Filmanfang: Amblin‘ (1968)

Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Amblin‘

WELCHE STIL-ELEMENTE VERWENDET SPIELBERG AM ANFANG?
Tempo-Reduktion, Spiel mit der Schärfentiefe, Identität von Tagesanfang und Filmbeginn

WELCHE TYPISCHEN SPIELBERG-REQUISITEN FINDEN WIR AM ANFANG?
Mond, Sonnenaufgang, Wüste, einsame Landstraße, einsamer Mensch, Autos, Gitarre

WAS GESCHIEHT ZU BEGINN?
• Ein Dutzend Einstellungen mit Joshua-Bäumen (Algarven in der Wüste). • Zunächst ist der Mond zu sehen, dann wird es heller, die Sonne geht auf. Friedliche Gitarrenmusik und Gesang setzen ein. • Die Einstellungen werden erheblich länger; während die Titel eingeblendet werden, geht die Sonne (Großaufnahme) in Echtzeit auf. • Übergang zur Handlung: Blumen in Nahaufnahme, Verlagerung der Schärfentiefe. Das gleiche bei einer Wurzel, die ein dreieckiges „Fenster“ bildet. Erst erscheint darin der Namen Spielbergs, dann verlagert sich die Schärfe extrem ins Weite, man schaut durch die Wurzel hinab auf eine Wüstenstraße. • Der Protagonist kommt mit einem Körperteil ins Bild, der alles sagt: mit dem Anhalterdaumen.

WELCHE PARALLELEN SIND AUFFALLEND?
• Auch Indiana Jones – wie der Protagonist von Amblin‘ ein Mann mit Hut–  wird in seinem ersten Film, Raiders of the Lost Ark, seitlich ins Bild treten. Allerdings mit dem Hintern zuerst. • Zu sehen sind auf der Landstraße Autos, aber kaum deren Fahrer. Das wird ein Kernelement von Duel werden.

UNSERE WERTUNG:
Die Anfangssequenz erinnert schon ein wenig an eine Diashow von Papas schönsten Sonnenaufgang-Bildern. Das Altbackene und Langsame ist aber ein gewollter Kontrast, insbesondere zu dem lebhaften Mädchen, das der Anhalter in Kürze kennenlernen wird. Wir werden eingestimmt auf das „Stummfilmhafte“ von Amblin‘.

***  (von fünf Sternen)

Hintergrundinfos zum Film