2013

Under the Dome – eine einfallsreiche Science-Fiction-Serie (Executive Producer: Steven Spielberg) startet im Fernsehsender CBS. Der dänische Regisseur Niels Arden Oplev produziert die Serie und führt bei der Pilotfolge Regie.

Die gemeinsam von Amblin Television und DreamWorks Television entwickelte Serie beruht auf Stephen Kings gleichnamigen Roman und spielt in der fiktiven Kleinstadt Chester’s Mill. Eines Tages befindet sich eine riesige, transparente und scheinbar unzerstörbare Kuppel über der Stadt und trennt die Bewohner vom Rest der Welt. Ohne Internet-Zugang, Handy-Signal und mit begrenzter Sende- und Empfangsmöglichkeit per Funk müssen die Menschen unter der Kuppel einen Weg finden, mit knapper werdenden Ressourcen und zunehmenden Spannungen umzugehen.

Zu den Darstellern gehören Mike Vogel, Rachelle Lefevre, Natalie Martinez, Britt Robertson, Alexander Koch und viele andere. Die Pilotfolge erhält gute Bewertungen, und auch die ersten Folgen stoßen auf ein positives Echo.

Stephen King, der auch das Drehbuch für die Startfolge der zweiten Staffel schreibt, merkt an: “The TV version of Under the Dome varies considerably from the book version.” Und er bezeichnet die Serie als “very good”.

Die Pilotfolge bricht Rekorde bei der Zuschauer-Resonanz: Die Premiere ist die Beste der Sommersaison seit 1992. Die erste Staffel erreicht eine durchschnittliche Zuschauerzahl von 11,19 Millionen Live-Zuschauern, die zweite Staffel immerhin noch 7,17 Millionen – wobei die DVR Zuschauerzahlen noch deutlich höher liegen.

Die Serie steht vier Tage nach der Ausstrahlung auf CBS für den Streaming-Empfang auf Amazon Video-Geräten zur Verfügung. Der Deal mit Amazon hilft CBS dabei, die hohen Produktionskosten von fast 3 Millionen Dollar pro Episode zu mildern.

Im Jahr 2015 stellt CBS die Serie nach drei Staffeln ein (39 Folgen).

2013

Gravity – ein faszinierender und bahnbrechender 3D-Weltraum-Thriller – zeigt Sandra Bullock und George Clooney als Astronauten, die nach der Zerstörung ihrer Raumfähre in der Erdumlaufbahn gestrandet sind und versuchen, zur Erde zurückzukehren. Die Stimme aus dem Off („Mission Control“) wird von Ed Harris gesprochen.

Alfonso Cuarón (Regie, Produktion und Mitwirkung am Drehbuch) bezeichnet seinen Film als ein „drama of a woman in space“.

Cuarón schreibt das Drehbuch mit seinem Sohn Jonás und versucht, den Film bei Universal Pictures unterzubringen, wo der Film mehrere Jahre in „Development Hell“ gerät, während Cuarón auf eine geeignete Technologie hofft, die ihm die Verwirklichung seiner Vision ermöglicht. Regie-Kollege David Fincher rät ihm, noch fünf Jahre zu warten. Cuarón erinnert sich: “We were stubborn, (and) said we’re going to make it work (…) But you know what? David was right. It took us 4½ years.”

Schließlich wird sein Drehbuch von Warner Bros. erworben. Zeiweise sind Angelina Jolie und Robert Downey Jr. im Gespräch für die Hauptrollen, müssen jedoch aufgrund von Terminüberschneidungen aussteigen. Weitere Schauspielerinnen werden für die weibliche Hauptrolle in Betracht gezogen, darunter: Salma Hayek, Rachel Weisz, Naomi Watts, Marion Cotillard, Abbie Cornish, Carey Mulligan, Sienna Miller, Scarlett Johansson, Blake Lively, Rebecca Hall, und Olivia Wilde. Bevor George Clooney für die männliche Hauptrolle besetzt wird, sind die folgenden Darsteller im Gespräch: Daniel Craig, Tom Cruise, Tom Hanks, Harrison Ford, John Travolta, Bruce Willis, Russell Crowe, Kevin Costner und Denzel Washington.

Gravity entsteht vollständig in Großbritannien, wo die Firma Framestore mehr als drei Jahre damit verbringt, den Großteil der visuellen Effekte für den Film zu erschaffen, die 80 Minuten von Gravity’s 91 Minuten Lauflänge umfassen. Lange Einstellungen in schwereloser Umgebung zu erstellen, erweist sich als eine große Herausforderung. CGI wird für die Weltraumspaziergangs-Szenen verwendet. Robotik wird eingesetzt, um die Hauptdarstellerin im Inneren der Raumstation zu bewegen (die Aufnahmen müssen für die Programmierung der Roboter im Voraus geplant werden).

