2017

Der Regisseur Tobe Hooper stirbt mit 74 Jahren.

Sein Texas Chain Saw Massacre (1978) hat das Horrorfilm-Genre geprägt und verändert. Mit den späteren Filmen, darunter Lifeforce (1985), konnte er an diesen ganz großen Erfolg nicht mehr anknüpfen. Hoopers künstlerischer Einfluss auf den von Steven Spielberg produzierten Film Poltergeist (1982) ist unbestreitbar zu erkennen, doch in letzter Zeit mehrten sich Aussagen von Beteiligten, die meiste Zeit habe Spielberg Regie geführt…

Spielberg engagierte Hooper 2002 noch einmal als Regisseur für die erste Folge der TV-Miniserie Taken.

Mehr: Tobe Hooper, ‘Texas Chain Saw Massacre’ and ‘Poltergeist’ Director, Dies at 74 — Variety

Advertisements

2017

Jerry Lewis, der große Komiker und Filmemacher, stirbt mit 91 Jahren. Für den jungen Steven Spielberg war er ein Mentor und Idol.

1968 nimmt Spielberg gemeinsam mit George Lucas an einem von Jerry Lewis‘ Regiekursen an der USC teil. Nachdem er der Klasse Spielbergs Kurzfilm Amblin’ vorgeführt hat, fasst Lewis zusammen: “That’s what filmmaking is about.”

Mehr: Jerry Lewis, Comedy Legend, Dies at 91 — Variety

Ready Player One (2018)

first-photo-spielbergs-ready-player-one

Steven Spielbergs Filmadaptation von Ernest Clines Roman Ready Player One ist sein erster Science-Fiction-Film seit War of the Worlds (2005) und sein erster von Warner Bros. produzierte Film seit A.I. Artificial Intelligence (2001).

Die dystopische Story von Ready Player One ist im Jahr 2044 angesiedelt und führt uns in ein Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel (MMORPG) namens The OASIS (Ontologically Anthropocentric Sensory Immersive Simulation). Die Menschen zieht es in diese künstliche Welt, um der harten Realität ihres Daseins zu entfliehen. Der junge Wade Watts (oder  Parzival, wie er sich in The OASIS nennt) ist begeistert von dem Spiel und knackt die erste Stufe auf dem Weg zum „Easter Egg“, mit dem der Gewinner die Kontrolle über das Spiel und das riesige Vermögen erhält, das der Schöpfer des Spiels, James Donovan Halliday, hinterlassen hat. Parzival wetteifert mit einer Armada von Egghunters (so genannte „Gunters„), die alle zuerst ans Ziel kommen wollen.

Der Roman enthält Anspielungen auf die 1980er Jahre in Hülle und Fülle, da Halliday in dieser Ära aufgewachsen ist. Dazu zählen auch Filme, die damals unter Spielberg als Produzent oder Regisseur entstanden. In seiner Verfilmung übernimmt Spielberg davon nur einen kleinen Teil:

I love the ‘80s, and I think one of the reasons I decided to make the movie was that it brought me back to the 1980s and let me do anything I want – except for my own movies. I’ve cut most of my movies out of Ernie [Cline]’s book, except for the Delorean and a couple of other things that I had something to do with. I’ve cut a lot of my own references out. I was very happy to see that there was enough without me! The ’80s was a great time to grow up.

Mark Rylance spielt James Donovan Halliday (für den Part wurden ursprünglich Gene Wilder und Michael Keaton in Betracht gezogen). Zufälligerweise ist James Donovan auch der Name von Tom Hanks‘ Rolle in Bridge of Spies (2015), in dem Mark Rylance und Steven Spielberg das erste Mal zusammenarbeiteten.

Nach Abschluss eines offenen Castings erhält der 19-jährige Tye Sheridan den Zuschlag für die Hauptrolle des Wade Watts. Sheridan hat seinen ersten Kinoauftritt in Terrence Malicks The Tree of Life (2011): Für die Rolle des jüngsten Sohns von Jessica Chastain und Brad Pitt wird Sheridan aus einem Bewerberfeld von 10.000 Jungen ausgewählt.

Tye Sheridan spielt an der Seite von Olivia Cooke als Samantha Evelyn Cook / Art3mis. Ben Mendelsohn mimt den Bösewicht Nolan Sorrento. Ogden Morrow, ein Mitstreiter Hallidays, wird von Simon Pegg porträtiert. T.J. Miller ist in der Rolle des „Trolls“ i-R0k zu sehen, und Lena Waithe als Aech. Der japanische Sänger und Schauspieler Win Morisaki spielt einen der Top-“Gunters”, Daito. Sein Kumpel Shoto wird von Philip Zhao dargestellt.

Während der Vorproduktion zu Ready Player One sagt Sheridan in einem Variety-Interview:

“It’s a new spin on cinema. A good third of the film takes place in a virtual realm inside a video game. What I love about the film is that it plays with some metaphorically bigger themes. I think it’s going to be a milestone for cinema in its advancements and exploration of virtual reality. I couldn’t be more excited and grateful to be a part of it.”

