think one of the reasons I decided to make the movie was that it brought me back to the 1980s and let me do anything I want – except for my own movies. I’ve cut most of my movies out of Ernie [Cline]’s book, except for the Delorean and a couple of other things that I had something to do with. I’ve cut a lot of my own references out. I was very happy to see that there was enough without me! The ’80s was a great time to grow up.

Mark Rylance spielt James Donovan Halliday (für den Part wurden ursprünglich Gene Wilder und Michael Keaton in Betracht gezogen). Zufälligerweise ist James Donovan auch der Name von Tom Hanks‘ Rolle in Bridge of Spies (2015), in dem Mark Rylance und Steven Spielberg das erste Mal zusammenarbeiteten.

Nach Abschluss eines offenen Castings erhält der 19-jährige Tye Sheridan den Zuschlag für die Hauptrolle des Wade Watts. Sheridan hat seinen ersten Kinoauftritt in Terrence Malicks The Tree of Life (2011): Für die Rolle des jüngsten Sohns von Jessica Chastain und Brad Pitt wird Sheridan aus einem Bewerberfeld von 10.000 Jungen ausgewählt.

Tye Sheridan spielt an der Seite von Olivia Cooke als Samantha Evelyn Cook / Art3mis. Ben Mendelsohn mimt den Bösewicht Nolan Sorrento. Ogden Morrow, ein Mitstreiter Hallidays, wird von Simon Pegg porträtiert. T.J. Miller ist in der Rolle des „Trolls“ i-R0k zu sehen, und Lena Waithe als Aech. Der japanische Sänger und Schauspieler Win Morisaki spielt einen der Top-“Gunters”, Daito. Sein Kumpel Shoto wird von Philip Zhao dargestellt.

Während der Vorproduktion zu Ready Player One sagt Sheridan in einem Variety-Interview:

“It’s a new spin on cinema. A good third of the film takes place in a virtual realm inside a video game. What I love about the film is that it plays with some metaphorically bigger themes. I think it’s going to be a milestone for cinema in its advancements and exploration of virtual reality. I couldn’t be more excited and grateful to be a part of it.”

In einem Deal mit einer hohen sechsstelligen Summe kauft Warner Bros. die Filmrechte für Ready Player One noch am selben Tag, als Ernest Cline den Vertrag mit Random House zu seinem Debütroman unterzeichnet – ein Jahr vor der Veröffentlichung. Cline arbeitet gemeinsam mit Eric Eason and Zak Penn an der Drehbuchfassung. Zak Penn entwickelte die Story für The Avengers (2012), während Eric Eason das Drehbuch zu A Better Life (2011) schrieb.

Adam Stockhausen – er arbeitete zuletzt für Bridge of Spies (2015) – kehrt als Production Designer in Spielbergs Team zurück. Kasia Walicka-Maimone, ein weiteres Bridge of Spies-Teammitglied, entwirft wieder die Kostüme. Zu Spielbergs weiteren regelmäßigen Mitarbeitern zählen die Produzentin Kristie Macosko Krieger, Kameramann Janusz Kamiński sowie Cutter Michael Kahn.

John Williams wird aufgrund seiner Verpflichtungen für Spielbergs Pentagon Papers-Film und Star Wars VIII die Musik für Ready Player One nicht komponieren. Für ihn springt Back to the Future-Komponist Alan Silvestri ein.

Die Dreharbeiten beginnen im Juni 2016 in London.

Am 22. Juli 2017 wird dem Publikum der Comic-Con in San Diego der erste Teaser-Trailer präsentiert und stößt auf begeistertes Echo. Der Trailer enthält einen versteckten QR-Code, über den man zukünftig Zugang zu einem Alternate Reality Game erhalten wird.

Parallel werden von Entertainment Weekly und Empire Magazine erste Szenenfotos veröffentlicht. Das folgende Foto zeigt Wade (Tye Sheridan) and Art3mis (Olivia Cooke). Im Hintergrund die Mitstreiter ihres Teams. Ein klassisches Spielberg-Motiv: Das Mädchen wird in einer „Frame within a frame“-Bildaufteilung gezeigt. Der Junge schaut staunend nach oben (Spielberg-Awe). In der Bildmitte signalisiert ein trennendes Element, dass die beiden noch Zeit brauchen, um sich näher zu kommen.

Wade und Art3mis begegnen sich in der Real Word von Ready Player One
Wade und Art3mis begegnen sich in der Real Word von Ready Player One

Um einer Schlacht mit dem Disney-Imperium aus dem Weg zu gehen, wird das ursprünglich geplante Kinostart-Datum von December 2017 auf den 30. März 2018 verschoben. Warner Bros. reagiert damit auf die Disney-Konkurrenz, die das Startdatum von Star Wars VIII vom Mai 2017 auf den 15. Dezember verlegt hat. Variety zufolge handelt Warner Bros. mit Kalkül: Das neue Startdatum fällt auf Ostern, und es gibt in dieser Zeit keinen großen Wettbewerb an der Kinokasse.

Spielbergs Name auf einem Filmplakat garantiert normalerweise Massen-Appeal. Nachdem jedoch Star Wars: The Force Awakens mit einem weltweiten Einspielergebnis von mehr als 2 Milliarden Dollar auf den dritten Platz der finanziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten rückt – hinter Titanic (1997) und Avatar (2009) – sind die Warner Bros.-Chefs klug genug, einer direkten Konfrontation mit dem nächsten Star Wars-Film aus dem Weg zu gehen.

