1985

Spielberg kehrt zum Fernsehen zurück – als Produzent von Amazing Stories, einer Serie, die auf dem Konzept von Rod Serling’s Twilight Zone aufbaut und ihren Namen dem Science-Fiction-Magazin verdankt, das Spielbergs Vater in den 40er Jahren las.

Der Name Spielberg genügt dem Fernsehsender NBC, auf Anhieb 44 Episoden zu beauftragen – mit dem Rekordbudget von 1 Million Dollar je produzierter Stunde.

Spielberg entwickelt für die Episoden einen Großteil der Ideen und verpflichtet ein beeindruckendes Ensemble von Regisseuren, darunter  Tobe Hooper, Robert Zemeckis, Clint Eastwood, Joe Dante, Martin Scorsese, Peter Hyams, Paul Bartel, Irvin Kershner, Phil Joanou und Danny DeVito.

Richard Matheson (Duel) liefert Kurzgeschichten und Drehbücher für einige der Episoden.

Spielberg führt bei zwei Episoden selbst Regie: The Mission (Kevin Costner als  Bomberpilot im Zweiten Weltkrieg; hinter der Kamera: Allen Daviau) und Ghost Train (ein Großvater wird seiner Familie entrissen, indem er einen Geisterzug besteigt, der mitten durchs Wohnzimmer fährt).

Trotz großer Etats und bekannter Cast- & Crew-Mitglieder ist die Fernsehreihe kein Erfolg und wird nach nur zwei Staffeln eingestellt.

Für Spielberg ist das ein Anreiz, es beim nächsten Mal besser zu machen. Amblin Entertainment wird in den Folgejahren zahllose Serien und Miniserien für das Fernsehen produzieren – viele davon außerordentlich erfolgreich und preisgekrönt.

1973

Spielberg beendet seine TV-Arbeit bei Universal. Eher routiniert dreht er den Horror-TV-Film Something Evil (1972) und ein Jahr später die Pilotfolge zur TV-Serie Savage mit Martin Landau und Barry Sullivan. Hinter der Kamera: Bill Butler, den Spielberg für Jaws (1975) engagieren wird.

Einige Ideen aus Something Evil wird Spielberg später in Poltergeist (1982) verarbeiten.


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Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Something Evil

 

Duel (1971)

Spielberg dreht seinen ersten TV-Spielfilm: Duel. Auf Empfehlung seiner Sekretärin liest Spielberg im Playboy eine Kurzgeschichte von Richard Matheson (Twilight Zone) und kann Produzent George Eckstein davon überzeugen, dass er der geeignete Regisseur ist. Spielberg macht sich sofort an die Verfilmung für die TV-Reihe Movie of the Week. Seine Gage: 5000 Dollar.

In seinem frühen Meisterwerk hetzt Spielberg einen ölverschmierten Peterbilt 281 Truck auf den Wagen des Durchschnittsbürgers David Mann (Dennis Weaver). Bis zum Ende zeigt uns Spielberg nie den Truckfahrer und erzeugt schon dadurch eine ungeheure Spannung.

Spielberg zufolge geht es in dem Film um die Konfrontation zwischen Mensch und Maschine.  “And I determined very early on that everything about the film would be the complete disruption of our whole technological society.”

Lange vor Erfindung der Steadicam dreht Spielberg eine Schlüsselszene in Chuck’s Café mit einer Länge von 2 Minuten 45 Sekunden ohne Schnitt (siehe Videoclip) und demonstriert seine Fähigkeiten als Meister des “Long Take”.

Spielberg stellt den Film in nur 17 Tagen fertig. Das gelingt ihm durch gründliche Vorbereitung (Location Scouting per Hubschrauber, Storyboards für kritische Sequenzen und eine große Karte, in die sämtliche Locations entlang des Highways eingezeichnet sind) und durch ein erfahrenes Team, zu denen Kamera-Veteran Jack A. Marta und Stunt-Koordinator Carey Loftin zählen.

Duel wird u.a. von der einflussreichen britischen Filmkritkerin Dilys Powell hoch gelobt und ab 1972 in europäischen Kinos gezeigt. Hierfür wird die 74-minütige Fernsehfassung mit nachgedrehten Szenen auf einen ca. 90-minütigen Spielfilm erweitert. Duel entwickelt sich zu einem Kultfilm, der bis heute eine weltweite Fangemeinschaft hat.

Die Entstehungsgeschichte des Films kann man in diesem hervorragend recherchierten (englischsprachigen) Buch von Steven Awalt nachlesen: Steven Spielberg and Duel: The Making of a Film Career.


Steven Spielberg Chroniken
Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Duel
(Spielfilm-Version)

1971

Murder by the Book: Spielberg dreht die erste Folge der TV-Serie Columbo mit Peter Falk und macht mit innovativer Filmsprache bei Publikum und Kritik auf sich aufmerksam.


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Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Murder by the Book

1971

Spielberg dreht weiter Fernseh-Episoden. Er lernt, in sehr engem Zeitrahmen und mit Blick auf das Budget zu arbeiten und trotzdem überzeugende Ergebnisse abzuliefern:

Make Me Laugh“ für Night Gallery

L.A. 2017“ für The Name of the Game (siehe Trailer)

The Private World of Martin Dalton“ für The Psychiatrist

Eulogy for a Wide Receiver“ für Owen Marshall, Counselor at Law.


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Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Make Me Laugh


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Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von LA 2017

 

1970

Spielberg erste TV-Serie: Spielberg führt Regie bei Marcus Welby, M.D. für die Folge „The Daredevil Gesture“.

Trotz der sehr knappen Drehzeit entwickelt Spielberg ein Faible für extreme Foreground- / Background-Kompositionen und raffinierte Plansequenzen (“Long Take”), die seinen Stil als Spielfilm-Regisseur kennzeichnen werden.

James Brolin spielt in Marcus Welby, M.D. den Kollegen von Dr. Marcus Welby. Spielberg besetzt ihn in seinem Spielfilm Catch Me If You Can (2002) erneut für eine Nebenrolle.

1969

Spielbergs professionelle Karriere beginnt. Er führt Regie bei seiner ersten TV-Episode: Eyes (zweites Segment der 3-teiligen Pilotfolge von Rod Serlings NightGallery Eyes). In der Hauptrolle: Hollywood-Diva Joan Crawford, die sich an den „Frischling“ erstmal gewöhnen muss.

Spielberg treibt die Veteranen hinter der Kamera (Robert Batcheller und William Margulies) mit seinen Forderungen nach kompliziert choreographierten Einstellungen an den Rand der Verzweiflung.

Unter manchen Studiokollegen hat Spielberg bald den zweifelhaften Ruf eines „verkünstelten“ Regisseurs. So ist beispielsweise der “Jump Cut”, mit dem Spielberg Joan Crawfords Gesicht auf den Zuschauer zuspringen lässt, im Fernsehen zu jener Zeit sehr unüblich.


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Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Eyes