Sandra Bullock liefert eine packende Performance, die ihr Nominierungen für den Academy Award sowie für die Screen Actors Guild Awards und Golden Globe Awards einbringt. Die meisten Aufnahmen verbringt sie in einer riesigen, mechanischen Aufhängekonstruktion. Der Einstieg nimmt viel Zeit in Anspruch, so dass Bullock bis zu 10 Stunden am Tag in der Konstruktion bleibt, während sie mit der Crew über Headset  kommuniziert.

Gravity wird digital auf mehreren Arri Alexa Classics-Kameras gedreht, die mit Weitwinkel-Objektiven des Typs Arri Master Prime ausgestattet sind. Um die Reflexion von ungefiltertem Licht im Weltraum realisitisch abzubilden, konzipiert das Team eine neue Aufnahmetechnik. Kameramann Emmanuel Lubezki und Visual Effects Supervisor Tim Webber treffen die Entscheidung “to shoot (the actors’) faces and create everything else digitally.” Lubezki leuchtet die Darstellergesichter so aus, dass sie der komplett digital erzeugten Umgebung entsprechen. Die Ausleuchtung muss die Reflektion der Erde, das Licht der Sonne und die anderen Sterne im Hintergrund berücksichtigen. Hierfür lässt Lubezki einen LED-Bildschirm in eine Box integrieren, in deren Inneren sich die Schauspieler befinden, und setzt sie mit dem Licht des Bildschirms in Szene. Auf diese Weise kann sich das auf den LED-Screen projizierte Bild bewegen, während die Schauspieler an Ort und Stelle bleiben. Die Ausleuchtungs-Box ist ein knapp 3×3 Meter großer Würfel (groß genug für einen Schauspieler), ausgestattet mit 1,8 Millionen individuell regelbaren LED-Leuchten.

Für seine Inszenierung bevorzugt Cuarón Long Takes (Plansequenzen), um das Publikum in die Handlung zu ziehen, und kontrastiert diese mit klaustrophobischen Nahaufnahmen in Raumanzügen und Kapseln. Wegen der vielen Long Takes muss  Sandra Bullock ausgedehnte Abfolgen präziser Bewegungen einstudieren, um die vorgesehenen Markierungen in verschiedenen Phasen der Sequenz zu treffen. In den Szene im Orbit besteht die spartanische Tonspur aus Geräuschen, die Astronauten in ihren Anzügen oder in Raumfahrzeugen hören (zeitweise ergänzt durch Filmmusik).

Cuarón zufolge ist sein Film von John Sturges Marooned (1969) und Steven Spielbergs Duel (1971) inspiriert.

Gravity ist der Eröffnungsfilm bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig. Als der Film in die Kinos kommt, sind Kritik und Publikum einhellig begeistert.

Der Film ist ein großer finanzieller Erfolg und nimmt weltweit mehr als 723 Millionen Dollar ein (bei einem Budget von 100 Millionen Dollar). Bullocks Hauptrolle erweist sich als die lukrativste ihrer Karriere. Sie verdient mindestens 70 Millionen Dollar, da sie mit 15 Prozent an den Einnahmen beteiligt ist, zusätzlich zu ihrer Festgage von 20 Millionen Dollar.

Bei den Academy Awards erhält Gravity zehn Nominierungen und gewinnt in sieben Kategorien – darunter Beste Regie, Beste Kamera, Beste Filmmusik und Besten Visuelle Effekte.

Justin Chang schreibt in seiner Rezension für Variety: “(The film) restores a sense of wonder, terror and possibility to the big screen that should inspire awe among critics and audiences worldwide”.

Regie-Kollegen Steven Spielberg und Quentin Tarantino loben den Film, und James Cameron, ein Freund von Cuarón, sagt über Gravity: “I was stunned, absolutely floored. I think it’s the best space photography ever done, I think it’s the best space film ever done, and it’s the movie I’ve been hungry to see for an awful long time.”

2013

Steven Spielberg sagt eine Implosion der Filmindustrie voraus, sollten mehrere Filme mit hohem Budget hintereinander an der Kinokasse enttäuschen.

Seine Aussagen verbreiten sich wie ein Lauffeuer in den Medien. Sie enstehen bei einer „Round Table“-Veranstaltung anlässlich der Eröffnung eines neuen Gebäudes der USC School of Cinematic Arts.

