1995

David Finchers stilsicherer Thriller Seven (auch: Se7en) spielt in der höllischen Vision einer Stadt, die an New York erinnert. Zwei Ermittler der Mordkommission verfolgen einen sadistischen Serienmörder, dessen minutiös geplante Morde auf die sieben Todsünden anspielen: Völlerei, Habgier, Trägheit, Zorn, Stolz, Lust und Neid.

Zum Darsteller-Ensemble gehören Brad Pitt, Morgan Freeman, Gwyneth Paltrow, John C. McGinley, R. Lee Ermey und Kevin Spacey.

Nach den frustrierenden Erfahrungen am Set von Alien 3 (1992), seinem Spielfilmregie-Debüt  meint Fincher: “I thought I’d rather die of colon cancer than do another movie”. Doch er übernimmt die Regie für Se7en, weil ihn die Qualität von Andrew Kevin Walkers Drehbuch überzeugt; er bezeichnet den Film als “connect-the-dots movie that delivers about inhumanity. It’s psychologically violent. It implies so much, not about why you did but how you did it.” Fincher nennt es eine „Meditation on evil“. Er bittet Walker, bei den Dreharbeiten anwesend zu sein.

Fincher dreht Se7en wie ein “tiny genre movie, the kind of movie Friedkin might have made after The Exorcist.” Der Iranisch-Französische Kameramann Darius Khondji, bekannt für seine innovative Arbeit bei Jean-Pierre Jeunets Delicatessen (1991), sorgt mit seine Bildern für eine bedrohliche Atmosphäre und wählt einen dokumentarischen Stil, beeinflusst durch die TV-Show COPS. Fincher: “Seven is the first time I got to carry through certain things about the camera – and about what movies are or can be”.

Zu Finchers Lieblingsfilmen zählen Klassiker wie American Graffiti (1973), Chinatown (1974), Dr. Strangelove (1964), The Exorzist (1973), The Godfather Part II (1974), Jaws (1975), Lawrence of Arabia (1962 ), Rear Window (1954), Taxi Driver (1976), The Terminator (1984) und Zelig (1983).

Seven erhält positive Kritiken und ist ein kommerzieller Erfolg. Die weltweiten Einnahmen betragen 327 Millionen Dollar (bei einem Budget von 33 Millionen Dollar). David Fincher entwickelt sich schnell zu einem A-List-Regisseur.

Einer von Finchers weiteren Filmen, The Curious Case of Benjamin Button (2008) soll ursprünglich bereits 1991 von Steven Spielberg verfilmt werden, mit Tom Cruise in der Hauptrolle, doch Spielberg dreht stattdessen Jurassic Park (1993) und Schindler’s List (1993).

Wie der Video-Essay von Michael Bryant dokumentiert, ist Finchers visueller Stil von Spielbergs Filmtechniken beeinflusst, z.B. in der Art der Darstellung von Gesichtern, wie Kamerafahrten Details und Informationen enthüllen oder beim Einsatz von Silhouetten und Schatten:

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