Filmanfang: Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull (2008)

Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Indiana Jones And The Kingdom Of The Crystal Skull

WELCHE STIL-ELEMENTE VERWENDET SPIELBERG AM ANFANG?
Paramount-Logo-Gag, allmähliche Enthüllung der Situation, Irritation und zahlreiche Überraschungen/Kontraste, gegensätzliche Kamerafahrten in alle Richtungen, extreme Landschaftsperspektiven (Weite), Kamerafahrten parallel zu und über Autos, Untersicht, Personen teils als Silhouetten (Soldaten), Eskalation, dann „Ruhe vor dem Sturm“ …

WELCHE TYPISCHEN SPIELBERG-REQUISITEN FINDEN WIR AM ANFANG?
Autos, Militärfahrzeuge, Uniformen, amerikanische Wüstenlandschaft, „Sandsturm“ (verursacht durch die Fahrzeuge), Autospiegel, spiegelnde Felgen, Werbeschild in der Wüste, Flagge

WAS GESCHIEHT ZU BEGINN?
• Aus dem Paramount wird ein Sandhügel (Überraschung 1) in einer Steppen- oder Halbwüstenlandschaft. Aus dem Hügel gräbt sich ein Präriehund heraus (Überraschung 2). Man hört 1950er-Jahre-Musik (Überraschung 3). Sofort rauscht aus dem Nichts ein Oldtimer heran (Überraschung 4) und überfährt das Tier beinahe. • Die Kamera folgt dem Wagen, steigt hoch und offenbart die weite amerikanische Landschaft mit schroffen Felsformationen im Hintergrund, auf die der Wagen zurast. Ort und Zeit sind gesetzt. • Wie aus einem tief fliegenden Hubschrauber heraus fährt die Kamera parallel zu dem Wagen, der eine fotogene Staubwolke hinter sich her zieht, und nähert sich ihm. Zu erkennen sind zwei junge Männer vorn im offenen Wagen und zwei Mädel, die vergnügt kreischen und hampeln. Teile des Kühlers sind entfernt: ein zurechtgefeilter Oldtimer. Obwohl man eben noch die Vier allein in der Weite der Prärie sah, winken sie plötzlich in die Kamera (Überraschung 5); sofort schiebt sich von hinten ein Truck mit Aufschrift US Army ins Bild (Überraschung 6). Die Kamera zieht auf und zeigt, dass der Oldtimer auf eine asphaltierte Straße schwenkt, auf der sich ein Armee-Tross bewegt (Überraschung 7, zugleich Eskalationsprinzip). Soldaten winken zurück, eine spaßige Verfolgungsjagd deutet sich an, die in den nächsten Einstellungen kunstvoll in Szenen gesetzt wird. • Weitere Überraschungen folgen (Soldaten als Angreifer). • Indys Auftritt – nach so vielen Jahren! – erfolgt, indem sein berühmter Hut in den Staub geworfen wird.

Alle Screenshots: © 2008 Lucasfilm Ltd.

WELCHE PARALLELEN SIND AUFFALLEND?
• Wieder ein Gag mit dem Paramount-Logo. • Die Autoverfolgung mit Teenies in den 1950er Jahren erinnert an George Lucas‘ American Graffiti hier nicht ganz zufällig, es ist ja eine Lucas-Produktion. • Deutliche Anklänge an Duel (fahrende Autos in Detailaufnahmen) und vergleichbare Szenen Spielbergs (LA 2017). • Vorbeifahrt am Schild des „Atomic Café“: Einstellung ähnlich dem Beginn von Sugarland Express • Eine Unmenge Spielberg-typischer Fahrten und Einstellungen. • Als ein Uniformierter ins Auto schaut, ist das vom Rücksitz aus gefilmt und erinnert ein wenig an den Motorradpolizisten aus Hitchcocks Psycho (etwa diese Zeit). • Militärische Marschmusik ähnelt dem Thema aus Close Encounters; bei der Kamerafahrt kommt eine amerikanische Flagge ins Bild.

UNSERE WERTUNG:
Spielberg tobt sich aus. Er zieht alle Register, um mal wieder gleich am Anfang zu verblüffen, leicht zu verwirren und zu überwältigen. Beachtenswerter Rhythmus, der in dem Trubel auch noch kurze Ruhephasen zulässt und auf einen Höhepunkt zusteuert: das Wiedersehen mit Professor Jones. Auch wenn man noch nicht wissen kann, wie der in dieses Ambiente und in diese Zeit passen soll.

***** (von fünf Sternen)

Hintergrundinfos zum Film

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