Deutscher Kinostart: 05. April 2018

Fotos: © 2017 Warner Bros.

2012

Marvel’s The Avengers (Drehbuch und Regie: Joss Whedon) ist der bis heute finanziell erfolgreichste Film im Marvel Cinematic Universe.

Nick Fury, Leiter der Organisation S.H.I.E.L.D., stellt ein Einsatzteam aus Superhelden zusammen, um Thors Bruder Loki daran zu hindern, die Erde zu unterwerfen. Das Team besteht aus: Iron Man, Captain America, Hulk und Thor.

The Avengers ist eine Marvel Studios-Produktion im Verleih der Walt Disney Studios und bietet ein handverlesenes Ensemble von Darstellern, darunter Robert Downey Jr., Chris Evans, Mark Ruffalo, Chris Hemsworth, Scarlett Johansson, Jeremy Renner, Tom Hiddleston, Clark Gregg, Cobie Smulders, Stellan Skarsgård und Samuel L. Jackson. Gwyneth Paltrow und Maximiliano Hernández spielen erneut ihre Rollen aus früheren Superhelden-Filmen. Einer der Väter der Avengers-Comicreihe, Stan Lee, hat einen Gastauftritt in einer Nachrichten-Sendung, und Harry Dean Stanton sieht man als Wachmann.

Die Ursprünge der Verfilmung gehen zurück ins Jahr 2007, als Zak Penn – Drehbuchautor von The Incredible Hulk (2008) – angeheuert wird, um das Drehbuch für The Avengers zu schreiben. Der Streik der Writers Guild of America sowie Probleme bei der Auswahl von Besetzung und Crew sorgen für erhebliche Verzögerungen. Im Jahr 2010 steht Joss Whedon vor der Unterzeichnung seines Vertrags als Regisseur, mit der Aufgabe, Penns Drehbuch-Entwurf zu finalisieren. Nachdem Whedon Penns Fassung gelesen hat, teilt er Produzent Kevin Feige mit, das Studio habe so gut wie garnichts in der Hand und solle am besten so tun, als ob “this draft never happened”. Um seine Vision des Films aufzuzeigen, verfasst Whedon ein fünfseitiges Treatment. Marvel nimmt Whedon unverzüglich unter Vertrag als Regisseur und Drehbuchautor. Die Dreharbeiten beginnen im Jahr 2011.

Kameramann Seamus McGarvey arbeitet mit der Digitalkamera Arri Alexa und wählt als Bildformat ein 1,85:1-Seitenverhältnis, um den unterschiedlichen Größen der Hauptfiguren gerecht zu werden. “We had to give them all precedence and width within the frame. Also, Joss [Whedon] knew the final battle sequence was going to be this extravaganza in Manhattan, so the height and vertical scale of the buildings was going to be really important.” Der Film wird in der Postproduction in Digital-3D konvertiert.

Insgesamt werden mehr als 2.200 Aufnahmen mit visuellen Effekten geschaffen. Daran beteiligt sind 14 VFX-Firmen, darunter Industrial Light & Magic (ILM), Weta Digital und Digital Domain abgeschlossen ist. ILM ist als Hauptauftragnehmer mitverantwortlich für die Erstellung der wichtigsten Effekte, u.a. für die Helicarrier, das New Yorker Stadtbild, digitale Körper-Doubles, sowie das Erscheinungsbild von Iron Man und Hulk.

Der Score wird von Alan Silvestri komponiert. Joss Whedon beschreibt die Filmmusik als “very old-fashioned, which is why [Silvestri] was letter-perfect for this movie because he can give you the heightened emotion, the [Hans Zimmer] school of ‘I’m just feeling a lot right now!’ but he can also be extraordinarily cue and character specific, which I love.”

The Avengers enthält viele Referenzen auf andere Filme, z.B. Poltergeist (1982), Jurassic Park (1993) und King Kong (1933). Beim Kinostart erhält The Avengers überwiegend positive Kritiken. Todd McCarthy von The Hollywood Reporter schreibt: “It’s clamorous, the save-the-world story is one everyone’s seen time and again, and the characters have been around for more than half a century in 500 comic book issues. But Whedon and his cohorts have managed to stir all the personalities and ingredients together so that the resulting dish, however familiar, is irresistibly tasty again.”

Der Film erhält zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen, darunter Oscar– und BAFTA-Nominierungen für die visuellen Effekte. The Avengers nimmt weltweit mehr als 1,5 Milliarden Dollar ein (bei einem Budget von 220 Millionen Dollar), die höchsten Einnahmen einer Comic-Adaption bzw. eines Superhelden-Films sowie die höchsten Einnahmen, die je ein Film der Walt Disney Studios erzielt hat.

The Avengers erzielt auch das höchste Einspielergebnis am Tag der Premiere (62,1 Mio. Dollar). Als im Jahr 2015 der Film Jurassic World diesen Rekord bricht (mit 64,1 Mio. Dollar), veröffentlichen die Marvel Studios eine Illustration über ihren Twitter-Account, in die männliche Hauptfigur aus Jurassic World einen T-Rex reitet und auf die Superhelden von The Avengers herabschaut – eine Remineszenz an frühere Zeiten, als Filmemacher wie George Lucas, Steven Spielberg und James Cameron sich gegenseitig in ganzseitigen Variety-Anzeigen für ihre Kassenerfolge gratulierten.