Filmanfang: Something Evil (1972)

Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Something Evil

WELCHE STIL-ELEMENTE VERWENDET SPIELBERG AM ANFANG?
Rätselhaftigkeit, Kontrast zwischen Drama und Idylle, Horror und Humor, Körperlichkeit von Natur, hier: von Licht und Wind

WELCHE TYPISCHEN SPIELBERG-REQUISITEN FINDEN WIR AM ANFANG?Lichtstrahlen, Gemälde, spiegelnde Fensterscheibe

WAS GESCHIEHT ZU BEGINN?
• Vor dem Vorspann liegt eine 1,5-minütige Zeitlupen-Sequenz: Furchtsames Augenpaar eines älteren Mannes. Aus dem Off ein drängendes „You shall be taken, you shall be taken, be taken, be taken“ – in der deutschen Fassung: „Hol es Dir zurück, Du musst es Dir zurückholen…“. • Licht dringt durch einen Spalt in den Holzbrettern. Noch in dieser ersten Einstellung fliegt hinter dem Mann die Tür auf, grelles Licht und Wind schwallen herein. Er fühlt sich bedroht, flieht aus der Scheune ins Obergeschoss eines Holzhauses und stürzt dort aus dem Fenster. • Die Szene endet mit einem Mehrfachschnitt auf ein Pentagramm an der Hausfassade. • Es folgt die harmonische Sequenz ländlicher und familiärer Idylle. Die junge Mutter malt das Haus, das ihre Familie von dem „verunglückten“ Vorbesitzer übernimmt. Auch ihr weht der Wind durchs Haar, doch noch ist er harmlos. Die Idylle ist mit spannungsreichen Pausen und gedehnten Perspektiven eingefangen. • Der erste neue Schreckmoment wird ganz still inszeniert: Als der kleine Sohn in die matte Fensterscheibe des Hauses späht, kann er nichts sehen; sobald er sich wegdreht, sieht erscheint darin ein alter Mann.

WELCHE PARALLELEN SIND AUFFALLEND?
Das Rezept des Kontrasts von Horror und Humor wendet Spielberg ein Jahrzehnt später bei Poltergeist an.[1]

UNSERE WERTUNG:
Spielberg bettet die Schocks in entspannende und witzige Szenen. Als der Sohn herumtobt, sagt der Vater: „Hm. Jagt Ratten! Das kann er doch auch zu Hause tun.“ Die Mutter kontert: „Ja, aber ich glaube, die Ratten sind hier gesünder.“ • Viele bekannte Spielberg-Ingredienzien kommen vor, die Mischung wirkt aber, gemessen an Spielbergs sonstigen Leistungen, bei Weitem noch nicht ausgereift.

*  (von fünf Sternen)

[1] Einen gelungenen Vergleich beider Filme hat Ricarda Strobel in Korte u. Faulstich, 1987, 52, vorgenommen; allerdings ist die dortige Information überholt, den Film gäbe es nicht in deutscher Version.

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