In einem Deal mit einer hohen sechsstelligen Summe kauft Warner Bros. die Filmrechte für Ready Player One noch am selben Tag, als Ernest Cline den Vertrag mit Random House zu seinem Debütroman unterzeichnet – ein Jahr vor der Veröffentlichung. Cline arbeitet gemeinsam mit Eric Eason and Zak Penn an der Drehbuchfassung. Zak Penn entwickelte die Story für The Avengers (2012), während Eric Eason das Drehbuch zu A Better Life (2011) schrieb.

Adam Stockhausen – er arbeitete zuletzt für Bridge of Spies (2015) – kehrt als Production Designer in Spielbergs Team zurück. Kasia Walicka-Maimone, ein weiteres Bridge of Spies-Teammitglied, entwirft wieder die Kostüme. Zu Spielbergs weiteren regelmäßigen Mitarbeitern zählen die Produzentin Kristie Macosko Krieger, Kameramann Janusz Kamiński sowie Cutter Michael Kahn.

John Williams wird aufgrund seiner Verpflichtungen für Spielbergs Pentagon Papers-Film und Star Wars VIII die Musik für Ready Player One nicht komponieren. Für ihn springt Back to the Future-Komponist Alan Silvestri ein.

Die Dreharbeiten beginnen im Juni 2016 in London.

Am 22. Juli 2017 wird dem Publikum der Comic-Con in San Diego der erste Teaser-Trailer präsentiert und stößt auf begeistertes Echo. Der Trailer enthält einen versteckten QR-Code, über den man zukünftig Zugang zu einem Alternate Reality Game erhalten wird.

Parallel werden von Entertainment Weekly und Empire Magazine erste Szenenfotos veröffentlicht. Das folgende Foto zeigt Wade (Tye Sheridan) and Art3mis (Olivia Cooke). Im Hintergrund die Mitstreiter ihres Teams. Ein klassisches Spielberg-Motiv: Das Mädchen wird in einer „Frame within a frame“-Bildaufteilung gezeigt. Der Junge schaut staunend nach oben (Spielberg-Awe). In der Bildmitte signalisiert ein trennendes Element, dass die beiden noch Zeit brauchen, um sich näher zu kommen.

Wade und Art3mis begegnen sich in der Real Word von Ready Player One
Wade und Art3mis begegnen sich in der Real Word von Ready Player One

Um einer Schlacht mit dem Disney-Imperium aus dem Weg zu gehen, wird das ursprünglich geplante Kinostart-Datum von December 2017 auf den 30. März 2018 verschoben. Warner Bros. reagiert damit auf die Disney-Konkurrenz, die das Startdatum von Star Wars VIII vom Mai 2017 auf den 15. Dezember verlegt hat. Variety zufolge handelt Warner Bros. mit Kalkül: Das neue Startdatum fällt auf Ostern, und es gibt in dieser Zeit keinen großen Wettbewerb an der Kinokasse.

Spielbergs Name auf einem Filmplakat garantiert normalerweise Massen-Appeal. Nachdem jedoch Star Wars: The Force Awakens mit einem weltweiten Einspielergebnis von mehr als 2 Milliarden Dollar auf den dritten Platz der finanziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten rückt – hinter Titanic (1997) und Avatar (2009) – sind die Warner Bros.-Chefs klug genug, einer direkten Konfrontation mit dem nächsten Star Wars-Film aus dem Weg zu gehen.

Deutscher Kinostart: 05. April 2018

Fotos: © 2017 Warner Bros.

2017

Steven Spielbergs nahezu 50 Jahre währende Karriere wird Thema eines HBO- Dokumentarfilms mit dem schlichten Titel Spielberg (Ausstrahlung: 7. Oktober).

Die vielfach preisgekrönte Dokumentarfilmerin Susan Lacy verwendet für ihren Film Material aus ihren Interviews mit Spielberg im Umfang von mehr als 30 Stunden.

Ebenfalls zu Wort kommen viele von Spielbergs Wegbegleitern, darunter
J.J. Abrams, Christian Bale, Drew Barrymore, Cate Blanchett, Francis Ford Coppola, Daniel Craig, Daniel Day-Lewis, Brian de Palma, Laura Dern, Leonardo DiCaprio, Richard Dreyfuss, Ralph Fiennes, Harrison Ford, David Geffen, Tom Hanks, Dustin Hoffman, Holly Hunter, Jeffrey Katzenberg, Ben Kingsley, Kathleen Kennedy, George Lucas, Liam Neeson, Martin Scorsese, Oprah Winfrey, and Robert Zemeckis.

Mehr: HBO Sets Documentary Feature on Steven Spielberg — Variet

2017

Elizabeth Banks, 2002 bekannt geworden als Nebendarstellerin in Spielbergs Catch Me If You Can, erhält eine Auszeichnung für ihren Erfolg als Regisseurin (Crystal Award for Excellence in Film).

