2014

Clint Eastwoods fesselndes Kriegsdrama American Sniper ist angelehnt an  „American Sniper: The Autobiography of the Most Lethal Sniper in U.S. Military History“, Chris Kyles Memoiren, die er gemeinsam mit Scott McEwen und Jim DeFelice verfasst hat. Jason Dean Hall schreibt das Drehbuch.

American Sniper schildert das Leben von Kyle, dem tödlichsten Scharfschützen der US-Militärgeschichte, dessen Einsätze nicht ohne Folgen auf seine Person und sein Familienleben bleiben. Die Hauptrollen spielen Bradley Cooper als Kyle und Sienna Miller als seine Frau Taya – mit Luke Grimes, Kyle Gallner, Sam Jaeger, Jake McDorman und Cory Hardrict in Nebenrollen. Am Anfang des Films kann man Clint Eastwood in einem Cameo-Auftritt beim Betreten der Kirche sehen, als Chris seine Bibel stiehlt.

Nach etlichen gescheiterten Filmen über die Irakkriege, darunter In the Valley of Elah (2007) und Green Zone (2010) trifft das Projekt bei den Studios zunächst auf keine große Begeisterung, doch als Bradley Cooper unterzeichnet, wird sofort „grünes Licht“ erteilt. Im Jahr 2012 kündigt Warner Bros. den Film American Sniper an – mit Bradley Cooper als Produzent und Star. Ursprünglich will Cooper die Rolle des Kyle mit Chris Pratt besetzen, doch die Warner-Chefs bestehen darauf, dass Cooper selbst die Hauptrolle spielt. David O. Russell wird zeitweise als Regisseur gehandelt, doch der Deal mit Warner Bros. kommt nicht zustande.

Im Jahr 2013 heißt es, Steven Spielberg wolle die Regie übernehmen, doch er will den Fokus mehr auf den psychologischen Konflikt und den „feindlichen Scharfschützen“ legen, der auf Kyle angesetzt wird. “He was a mirror of Chris on the other side,” beschreibt Drehbuchautor Jason Dean Hall die Vorstellungen von Steven Spielberg. “It was a psychological duel as much as a physical duel. It was buried in my script, but Steven helped bring it out.”

Warner Bros. lehnt es ab, mehr als 60 Millionen Dollar für den Film auszugeben, und Spielberg hat Zweifel, ob er so seine eigene Vorstellung von der Geschichte realisieren kann, also steigt er aus.

Das Studio ruft Clint Eastwood an und konfrontiert ihn mit der Frage, ob er Kyles Buch kennt. Eastwood erinnert sich: “I said, ‘Yeah, I’m reading his book right now. Let me finish the last 30 pages and I’ll call you back.’ ” Nachdem Eastwood zugestimmt hat, die Regie zu übernehmen, ruft er Spielberg an und sagt: “Steven, I’m always doing your leftovers! Why’d you bail out of this thing? (…) Then he came over one day and we talked for a couple of hours about it.”

Die Dreharbeiten sind bereits nach 42 Tagen abgeschlossen, beginnend in Los Angeles und schließlich zwei Wochen in Marokko – das Studio strebt eine Veröffentlichung Ende 2014 an. Kameramann Tom Stern dreht mit Arri Alexa XT-Digitalkameras und anamorphen Linsen der Panavision C-, E- und G-Serie, somit ist dies Eastwoods zweiter Film, der digital gedreht wird.

Um Statur zu gewinnen, verspeist Bradley Cooper etwa 8000 Kalorien pro Tag und trainiert mehrere Monate lang täglich vier Stunden. Coopers Vorbereitung beinhaltet auch zweimal täglich Unterricht mit einem Sprachtrainer. Er verbringt außerdem viele Stunden damit, Aufnahmen von Chris Kyle zu studieren. Für die Scharfschützen-Szenen trainiert der Schauspieler mit dem Navy SEAL-Scharfschützen Kevin Lacz.

Nach seiner Premiere beim American Film Institute Festival entwickelt sich der Film zu einem riesigen finanziellen Erfolg, mit weltweiten Einnahmen von mehr als 547 Millionen Dollar (bei einem Budget von nur 58,8 Millionen Dollar). Er ist der umsatzstärkste Film des Jahres 2014 in den USA und bis heute der finanziell erfolgreichste Film unter der Regie von Clint Eastwood.

American Sniper erhält überwiegend positive Bewertungen von der Kritik. Das meiste Lob geht an Eastwoods Regie und Coopers Darstellung, obwohl der Film einige Kontroversen auslöst über seine Schilderung des Irakkriegs und der Rolle von Chris Kyle.

Bei den Academy Awards wird der Film in sechs Kategorien nominiert, u.a. für Bester Film, Bestes adaptiertes Drehbuch und Bester Schauspieler. Er erhält einen Oscar für den Besten Tonschnitt.

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