Filmanfang: 1941 (1979)

Analyse und Bewertung von 1941

WELCHE STIL-ELEMENTE VERWENDET SPIELBERG AM ANFANG?
Insgesamt ist der Filmanfang die Parodie auf ein eigenes Werk

WELCHE TYPISCHEN SPIELBERG-REQUISITEN FINDEN WIR AM ANFANG?
Nebel, Auto, Strand, U-Boot, Nazi, Japaner im Krieg

WAS GESCHIEHT ZU BEGINN?
• Im Nebel an der Küste steht eine Limousine der 1940er Jahre. Eine blonde Frau kurbelt die Scheibe runter und steigt aus. Während sie die Düne hinunter rennt, lässt sie ihre Kleidung fallen. Nackt läuft sie in die Brandung. • Während sie herum plantscht, geht die Musik in einen langsamen und bedrohlichen Moll-Rhythmus über. Plötzlich taucht unter der Dame ein U-Boot auf. • Japanische Soldaten (Toshiro Mifune als Kapitän) und ein deutscher Verbindungsoffizier (Christopher Lee) gehen an Deck und machen sich zum Affen. Als sie feststellen, dass sie noch nicht in Hollywood sind, geht es ans Abtauchen. Die Frau hängt in Slapstickmanier am Periskop und wird nur von einem einzigen Soldaten gesehen – er erleidet angesichts der nackten Tatsachen einen hysterischen Anfall.

Alle Screenshots: © 1979 Universal City Studios, Inc. & Columbia Pictures Industries, Inc.

WELCHE PARALLELEN SIND AUFFALLEND?
• Vielleicht zweifelten tatsächlich einige Zuschauer, ob sie im richtigen Film sind: Ist das nicht Jaws? • Zur unterschwelligen Ähnlichkeit gehört, dass wieder John Williams als Komponist das Hai-Thema anspielt. • Das Schicksal der Frau scheint besiegelt. Dann die Überraschung: Ein U-Boot anstelle eines weißen Hais. • Das Motiv eines feindlichen U-Bootes vor der US-amerikanische Küste hat Norman Jewison 1966 in The Russians Are Coming, the Russians Are Coming vorweggenommen. Der Film hatte ebenfalls einen Sitcom-Einschlag.[1]

UNSERE WERTUNG:
• Mit diesem Anfang belebt Spielberg das Genre des Injokes. Eigentlich sehr geschickt, denn mit der Parodie auf Jaws bringt er nicht nur den weißen Hai und die Urängste vor Meerbädern in Erinnerung, sondern sich selbst als Regisseur. Zu diesem Gag gehört eine gewisse Chuzpe, weil der Erfolg von Jaws erst drei Jahre zurück liegt und es eigentlich noch keine berühmte Filmsprache dieses jungen Regisseurs gibt. • Eine Nackte am Periskop – das ist satirisch sexistisch und läutet die Reihe ungezählter Holzhammer-Scherze des Films ein. • Der Anfang ist das beste an 1941, wobei wir mal über die überzogene Darstellung der U-Bootbesatzung hinwegsehen. • Deutliches Manko: der extrem lange Textvorspann, der auf die Kriegsthematik einstimmen soll.

***  (von fünf Sternen)

Hintergrundinfos zum Film


[1] mit Alan Arkin, Carl Reiner und Eva Maria Saint. Norman Jewison drehte auch In the Heat of the Night (1967), Anatevka (1971, Musik-Oscar für John Williams!), Jesus Christ Superstar (1973), Moonstruck (1987).