In ihrer Dankesrede wirft sie Spielberg in scherzhaftem Ton vor, nie einen Film mit einer weiblichen Hauptrolle gedreht zu haben:

“I went to Indiana Jones and Jaws and every movie Steven Spielberg ever made, and by the way, he’s never made a movie with a female lead. Sorry, Steven. I don’t mean to call your ass out, but it’s true.”

Die Fakten sprechen dagegen. Bisherige Spielberg-Kinofilme mit Hauptdarstellerinnen:

Die falsche Behauptung zieht Kreise in Hollywood und in den internation Medien. Der Film The Color Purple erlangt neue Aufmerksamkeit.

Zwei Tage nach ihren Äußerungen bei der Preisverleihung veröffentlicht Elizabeth Banks eine Entschuldigung über ihren Twitter-Account:

banks.jpg

Doch ihre ursprüngliche Aussage ist im Grundsatz richtig: Spielberg sollte seine mächtige Position als Produzent und Regisseur stärker nutzen, um Hauptrollen in seinen Filmen mit Frauen zu besetzen. Natürlich nicht aufgrund einer Quote, sondern künstlerischer Entscheidungen.

Da Spielberg immer nach einer kreativen Herausforderung sucht: Warum nicht zum ersten mal seit 1985 mit einer (erwachsenen) Hauptdarstellerin drehen?

Umso bedauerlicher, dass Spielbergs Pläne zur Verfilmung der Biografie „It’s What I Do“ offenbar auf Eis gelegt wurden. Die Hauptrolle der Fotojournalistin Lynsey Addario sollte Jennifer Lawrence spielen.

The Post (2017)

Steven Spielberg verfilmt The Post. Das auf wahren Ereignissen beruhende Drehbuch von Liz Hannah handelt von The Washington Post-Redakteur Ben Bradlee und Herausgeberin Kay Graham, die sich 1971 einen Kampf mit den Bundesbehörden lieferten, um die „Pentagon Papers“ veröffentlichen zu dürfen. Tom Hanks und Meryl Streep spielen die Hauptrollen.

Für die weiteren Rollen wurden folgende Darsteller verpflichtet: Sarah Paulson, Bob Odenkirk, Matthew Rhys, Bradley Whitford, Carrie Coon, Jesse Plemons, David Cross, Alison Brie, Bruce Greenwood, Tracy Letts, Michael Stuhlbarg und Zach Woods.

Drehbeginn: 30. Mai 2017. Die eigentlich in diesem Zeitraum vorgesehenen Dreharbeiten für The Kidnapping of Edgardo Mortara werden auf unbestimmte Zeit verschoben.

Spielbergs Entscheidung, den Film The Post vorzuziehen, wird von den Angriffen der Trump-Administration gegen die Meinungs- und Pressefreiheit beeinflusst. Gleichzeitig erfüllt sich damit sein lange gehegter Wunsch, einen Film mit Meryl Streep zu drehen (sie hatte in A.I. – Artificial Intelligence nur eine Sprechrolle als Die Blaue Fee).

Filmstart in Deutschland: 22. Februar 2018

über Steven Spielberg, Tom Hanks and Meryl Streep Team Up for Pentagon Papers Movie — Variety

2017

Leah Adler stirbt im Beisein ihrer Familie am 21. Februar im Alter von 97 Jahren in ihrem Haus in Los Angeles. Sie hinterlässt ihren Sohn, Steven Spielberg, ihre drei Töchter Anne, Sue und Nancy sowie 11 Enkel und 5 Großenkel.

Mit fünf Jahren lernt Leah Posner Klavierspielen und studiert später am Music Conservatory in Cincinnati (Solo-Auftritte folgten). 1945 heiratet sie Arnold Spielberg.

Nach der Geburt von Steven beeinflusst sie in vielerlei Hinsicht seinen späteren Werdegang: Sie liest ihm Peter Pan als Gutenacht-Geschichte vor, gibt ihre musikalische Begabung an ihn weiter (er spielt Klarinette und komponiert) und schenkt ihrem Mann eine 8mm-Kamera, die der kleine Steven schnell in Beschlag nimmt.

Damit entstehen seine ersten Filmexperimente, bei denen er von ihr – und den anderen Familienmitgliedern – mit großer Anteilnahme unterstützt wird. Leah mietet ein Kino für die Uraufführung von Spielbergs erstem 8mm-Langfilm, Firelight (1964).

An ihrem damaligen Wohnsitz in Phoenix, Arizona, betreibt Leah Spielberg eine Kunstgalerie und ist in der Nachbarschaft bekannt als “the lady with the Peter Pan haircut.”

1967, nach ihrer Scheidung von Arnold Spielberg, heiratet sie Berny Adler. Am Pico Blvd in Los Angeles leitet sie bis in ihr hohes Alter mit großem Erfolg das Kosher-Restaurant The Milky Way.

Bei der Entgegennahme des Regie-Oscars für Schindler’s List (1993) bezeichnet Spielberg seine Mutter als sein „Glücksbringer“.

Wichtige Stationen im Kontext von Steven Spielberg

via Steven Spielberg’s Mother, Leah Adler, Dies at 97 — Variety