1999

The Matrix (Drehbuch und Regie: Wachowski-Geschwister) erobert die Kinos. Die Hauptrollen in diesem wegweisenden Science-Fiction-Film spielen Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss und Hugo Weaving.

Die Filmemacher lassen sich von Cyberpunk-Literatur wie William Gibsons Neuromancer (1984) und von Mamoru Oshiis Ghost in the Shell (1995). Auch James Cameron und Steven Spielberg zählen zu den prominenten Fans dieses japanischen Animationsfilms, und ihre Filme Avatar (2009) und A.I. – Artificial Intelligence (2001) sind davon beeinflusst.

The Matrix führt uns in eine dystopische Zukunft: Die von der Menschheit wahrgenommene Realität ist in Wahrheit eine als „Matrix“ bezeichnete Simulation. Computer-Programmierer „Neo“ erkennt durch Verabreichung einer rote Pille die „Wahrheit“ und wird zum Anführer der Rebellion gegen die Maschinen, von denen die Matrix geschaffen wurde, um die Menschen zu unterdrücken. Mensch und Maschine erscheinen in der simulierten Welt als Avatare in menschlicher Gestalt. Der Film stellt die Frage: Was ist Wirklichkeit, und was ist nur Wahrnehmung?

Darüber hinaus enthält der Film zahlreiche Verweise auf philosophische und religiöse Ideen in den Werken von Karl Marx, Franz Kafka, Zen und Homers Odyssee. Er nimmt deutlich Bezug auf Lewis Carrolls Alice in Wonderland und Jean Baudrillards Simulcra and Simulation. Die eindrucksvollen Kampfsequenzen sind durch das Hong Kong-Actionkino beeinflusst.

Ein visueller Effekt namens „Bullet Time“ ist nur ein Beispiel für die innovative Anmutung des Films: Die gesteigerte Wahrnehmungsfähigkeit des Protagonisten wird durch die Kombination aus Zeitlupenaufnahmen der Aktion mit Kamerabewegungen in normaler Geschwindigkeit visualisiert (siehe Video Clip). Die nach unten laufenden grünen Zeichen der Titelsequenz sind ein weiteres Markenzeichen des Films.

Um die „reale Welt“ auf subtile Weise von der Matrix zu unterscheiden, setzt das Production Design-Team in Szenen innerhalb der Simulation verstärkt auf die grüne Farbe des Matrix Code, während in Sequenzen der „realen Welt“ der Schwerpunkt auf der Farbe Blau liegt.

Neo und seine Begleiter tragen coole schwarze Leder-Trenchcoats, während die Maschinenwesen von Anzugträgern im sterilen FBI-Stil der 50er Jahre verkörpert werden. Die Einwahl in die Matrix erfolgt über altmodische Telefonzellen und Akustik-Koppler.

The Matrix wird von den meisten Kritikern positiv aufgenommen, und nimmt weltweit über 460 Millionen Dollar ein, bei einem Budget von 63 Millionen Dollar. Der Film wird mit dem Academy Award für Best Editing, Best Sound Effects, Best Visual Effects und Best Sound ausgezeichnet. Der Erfolg des Films führt zu zwei (mittelmäßigen) Fortsetzungen.

Steven Spielbergs Film Ready Player One (2018) wird uns ebenfalls in eine künstlich geschaffene Welt entühren, mit Avataren und einem Held, der von Konzern-Bösewichten gejagt wird.

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