Der ebenfalls anwesende George Lucas stimmt zu, dass die Filmindustrie massive Veränderungen durchlebt. Der Verleih großer Filme wandele sich immer mehr zu einem Broadway-Modell: Dabei werden weniger Filme veröffentlicht, die dafür viel länger in den Kinos verbleiben, während die Ticketpreise auf neue Höchststände klettern. Lucas und Spielberg verkünden den USC-Studenten, sie seien dabei, ein Filmbusiness zu studieren, das sich in Kürze komplett verändern wird – wo selbst bewährte Talente zunehmend auf Probleme stoßen, ihre Filme in die Kinos zu bekommen.

Einige Ideen junger Filmemacher sind zu „fringe-y for the movies“, ​​sagt Spielberg. “That’s the big danger, and there’s eventually going to be an implosion — or a big meltdown. There’s going to be an implosion where three or four or maybe even a half-dozen megabudget movies are going to go crashing into the ground, and that’s going to change the paradigm.”

Lucas beklagt die hohen Kosten für die Vermarktung von Kinofilmen und den zunehmenden Druck, sie für die Massen zu produzieren und dabei das Nischenpublikum zu vernachlässigen. Er bezeichnet Kabelfernsehen als “much more adventurous” als das aktuelle Kinoprogramm: “I think eventually the Lincolns will go away and they’re going to be on television.” sagt Lucas. “The pathway to get into theaters is really getting smaller and smaller.”

Als Spielberg gefragt wird, ob er plant, Filme für Streaming-Unternehmen wie Netflix zu drehen, antwortet er: “I have nothing to announce.”

Nur zwei Monate nach Spielbergs Implosions-Vorhersage, scheitert Gore Verbinskis The Lone Ranger (geschätztes Budget: 225 Millionen Dollar) an der Kinokasse, gefolgt von finanziellen Enttäuschungen weiterer Big-Budget-Filme.

2013

Roger Ebert stirbt. Er war einer der einflussreichsten amerikanischen Filmkritiker und zudem als Historiker, Journalist, Drehbuchautor und Autor tätig. Als erster Filmkritiker erhält er 1975 den Pulitzer Price for Criticism und 2005 einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Er schreibt von 1967 bis zu seinem Tod Filmrezensionen für die Chicago Sun-Times.

Ebert und Chicago Tribune-Kritiker Gene Siskel legen den Grundstein für landesweit im Fernsehen übertragene Filmkritiken, als sie die beliebte PBS-Show Sneak Previews präsentieren, gefolgt von verschiedenen At the Movies– Programmen. Bekannt werden sie durch ihren humorvollen, verbalen Schlagabtausch. Berühmt ist ihr Ausruf „Two Thumbs Up“, wenn sich die beiden vor der TV-Kamera auf eine positive Bewertung eines Films einigen können. Nachdem Siskel 1999 verstarb, führte Ebert die Show mit verschiedenen Co-Gastgebern fort.

Steven Spielberg über Roger Eberts Tod:

“Roger loved movies. They were his life. His reviews went far deeper than simply thumbs up or thumbs down. He wrote with passion through a real knowledge of film and film history, and in doing so, helped many movies find their audiences. Along with Gene Shalit, Joel Siegel, and of course Gene Siskel, Roger put television criticism on the map. Roger’s passing is virtually the end of an era and now the balcony is closed forever.”

2013

Der Bürgerkrieg in Syrien hat seinen Ursprung in landesweiten Protesten gegen Präsident Baschar al-Assad. Beantwortet wird dies mit gewaltsamen Razzien durch Regierungstruppen im Jahr 2011.

Der Konflikt wandelt sich allmählich von einem bewaffneten Aufstand zu einem Bürgerkrieg und schließlich zu einem Stellvertreterkrieg mit Militärinterventionen durch Dschihadistengruppen wie dem IS sowie Streitkräfte der USA, Türkei und Russland.

2013

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland kühlen sich ab.

Dazu trägt bei, dass Russland dem ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden politisches Asyl gewährt, der in den USA wegen Diebstahl von Regierungseigentum, widerrechtlicher Weitergabe geheimer Informationen sowie Spionage gesucht wird.

Dies führt zur Stornierung einer zuvor geplanten Einzelgesprächs zwischen Barack Obama und Wladimir Putin durch die USA.

2013

UkraineKrise: Überraschend stellt Präsident Wiktor Janukowytsch laufende Vorbereitungen zur Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der Europäischen Union ein.

Als Reaktion darauf versammeln sich Befürworter einer Annäherung an die EU zu Massenprotesten auf dem zentralen Platz in in Kiew, Majdan Nesaleschnosti  (später als „Euromaidan“ bekannt).

Im Februar 2014 kommt es zu einer Eskalation, welche mehr als 80 Todesopfer fordert, verursacht durch den massiven Einsatz von Polizeikräften und Scharfschützen.