2014

Lord Richard Attenborough stirbt im Alter von 90 Jahren.

Bevor er ein erfolgreicher Regisseur wurde, gehörte er zu Groß-Britanniens führenden Darstellern. In einer Karriere, die sechs Jahrzehnte umspannt, tritt er in mehr als 70 Filmen auf, darunter Brighton Rock (1947), The Great Escape (1963) und The Sand Pebbles (1966), bis er Weltruhm erlangt als der fiktive Parkgründer und Milliardär John Hammond in Steven Spielbergs Jurassic Park (1993) und The Lost World: Jurassic Park (1997).

Als Regisseur ist er am bekanntesten für seinen Film Gandhi (1982), der mit acht Oscars ausgezeichnet wird, einschließlich Best Picture und Best Director. Attenboroughs Gandhi konkurriert mit Spielbergs E.T. – The Extraterrestrial (1982).

Auf die Nachricht von Attenboroughs Tod reagiert Steven Spielberg wie folgt:

“He made a gift to the world with his emotional epic Gandhi and he was the perfect ringmaster to bring the dinosaurs back to life as John Hammond in Jurassic Park. […] He was a dear friend and I am standing in an endless line of those who completely adored him.”

2014

Robin Williams begeht Suizid. Der 63-jährige Darsteller litt an schweren Depressionen.

Freunde und Kollegen, Studiobosse, Regisseure seiner vielen Filme, Comedy-Kollegen, Präsident Obama und seine Millionen Fans reagieren auf die Nachricht tief betroffen.

Steven Spielberg ist geschockt über Williams Tod und gibt folgende Stellungnahme ab:

“Robin was a lightning storm of comic genius and our laughter was the thunder that sustained him. He was a pal and I can’t believe he’s gone.”

Williams spielte die Hauptrolle des Peter Banning in Spielbergs Hook (1991) and verlieh der Animationsfigur Dr. Know in A.I. – Artificial Intelligence (2001) seine Stimme.

Bereits kurz nach der Meldung von Williams Tod in seinem Haus in Tiburon, California (nahe San Francisco) teilen seine Fans ihre Trauer auf allen Social Media-Kanälen.

2014

Die Abraham Lincoln Presidential Library Foundation ehrt Steven Spielberg mit ihrem jährlich verliehenen Lincoln Leadership Prize.

Spielberg erhält die Auszeichnung am 19. März bei einem Dinner im Hilton Chicago. Sally Field, Darstellerin der Mary Todd Lincoln in Spielbergs Film Lincoln (2012) präsentiert den Preis.

Der Stiftungsvorsitzende Wayne W. Whalen begründet die Entscheidung für die Preisverleihung:

“We are pleased to present this year’s Lincoln Leadership Prize to Steven Spielberg, who brings socially relevant issues to the forefront of our minds through the medium of film. […] His long-time commitment to philanthropic endeavors exemplifies President Lincoln’s conscience and spirit, making him truly deserving of this award.”

Spielberg – dessen Film Lincoln für 12 Academy Awards nominiert wurde und in den Kategorien Best Actor (Daniel Day-Lewis) und Best Production Design gewann – gibt folgendes Statement ab:

“This is an extraordinary honor. […] For me, Lincoln’s unprecedented commitment to the cause of democracy is one of the most important examples of leadership our nation has ever seen. I am humbled to receive an award that embodies both his legacy and the profound contributions he made to this country.”

Der Lincoln Leadership Prize wird seit 2006 verliegen. Zu den vorherigen Preisträgern zählen Persönlichkeiten wie der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, der ehemalige Präsident von Polen Lech Walesa, der südafrikanische Erzbischoff Desmond Tutu und Astronaut James A. Lovell Jr.

2014

Nancy Spielberg, jüngste Schwester von Steven Spielberg, produziert Above and Beyond – ein Dokumentarfilm über Mahal (Freiwillige, die nach Israel gingen, um 1948 im Palästinakrieg zu kämpfen).

Sophie Sartain schreibt das Drehbuch für die Regisseurin Roberta Grossman. Der Dokumentarfilm erzählt von Piloten aus den USA, Israel und anderen Ländern, die Kampfeinsätze gegen die arabische Armee flogen.

Harris DoneThe Last Days (1998) – wird als Kameramann engagiert, die Special Effects werden von Industrial Light and Magic erstellt, und der Score kommt aus dem Studio von Hans Zimmer.

