1969

Dennis Hoppers Easy Rider richtet sich an die junge Protest-Szene und ist zugleich ein erster Abgesang an die Hippie-Ära. Der Überraschungs-Hit lehrt die alte Hollywood-Garde das Fürchten. Der Verzicht auf ein ausgefeiltes Drehbuch sowie die innovative – vom Drogenrausch inspirierte – Bildsprache und Schnitt-Technik verändern die Art, wie Filme gemacht werden.

Bis Ende der 70er Jahre erobert „New Hollywood“ die Studios und Kinos. Das alte Studiosystem reagiert, indem es junge Regie-Talente wie Martin Scorsese, Francis Ford Coppola, George Lucas und Steven Spielberg anheuert.

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1969

Spielbergs professionelle Karriere beginnt. Er führt Regie bei seiner ersten TV-Episode: Eyes (zweites Segment der 3-teiligen Pilotfolge von Rod Serlings NightGallery Eyes). In der Hauptrolle: Hollywood-Diva Joan Crawford, die sich an den „Frischling“ erstmal gewöhnen muss.

Spielberg treibt die Veteranen hinter der Kamera (Robert Batcheller und William Margulies) mit seinen Forderungen nach kompliziert choreographierten Einstellungen an den Rand der Verzweiflung.

Unter manchen Studiokollegen hat Spielberg bald den zweifelhaften Ruf eines „verkünstelten“ Regisseurs. So ist beispielsweise der “Jump Cut”, mit dem Spielberg Joan Crawfords Gesicht auf den Zuschauer zuspringen lässt, im Fernsehen zu jener Zeit sehr unüblich.


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Unsere Analyse und Bewertung des Filmanfangs von Eyes

 

 

1969

Spielberg hat Schwierigkeiten, nach seinem TV-Regiedebüt Eyes, einen nächsten Auftrag bei Universal zu erhalten. Die Produzenten zögern, einen so jungen Regisseur anzuheuern, noch dazu mit dem zweifelhaften Ruf, Schützling von UniversalVizepräsident Sid Sheinberg und ziemlich „Avant Garde“ zu sein. Spielberg stellt mehrere Filmkonzepte vor, wird aber immer abgelehnt. Schließlich bittet er Sheinberg, seinen 7-Jahres-Vetrag bei Universal ein Jahr lang ohne Gehalt auszusetzen, um außerhalb des Studios sein Glück zu versuchen.

Spielberg verkauft ein Skript an 20th Century Fox für 50.000 Dollar (Grundlage für einen schlechten Film namens Ace Eli and Rodger of the Skies unter der Regie von John Erman). Studiochef zu dieser Zeit ist Richard D. Zanuck. Ein paar Jahre später wird er eine unabhängige Produktionsfirma mit David Brown gründen und zwei Spielberg-Filme produzieren: The Sugarland Express (1973) und Jaws (1975).

1969

Woodstock: Mehr als 400.000 Anhänger der „Gegenkultur“ versammeln sich auf einem abgelegenen Feld und berauschen sich an einem einmaligen Open Air-Musikfestival – und an der einen oder anderen Droge.

Spielberg sagt von sich, dass er anders als viele seiner Altersgenossen nie Drogen genommen habe: „I’ve always been afraid of taking drugs. I’ve always been afraid of losing control of myself. … One of the reasons I never got into drugs is that I felt it would overpower me.“

1969

Neil Armstrong betritt den Mond. Das Ereignis wird in vielen Ländern live im Fernsehen übertragen.

1969

Spielberg unter Vertrag als Fernseh-Regisseur: Der Chef der MCA/Universal Television-Abteilung, Sidney Sheinberg, sieht Spielbergs Kurzfilm Amblin’ und bietet dem 23-Jährigen einen Sieben Jahres-Vertrag als TV-Regisseur an.

Als eine Art Ersatzvater wird Sid Sheinberg bis in die 90er Jahre Spielbergs Karriere aktiv begleiten.

1968

Peter Yates’ Bullitt mit Steve McQueen in der Hauptrolle, beeindruckt mit einer der einflussreichsten Autoverfolgungsjagd der Filmgeschichte. Die aufregenden Sequenzen gehen auf das Konto von Frank P. Kellers rasantem Schnitt und einer Go-Kart-ähnlichen Kamerawagen-Konstruktion (“Bullitt car”), die das Drehen auf Asphalt-Niveau ermöglicht.

Der Film beeinflusst auch Spielberg: Für seinen ersten TV-Film Duel (1971) holt er sich den Bullitt-Stuntkoordinator Carey Loftin und den “Bullitt car”-Erfinder Pat Eustis ans Set. McQueen ist auch Spielbergs erste Wahl für die Hauptrolle in Close Encounters (1977), aber der lehnt das Angebot ab.