2014

In der Filmsatire The Interview spielen Seth Rogen und James Franco zwei Journalisten, denen es gelingt, ein Interview mit dem Staatsoberhaupt von Nordkorea Kim Jong-un (Randall Park) zu führen und vom CIA den Auftrag für einen Mordanschlag erhalten. Regie führen Seth Rogen und Evan Goldberg – zum zweiten Mal nach ihrem Film This Is the End (2013).

Als Nordkorea harte Gegenmaßnahmen ankündigt, sollte die Verleihfirma daran festhalten, den Film in die Kinos zu bringen, verlegt Columbia Pictures das Startdatum von Oktober auf Dezember und veranlasst Änderungen am Film.

Im November 2014 verübt eine Gruppierung namens Guardians of Peace einen Hackerangriff auf das Computer-Netzwerk des Mutterkonzerns Sony Pictures Entertainment und entwendet große Mengen von Daten, darunter die US-Sozialversicherungsnummern von mehr als 47.000 Sony-Angestellten, Prominenten und freien Mitarbeitern.

Die gestohlenen Daten beinhalten Informationen über Gehälter der Führungskräfte, Angaben zum Wohnsitz, Mails, Verträge, Passwörter und Ausweiskopien sowie das Drehbuch zum James Bond-Film Spectre (2015) und digitale Kopien bislang unveröffentlichter Sony-Filme. Teile dieser Daten, insbesondere E-Mails, geraten in Umlauf und werden z.T. von Massenmedien veröffentlicht.

Als die Guardians of Peace mit Anschlägen auf Kinos droht, kündigen mehrere große Kinoketten an, den Film nicht ins Programm aufzunehmen. Sony Pictures beschließt daraufhin, den Film via Online-Verleih bzw. -Verkauf zu veröffentlichen, gefolgt von einem sehr begrenzten Verleih in 500 US-Kinos.

US-Präsident Obama kritisiert den Sony-Vorstand öffentlich für die Entscheidung, den Film zurückzuziehen:

Sony is a corporation. It suffered significant damage. There were threats against its employees. I’m sympathetic to the concerns that they faced. Having said all that, yes I think they made a mistake. […] I would have told them: Do not get into the pattern in which you are intimidated.”

 

Obama kündigt „angemessene“ Maßnahmen gegen den vom FBI vermuteten Urheber Nordkorea an: “I will make a decision on those based on what I believe is appropriate and proportional to the nature of this crime.” In Nordkorea fällt wenige Tage später für mehrere Stunden der Zugriff auf das Internet aus.

The Interview spielt 40 Millionen Dollar ein und ist damit Sony’s erfolgreichste Digital-Veröffentlichung. Zum Ende des Jahres dann Sonys Kehrtwende: Der Film wird in ca. 500 US-Kinos gezeigt und nimmt weitere 11 Millionen Dollar ein. Im Internet wird der Film über 750000 mal illegal geladen.

Vertreter der Presse und Cybersecurity-Experten bezweifeln, dass Nordkorea tatsächlich hinter den Angriffen auf das Sony-Netzwerk steckt.

2014


Boyhood (Regie und Drehbuch: Richard Linklater) erzählt die Geschichte von Mason Evans, Jr. (Ellar Coltrane), der als Scheidungskind in Texas aufwächst. Der Film verfolgt seine Entwicklung etappenweise vom 6-jährigen Kind zum 18-jährigen Jungen. Zum Cast gehören Patricia Arquette und Ethan Hawke als Masons Eltern und Lorelei Linklater (Tochter des Regisseurs) als Masons ältere Schwester Samantha.

Die Produktion startet ohne vollständiges Drehbuch – es enthält lediglich grundlegende Anhaltspunkte zur Handlung sowie das Ende, einschließlich der letzten Einstellung. Der unabhängige Filmverleih IFC finanziert das Projekt mit 200.000 Dollar pro Jahr. Cast und Crew treffen sich ein oder zweimal pro Jahr und drehen in einem Zeitraum von drei bis vier Tagen (die gesamte Drehzeit beträgt 45 Tage). Trotz der enormen Risiken des Projekts muss Linklater den Geldgebern zu keinem Zeitpunkt zeigen, was er inzwischen gedreht hat. Der Film entsteht vollständig auf 35mm-Film.

Linklater ändert die Form, in der Filme üblicherweise erzählt werden, indem er das Drehbuch während des Produktionsverlaufs entwickelt und neue Abschnitte der Story schreibt, nachdem er die Aufnahmen des Vorjahres angeschaut hat. Als Linklater Veränderungen an seinen Darstellern bemerkt, baut er sie oft in sein Script ein und ermöglicht den Darstellern, ihrerseits eigene Lebenserfahrungen in ihre Rollen zu integrieren (ohne allerdings die generelle Richtung der Story zu verändern).

Linklater engagiert als Hauptdarsteller den 6-jährigen Ellar Coltrane, der zusammen mit den anderen Darstellern im Laufe der 12 Jahre währenden Entstehung des Films älter wird. Sowohl Ethan Hawke, als auch Patricia Arquette werden in dieser Zeit tatsächlich geschieden, heiraten neu und bringen Kinder zur Welt.

Keiner der Darsteller ist vertraglich verpflichtet, jedes Jahr erneut am Set zu erscheinen; Grund dafür ist ein Gesetz (De Havilland Law), demzufolge die vertragliche Bindung einer Person über einen Zeitraum von mehr als sieben Jahren illegal ist.

Ethan Hawke fasst seine Erfahrungen beim Dreh zusammen:

“It’s Tolstoy-esque in scope. I thought Before Sunrise (1995) was the most unique thing I would ever be a part of, but Rick has engaged me in something even more strange. Doing a scene with a young boy at the age of seven when he talks about why do raccoons die, and at the age of 12 when he talks about video games, and 17 when he asks me about girls, and have it be the same actor—to watch his voice and body morph—it’s a little bit like time-lapse photography of a human being.”

In der Lagerfeuer-Szene des Films, die im Jahr 2008 spielt, unterhalten sich Vater und Sohn über die Möglichkeit eines neuen Star Wars-Films. Boyhood wird in dem Jahr veröffentlich, als die Dreharbeiten für Star Wars: The Force Awakens (2015) beginnen.

12 Years ist der ursprüngliche Titel des Films. Linklater ändert ihn später, um Verwechslungen mit dem Academy Award-Sieger 12 Years a Slave (2013) zu vermeiden.

Boyhood feiert seine Premiere am 19. Januar 2014 beim Sundance Film Festival. Der Film nimmt am Wettbewerb der 64. Internationalen Filmfestspiele Berlin teil; Linklater wird mit dem Silbernen Bären als Bester Regisseur ausgezeichnet. Boyhood gewinnt drei Golden Globe Awards für Best Motion Picture – Drama, Best Director und Best Supporting Actress (Patricia Arquette). Der Film wird für sechs Academy Awards nominiert einschließlich Best Picture, Best Director, Best Supporting Actor (Hawke) – er gewinnt in der Kategorie Best Supporting Actress (Arquette).

Glaubt man der Review-Aggregator-Website Metacritic, dann ist Boyhood der von Kritikern bislang am besten bewertete Film des 21. Jahrhunderts. Regisseur Christopher Nolan bezeichnet Boyhood als “an extraordinary movie”.

Wie Steven Spielberg ist Richard Linklater ein autodidaktischer Filmemacher und bekannt für seine humanistisch orientierten Filme, die sich oftmals mit dem Alltag in der Vorstadt befassen. Mit Boyhood kommen weitere Elemente hinzu, die typisch für Spielberg-Filme sind: Ein Junge wächst auf und erlebt das Trauma der Scheidung seiner Eltern: ein mit Fehlern behafteter Vater und eine starke Mutter, die ihr Bestes gibt.

An der Kinokasse erweist sich Boyhood als profitabel: Der Film spielt weltweit 46,4 Millionen Dollar ein (bei einem äußerst sparsamen Budget von 4 Millionen Dollar).

Richard Linklaters nächster Film Everybody Wants Some (2016) beginnt da, wo  Boyhood endet: Ein junger Mann taucht am College auf und trifft auf seine Mitbewohner und ein Mädchen.

2014

Extant, eine von Mickey Fisher entwickelte Science-Fiction-TV-Serie (Executive Producer: Steven Spielberg), erzählt die Geschichte der Astronautin Molly Woods (Halle Berry), die nach 13 Monaten einer Solo-Mission zu ihrer Familie auf die Erde zurückkehrt – und auf unerklärliche Weise schwanger ist.

Unter Umgehung der üblichen Pilotphase bestellt CBS auf Anhieb 13 Episoden bei Amblin Television.

Die erste Folge der Serie erreicht mehr als 11 Millionen Zuschauer. Extant erhält allgemein positive Bewertungen. Kritiker loben die ungewöhnliche Herangehensweise an einige bekannte Elemente und die starke Performance von Halle Berry.

Dennoch beschließt CBS im Jahr 2015, die Serie nach zwei Staffeln einzustellen (26 Folgen).